Corona Virus bei Hund und Katze

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Das Coronavirus bei Hund und Katze

Covid-19/Corona/Virus Übertragung - news: 16/03/20

  • Auch Hunde und Katzen können von Corona-Viren infiziert werden.
  • Die Übertragung gibt es innerhalb der gleichen Tierart 
  • die Möglichkeit einer Übertragung auf den Menschen ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. 

 
Beim Menschen sind vor einigen Jahren endemische Seuchen durch Coronavirus-Infektionen aufgetreten. Mers CoV und Sars CoV haben schwere Lungenentzündungen, die zum Teil einen tödlichen Verlauf hatten, verursacht. Derzeit verbreitet sich ein neuer Coronavirus Covid-19 über alle Kontinente. 

In der Humanmedizin ist der Umgang mit Corona für viele Ärzte Neuland. Die Veterinär-Mediziner haben dagegen immer wieder mit Corona-Infektionen zu tun. So die tritt bei Schweinen die transmissible Gastroenteritis (TGE) auf, Kälber leiden unter hochgradigem Durchfall und auch Katze und Hund können sich infizieren. 

1. Das Coronavirus

  • Coronaviren sind von einer Hülle umgebene RNA-Viren, die an ihrer Oberfläche keulenförmige Anhänge besitzen.
  • Die Viren sind wirtsspezifisch.
  • Sie werden unter normalen Umständen nicht zwischen verschiedenen Tierarten übertragen.
  • Da sie genetisch sehr variabel sind, finden auch häufig Mutationen der viralen Genstruktur statt.
  • Bei Hunden und Katzen lösen die Coronaviren gastroenterale und seltener respiratorische Erkrankungen aus.
  • In der Umwelt können die Viren für lange Zeit überleben.
  • Sie reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen und Alkohol, da dieser die Lipidhülle zerstört.
  • In eingetrocknetem Kot bleiben die Viren bis zu sieben Wochen infektiös.

2. Wie Coronaviren übertragen werden

Die Infektion erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt. Die Viren werden mit dem

  1. Kot
  2. Tränenflüssigkeit
  3. Nasenflüssigkeit

ausgeschieden. Werden Gegenstände mit Kot verschmutzt, kann die Übertragung der Viren auch indirekt stattfinden.

Das Coronavirus dringt über den Nasen-Rachenraum in den Körper ein. Mit der Nahrung gelangt es in den Dünndarm und beginnt, sich dort in den Epithelzellen der Darmschleimhaut zu vermehren. In der anschließenden Virämiephase verbreitet sich das Coronavirus im ganzen Körper.

3. Coronaviren bei Hunden

Die meisten Infektionen mit dem caninen Coronavirus verlaufen ohne Symptome. Bei einigen Hunden treten mild verlaufende Durchfälle auf.

Anders ist die Situation bei Welpen, die aufgrund ihres noch nicht vollständig ausgebildeten Immunsystems kaum Abwehrkräfte besitzen. Der Krankheitsverlauf ist schwer. Eine hämorrhagische Gastroenteritis führt zu einer Zerstörung der Darmschleimhaut. Die Darmzoten gehen verloren, die Epithelzellen des Dünndarms werden abgeflacht, die Becherzellen lösen sich von der Darmschleimhaut. Die Coronaviren werden für die Dauer von zwei Wochen mit dem Kot ausgeschieden.

Symptome

  1. Erbrechen und
  2. starke blutige Durchfälle führen zu einem hohen Flüssigkeitsverlust.
  3. Die Flüssigkeitsmangel verursacht Herz- Kreislaufprobleme und Nierenschäden.
  4. Die Hunde verlieren Gewicht.
  5. Zu Beginn der Infektion tritt hohes Fieber auf.

4. Coronaviren bei Katzen

Bei den felinen Coronaviren treten zwei Varianten auf:

  1. Das schwache enterale Coronavirus verursacht leichte Durchfälle. 

  2. Mutiert das Virus zu dem hoch infektiösen felinen Peritonitis Virus verläuft die Erkrankung immer tödlich.

Symptome

  1. Die Durchfälle können mild oder schwer verlaufen.
  2. Oft sind diese resistent gegen Therapien.
  3. Durch die Zerstörung der Darmschleimhaut treten immer wieder Durchfälle auf.
  4. Die Katzen magern ab und verlieren Flüssigkeit.

Bei einigen der mit dem Virus infizierten Katzen kommt es zu einer Mutation des Virus. Das veränderte Virus kann nicht auf andere Katzen übertragen werden. Die mutierten Coronaviren bilden mit den Antikörpern des Immunsystems große Komplexverbindungen. Diese lagern sich an die Gefäßwände an und schädigen sie. Flüssigkeit tritt aus. Der Bauchraum und die Brusthöhle werden mit einer bernsteinfarbenen, eiweißreichen Flüssigkeit gefüllt.

Bei der trockenen Form der FIP wird Fibrin an den Organen abgelagert. Die Funktionen von Leber, Niere und Lunge werden beeinträchtigt. Auf den Lymphknoten und der Milz bilden sich entzündliche Knoten. Die Schleimhäute der Katzen sind blass und teilweise durch die Ablagerung von Gallenfarbstoffen gelb verfärbt. Die Tiere leiden unter hohem Fieber und magern ab. Ist auch das zentrale Nervensystem von den Ablagerungen betroffen, treten neurologischer Krankheitssymptome auf.

5. Diagnose

Um blutige Durchfälle anderer Ursache auszuschließen, sollte gleichzeitig mit dem Test auf Coronaviren auch ein Test auf Parvoviren durchgeführt werden. Bei einer Blutuntersuchung wird ein Albumin-globulin Quotient von unter 0,6 nachgewiesen. Die Gammaglobulin-Fraktion ist erhöht.

6. Therapie

Infektionen mit Coronaviren werden symptomatisch behandelt. Infusionen gleichen den Flüssigkeitsverlust aus. Das Immunsystem wird durch Immunmodulatoren gestärkt.

Ist die FIP einmal ausgebrochen, wird eine lebensverlängernde Therapie mit Kortison verabreicht. Ein neuer Therapieansatz besteht in einer Behandlung mit GS-441524. Das Nukleosidanalogon verhindert die Vermehrung der Coronaviren. In Studien konnten bereits zahlreiche Erfolge, auch bei Katzen mit einer klinischen FIP, nachgewiesen werden. Leider ist es derzeit nur in den USA erhältlich. Eine Zulassung des Medikamentes in Europa ist noch nicht vorhanden.

Mehr über Krankheiten und Syptome bei KATZEN finden Sie auf petdoctors unter: Organe & Krankheiten ...

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