Von giftigen und ungiftigen Frühlingsblumen

Schneeglöckchen sind giftige Frühlingsboten
(c) Photo: 33490 auf Pixabay

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Vergiftung, Frühlingsblumen, Haus, Garten - update 26/02/21

  • Bunte Blumen künden im Garten und auf der Fensterbank den Frühling an.
  • Einige diese Blumen sind für Katzen und Hunde giftig und sollten an nicht erreichbaren Orten aufgestellt werden. 
  • Dazu zählt die Mehrzahl der beliebten Frühlingsboten: Krokusse, Hyazinthen und Traubenhyazinthen sowie Maiglöckchen, Narzissen,  Primeln, Schneeglöckchen und Tulpen sind giftig.
  • Unbedenklich für Hunde und Katzen sind: Gänseblümchen, Schlüsselblumen und Veilchen

1. Diese beliebten Frühlingsblumen sind für Hund und Katze giftig:

  1. Krokusse: in den Krokussen ist Picocorin enthalten, welches bei Hunden und Katzen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursacht.
  2. Hyazinthen: sie blühen von März bis Mai. Einige Winterformen sind schon in der Weihnachtszeit erhältlich. Calciumoxalate und Alkaloide können schwache Vergiftungen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen.
  3. Maiglöckchen: sie sind für alle Tierarten hoch giftig. Sie enthalten 38 verschiedene Glykoside, die Herzrhythmusstörungen und Herzversagen auslösen.
  4. Narzissen: die Osterglocken enthalten stark giftige Alkaloide (Lycorin, Galanthin), die nicht nur Erbrechen und Durchfall, sondern auch Krämpfe und Herzrhythmusstörungen verursachen. 15 Gramm frische Narzissenzwiebeln sind für einen Hund tödlich.
  5. Primeln: Alle Pflanzenteile enthalten Primin, ein Kontaktallergen, das Hautreizungen und Juckreiz verursacht. Werden Primeln gefressen, sind schwere Entzündungen der Schleimhaut von Magen und Darm die Folge. Vor allem in Becherprimeln sind die Giftstoffe in hoher Konzentration vorhanden.
  6. Schneeglöckchen: Schon im Februar stecken die ersten Schneeglöckchen ihre Spitzen aus der teilweise noch mit Schnee bedeckten Erde. In allen Pflanzenteilen der zierlichen, weißen Glöckchen sind Alkaloide enthalten, die Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe und Lähmungen verursachen. Wird die Vergiftung nicht behandelt, kann der Tod durch Versagen des Kreislaufs eintreten.
  7. Traubenhyazinthen: Das in der gesamten Pflanze enthalten Gift Muscari ist für alle Tiere toxisch. Vor allem Katzen reagieren besonders empfindlich. Das Gift verursacht Erbrechen, Durchfall, Kreislaufstörungen, Taumeln und Blutungen. Unbehandelt verläuft die Vergiftung tödlich.
  8. Tulpen: das Gift ist besonders hoch in der Zwiebel konzentriert. Aber auch in den anderen Pflanzenteilen sind Tuliposide enthalten, die zu Speicheln, Erbrechen, Durchfall und Kurzatmigkeit führen. Werden Tulpen geschnitten und in eine Vase gestellt, geben sie die Giftstoffe an das Wasser ab. Daher sollte immer auch das Wasser sorgfältig entsorgt werden.

Erste Hilfe bei Vergiftungen

Spülen sie gereizte Hautstellen mit reichlich Wasser. Geben sie ihrem Vierbeiner Aktivkohle ein, um noch nicht aufgenommene Giftstoffe zu binden. Suchen sie unverzüglich eine(n) TierärztIn auf. Vergiftungen sind immer ein Notfall und können ohne Behandlungen zum Tod des Tieres führen. 

2. Diese Frühlingsblumen sind ungiftig:

  1. Gänseblümchen: Die zarten weiß rosa blühenden Gänseblümchen können unbedenklich von ihrem Hund und ihrer Katze gefressen werden. Sie enthalten ätherische Öle und Flavonoide, die die Verdauung fördern und Gelenkbeschwerden mildern.
  2. Schlüsselblumen: Die Schlüsselblume gehört zu den Primeln, enthält aber keinerlei Giftstoffe. Hunde und Katzen können Schlüsselblumen problemlos fressen. Bei Kleinnager und Hasen ist aber Vorsicht angesagt. Die enthaltenen Saponine können Erbrechen und Durchfall verursachen. In der Volksmedizin wird die Schlüsselblume vor allem als Mittel bei Erkältungen und Gelenkbeschwerden eingesetzt.
  3. Veilchen: Die stark duftenden Blüten der Veilchen sind völlig ungiftig. Die Blüten entfalten sogar heilende Wirkungen. Sie wirken kühlend, schmerzstillend, beruhigend und fördern die Durchblutung.