Tipps für das professionelle Anlegen eines Verbandes

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Erste Hilfe/Tupfer/Rollwatte/Elastische Binde/Notfallsapotheke - Update 16. September 2020

Hat sich ihr Vierbeiner verletzt, sollte die Wunde vor dem Transport in die Tierarztpraxis vor Schmutz geschützt und Blutungen möglichst gestillt werden. In der Erste Hilfe Apotheke sollte immer entsprechendes Vebandmaterial vorrätig sein.

1. Warum ein Verband wichtig ist:

Die Wunde wird geschützt, durch Kompression werden Ödeme verringert und die Durchblutung gefördert. Der Verband bewirkt eine Druckentlastung bei wundgelegenen Stellen und schützt vor Beißen und Lecken. Körperteile werden gestützt, Wundsekret wird aufgesaugt. Der Verband kann auch als Träger von Medikamenten genutzt werden.

2. Worauf bei einem Verband zu achten ist:

Verbände müssen halten, sie dürfen aber nicht so eng sitzen, dass die Durchblutung behindert wird:

  • Polsterwatte sollte immer ungefähr 1 cm unter den Binden hervorschauen, um Einschnürungen zu vermeiden.
  • Bei Pfotenverbänden sollte auch eine Polsterung zwischen den Zehen erfolgen.
  • Verbände müssen vor Feuchtigkeit geschützt werden.

3. Das Verbandmaterial zum Schutz von Wunden:

Für das Anlegen von Verbänden werden

  • Watte (Achtung es handelt sich dabei um eine Spezialwatte für Verbände. Sie können diese ausschließlich im medizinischen Fachhandel oder in der Tierarztpraxis erwerben.)
  • Zellstoff,
  • Vlies,
  • Gewebe,
  • Pflaster und
  • Spezialverbandstoffe

verwendet.

4. Wie ein Verband aufgebaut ist:

  1. Kontaktschicht: Die Kontaktschicht besteht aus nicht fasernden Geweben (Tupfer, Kompressen), die die Wunde direkt abdecken. Das Gewebe ist durchlässig für Luft, saugt Sekret auf, schützt vor Verunreinigungen  und verringert Schmerzen. Bei Bedarf kann die Kontaktschicht mit Medikamenten (Salben, Lösungen) beschichtet werden.
  2. Mittelschicht: Die Mittelschicht sorgt für eine Polsterung des Verbandes. Sie besteht aus Zellstoff oder Polsterwatte. Der Druck wird gleichmäßig verteilt, Sekret wird aufgesaugt. Die Mittelschicht darf nie direkt auf die Wunde gelegt werden, da sie mit dem Gewebe verklebt.
  3. Äußere Schicht und Fixierung: Selbsthaftende, elastische Binden verhindern ein Verrutschen des Verbandes. Der Übergang von Polsterwatte zu elastischer Binde muss abgeklebt werden, damit ihr Vierbeiner die Watte nicht herausziehen kann.

Siehe dazu auch: Haustierapotheke,  Erste Hilfe Kit und Alternative Apotheke

5. Verbandwechsel und Verbandarten

Abhängig von der Art der Wunde wird ein Verband alle 2 - 3 Tage gewechselt.

  1. Schutzverbände Decken die Wunde ab und schützen vor Verunreinigung und weiteren Verletzungen.
  2. Druckverbände: Durch Druck werden verletzte Blutgefäße zusammengedrückt, die Blutung wird gestoppt. Druckverbände werden seltener gewechselt als Schutzverbände.
  3. Stützverbände: Durch Schienen werden Knochen und Gelenke ruhiggestellt.
  4. Behinderungsverbände: Verhindern eine zu starke Bewegung des betroffenen Körperteils.

6. Wie ein Pfotenverband angelegt wird:

  • An der Unterseite der Pfote befinden sich Schweißdrüsen, deshalb sollte der Hauptballen gut abgepolstert werden.
  • Legen sie einen Tupfer auf die Wunde und polstern Sie die Zwischenzehenräume mit Rollwatte (Diese ist im medizinischen Fachandel bzw. bei Ihrem Tierarzt erhältlich. Nehmen KEINESFALLS Watte aus dem Drogeriemarkt).
  • Wickeln Sie die Rollwatte bis über das Ellbogen- oder Sprunggelenk. Die Wattebahnen müssen gleichmäßig gelegt werden, um schmerzhafte Druckstellen zu verhindern. Vermeiden sie Faltenbildung. 
  • Mit einer elastischen, selbst haftenden Binde wird die Rollwatte fixiert.
  • Beginnen sie an der Unterseite der Pfote und wickeln sie gleichmäßig nach oben. Ziehen sie nicht zu stark an der elastischen Binde, damit der Verband nicht einschnürt. 
  • Kleben sie die hervorstehende Watte ab.
  • Schützen Sie den Verband vor Nässe. Im Fachhandel gibt es Pfotenschutz aus Latex, Naturkautschuk oder anderen Materialien. Beraten Sie sich dazu mit Ihrer TierärztIn)

7. Wie  ein Verband entfernt wird:

Schneiden Sie den Verband mit einer speziellen Verbandschere auf und lösen sie vorsichtig die einzelnen Schichten. Kontrollieren sie die Wunde und legen sie bei Bedarf einen neuen Verband an.

Am besten Sie lassen sich das Anlegen eines Verbandes in der Tierarztpraxis zeigen oder besuchen einen Erste Hilfe Kurs.