Menschen können Katzen mit Corona anstecken

Teilen, verschicken oder drucken Sie diesen Artikel

Covid-19: Menschen können Katzen mit Corona anstecken

Covid-19/SARS-CoV-2/Übertragung/Katze/Frettchen - news: 08/04/20

  • Ergebnisse Forschungszentrums in Harbin von Dr. Jianzhong Shi
  • Menschen können Tiere mit Covid-19 anstecken 
  • Covid-19 ist eine Zoonose
  • Das Virus stammt ursprünglich von Fledermäusen und Schuppentieren
  • Katzen, Frettchen und Hunde sind gefährdet

 

Bisher wurde angenommen, dass das Coronavirus für unsere Vierbeiner nicht infektiös ist. Leider hat sich das als falsch erwiesen. Das SARS-CoV-2 kann auch von Menschen auf Tiere übertragen werden.

Nachgewiesen wurde das in einer Studie des Veterinärmedizinischen Forschungszentrums in Harbin von Dr. Jianzhong Shi.

Covid-19 ist eine Zoonose. Der Virus stammt ursprünglich von Fledermäusen und Schuppentieren und ist auf den Menschen übergesprungen. Durch eine Mutation konnte sich die Infektion bei Menschen festsetzen und direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. 

1. Diese Tiere sind gefährdet:

  1. Katzen
  2. Frettchen
  3. Hunde

Die Vierbeiner müssen in sehr engem Kontakt mit infizierten oder erkrankten Personen stehen. Besonders anfällig für den Virus sind Katzen. Bei ihnen vermehrt sich das Coronavirus rasch in den oberen Atemwegen. Hunde sind als Wirt für den Virus nicht so geeignet. Sie entwickelten kaum Antikörper.

2. Ergebnisse der Studie von Dr. Jianzhong Shi

Als Versuchstiere wurden Katzen, Frettchen und Beagle verwendet. Allen Tieren wurde eine konzentrierte Lösung der Viren in die Nase getropft. Nach einigen Tagen wurden folgende Parameter untersucht:

  1. Bildung von Antikörpern gegen das SARS-CoV-2
  2. Vermehrung der Viren im Gewebe des Atmungstraktes und der Lunge
  3. Veränderungen im Gewebe der Lunge
  4. Nachweis der Viren im Verdauungstrakt

Hunde:

  • Hunde konnten mit dem Virus kaum erfolgreich infiziert werden.
  • Nur ein Hund bildete Antikörper gegen das Virus.
  • Das Coronavirus konnte nicht im Gewebe von Lunge und Darm nachgewiesen werden.
  • Die Übertragung der Viren von infizierten Hunden auf gesunde Hunde fand nicht statt.

Katzen & Frettchen:

  • Bei Katzen und Frettchen fand eine Vermehrung der Viren in den Atemwegen statt.
  • Eine deutliche Immunreaktion mit Bildung von Antikörpern wurde ausgelöst.
  • Junge Katzen mit einem Alter von 70 bis 100 Tagen waren für die Infektion anfälliger als ältere Katzen.
  • Bei ihnen konnten auch schwere Gewebeschäden in der Lunge und im Dünndarm nachgewiesen werden.
  • Das Virus konnte von den Forschern auch im Kot nachgewiesen werden.

Anders als bei Hunden war eine Übertragung durch Kontakt von einer infizierten Katze auf andere Katzen möglich.

Schweine, Hühner und Enten - immun:

In weiteren Versuchen konnten die Forscher nachweisen, dass Schweine, Hühner und Enten gegen das SARS-CoV-2 vollständig immun waren.

Die Studie wurde nicht nur zur Abschätzung des Infektionsrisikos durchgeführt. Sie hat durchaus Auswirkungen auf die Art der Versuchstiere, die für die Testung eines neuen Impfstoffes eingesetzt werden. Eine Überprüfung der Studie wurde bisher von anderen Forschern nicht durchgeführt, da diese auf einem Free Print Server veröffentlicht wurde.

