Geschwollene Milchdrüsen: Fibroadenomatose bei der Katze [05|22]

Gesäuge, Milchdrüsen, Fibroepitheliale Hyperplasie, Kastration, Progesteronbehandlung, Fibroadenomatose - Petdoctors [17|05|22]
(c) Photo: Ilona Ilyés auf Pixabay
Teilen

Gesäuge, Milchdrüsen, Fibroepitheliale Hyperplasie, Kastration, Progesteronbehandlung, Fibroadenomatose - News [17|05|22]

Hauptsächlich sind jüngere Kätzinnen nach der 1. oder 2. Rolligkeit von Fibroadenomatose betroffen. Bekommt eine Katze regelmäßig eine Progesteronbehandlung, steigert das auch das Risiko an Fibroadenomatose zu erkranken.

Die Fibroadenomatose oder fibroepitheliale Hyperplasie der Mamma (Gesäuge) beschreibt die Vergrößerung des Milchdrüsengewebes:

  1. Grund für die Vergrößerung des Milchdrüsengewebes ist das Geschlechtshormon Progesteron.
  2. Eigentlich reguliert Progesteron den Sexualzyklus.
  3. Allerdings kann Progesteron auch zur Freisetzung eines Wachstumshormons führen, das die Vergrößerung des Gesäuges verursacht.

1. Symptome der Fibroadenomatose:

  • Häufiges belecken des Gesäuges
  • Rötungen der Haut
  • Gesäuge geschwollen
  • Verringerte Futteraufnahme
  • Bei starker Vergrößerung sind Schwierigkeiten beim Gehen möglich

2. Zum Aufbau und der Funktion des Gesäuges:

  • Die Milchdrüse der Katze setzt sich aus vier Mammarkomplexen auf jeder Seite zusammen.
  • Der Mammarkomplex ist der von außen sichtbare Teil des Gesäuges mit der Zitze.  Katzen haben je 4 Zitzen auf einer Seite. 
  • Ein Mammarkomplex besteht aus mehreren Drüsensystemen. 
  • Diese Drüsensysteme sind  Hohlraumsysteme, Sie beginnen mit den Alveolen, in denen die Milch entsteht und gespeichert wird. Über die Milchgänge gelangt die Milch dann in die Zitze und von dort nach außen. 

Die Hauptfunktion der Milchdrüse ist die Versorgung der Nachkommen mit Milch. Durch das Saugen an der Zitze und die Ausschüttung von Oxytocin („Kuschelhormon“) wird die Ausscheidung von Milch angeregt. Eine ausreichende Versorgung mit der Muttermilch ist überlebenswichtig für die Kätzchen, da sie zum Aufbau des Immunsystems beiträgt.

3. Diagnose von Fibroadenomatose:

  1. Gespräch mit der Katzenhalter:in
  2. Abtasten und Ansehen des Gesäuges
  3. Ultraschall: zur Erkennung, ob eine Trächtigkeit vorliegt

4. Therapie:

  • Kastration
  • Medikamentöse Behandlung mit einem Progesteronblocker
  • Antibiotikagabe
  • Abbruch jeglicher Behandlungen mit Progesteron 
  • Abgestorbenes Gewebe muss chirurgisch entfernt werden

Handelt es sich um eine trächtige Katze, führen sowohl eine Kastration als auch eine medikamentöse Behandlung zu einem Verlust der Katzenbabys. Ein Warten mit der Therapie bis nach der Geburt ist jedoch nicht empfehlenswert, da es zu weiterer Schädigung des Gewebes kommen könnte.

5. Prognose:

Nach medikamentöser Behandlung ist die Fruchtbarkeit nicht beeinträchtigt und das Gesäuge ist nach etwa 4 Wochen zurückgebildet. Allerdings ist ein erneutes Auftreten der Fibroadenomatose möglich.
Die Rückbildung des Gesäuges dauert nach einer Kastration bis zu 5 Monaten. Bei dieser Vorgehensweise wird ein erneutes Auftreten verhindert.

6. Vorbeugung:

Als Vorsorge ist eine Kastration zu empfehlen, falls es sich um keine Zuchtkätzin handelt. Außerdem sollte, wenn möglich, auf eine Progesteronbehandlung verzichtet werden.