3. Welche Krankheitserscheinungen bei den Katzen auftraten:

  1. Bei den jungen Katzen trat hohes Fieber auf.
  2. Durch die Schädigung des Lungengewebes war die Atmung erschwert.
  3. Trockener, anfallsartiger Husten wurde beobachtet.
  4. Bei einem Befall des Dünndarms litten die Katzen unter hochgradigen Durchfällen.

Bei Katzen, bei denen die Übertragung des Virus durch direkten Kontakt stattfand, konnten keine Krankheitserscheinungen beobachtet werden.

4. Müssen auch unsere Katzen unter Quarantäne gestellt werden?

Diese Frage kann derzeit noch nicht genau beantwortet werden. Auch bei einem sehr engen Kontakt kann eine so große Virusmenge wie bei den Versuchen nicht übertragen werden. Die Möglichkeit einer Ansteckungsgefahr für Katzen darf jedoch nicht völlig außer Acht gelassen werden. Die Frage, Katzen auf das neue SARS-CoV-2 routinemäßig zu testen, stellt sich nicht, da die Testkapazitäten derzeit auch für Menschen nicht ausreichen. Hier scheitert es nicht so sehr an den Kapazitäten von Labor und Personal, sondern an der Verfügbarkeit von Reagenzien, die für die Durchführung der Tests benötigt werden. Diese werden jedem Land entsprechend politischer Vereinbarungen zugeteilt, leider nicht in ausreichender Menge, um großflächige Tests durchführen zu können.

Derzeit vertritt Dr. Dirk Pfeiffer der City University of Hongkong die Meinung, dass Katzen nur eine unbedeutende Rolle bei der Übertragung der Viren spielen. Das Hauptaugenmerk ist in jedem Fall auf die Übertragung von Mensch zu Mensch zu richten.

5. Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen bezüglich Übertragung von SARS-CoV-2

Derzeit gibt es Berichte über Haustiere, die sich bei infizierten Menschen auf natürlichen Weg angesteckt haben: 2 Hunde in Hongkong, eine Katze in Belgien und Tiger in einem Zoo in den USA. Bei den Hunden ist in Frage zu stellen, ob wirklich eine Infektion mit dem Virus vorlag. Eventuell war der Abstrich durch in der Nase befindliche Viren verunreinigt.

Da es sich um eine neue Virusinfektion, die noch nicht ausreichend erforscht ist, handelt, empfiehlt das US Center for Disease Control and Prevention:

  1. den Kontakt zu Katzen nicht zu eng zu gestalten. Katzen sollten Ihren Haltern nicht das Gesicht ablecken.
  2. Nach dem Streicheln der Tiere müssen die Hände gründlich gewaschen und desinfiziert werden.
  3. Die Katzen sollten kein Essen direkt von den Tellern Ihrer Halter nehmen.

Diese Vorsichtsmaßnahmen sind aber nur als allgemein zu betrachten, da derzeit noch kein einziger Fall einer Übertragung von einem Haustier auf einen Menschen bekannt ist.

Diese Maßnahmen werden auch von Dr. Linda Saif, einer Virologin der Ohio State University in Wooster als sinnvolle Vorbeugung betrachtet. Dr. Saif vertritt allerdings die Meinung, dass Katzen das SARS-CoV-2 nicht in ausreichender Menge ausscheiden können, um bei Menschen eine Infektion zu verursachen.

Auch Dr. Klaus Osterrieder, ein Virologe der Freien Universität Berlin, bestätigt diese Ergebnisse. Bei seinen Forschungen war eine Übertragung der Viren von Menschen auf Katzen möglich. Der umgekehrte Übertragungsweg konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden.

Derzeit sind noch viele Fragen offen, die erst in weiteren Studien geklärt werden müssen.

Quellen:

https://www.scinexx.de/news/medizin/coronavirus-infiziert-auch-katzen/

https://www.nature.com/articles/d41586-020-00984-8

 

Weiterführende Links und Informationen: 

1. Wissenswertes aus der Welt der Viren auf petdoctors. 

2. Mehr über Covid-19: