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Frankensteins Monster

Der Züchter des Labradoodle bereut diese Kreuzung

 

 

Der australische Züchter Wally Conron kreuzte im Jahr 1969 einen Labrador Retriever mit einem Königspudel und schuf damit den ersten Labradoodle. Heute sagt Conron dazu: „Ich habe die Büchse der Pandora geöffnet und Frankensteins Monster in die Welt gesetzt“.
 

Dabei war anfangs alles gut gemeint. Conron suchte einen Blindenhund für eine stark sehbehinderte Frau, deren Mann allergisch auf Hundehaare reagierte. Der Labrador Retriever wird häufig als Blindenhund eingesetzt und der Großpudel unterliegt nicht dem Fellwechsel. Ideale Ausgangsbedingungen und mit dem Ergebnis war Conron durchaus zufrieden.
 
Nicht allerdings mit der weiteren Entwicklung. Die Kreuzung dieser Rassen ergibt keine neue eigenständige Rasse, sondern einen sogenannten Hybridhund. Im Gegensatz zu den meisten Hybridhunden wurde mit den Kreuzungen weitergezüchtet und versucht, auf dieser Basis eine eigenständige Rasse zu entwickeln. Grund: Der neue Hund kam als „nicht haarend“ und „wenig allergen“ am Markt großartig an. Der Labradoodle wird vom amerikanischen Continental Kennel Club (CKC) anerkannt und in Australien kümmern sich inzwischen zwei Vereine um die Zucht.
 
Was Conron den Züchtern vorwirft? Der Labradoodle habe einen ungesunden Trend an Designer-Hunden losgetreten. Gezüchtet werde, ohne auf gesundheitliche Probleme Rücksicht zu nehmen, ohne irgendwelche Kriterien, kritisiert Conron. Das Konzept Labradoodle mit dem hypoallergenen Fell und dem ausgeglichenen Temperament sei so Stück für Stück kaputt gemacht worden. Er sehe zwar manchmal auch „verdammt gute“ Labradoodles, aber eben nur manchmal. Wortwörtlich: „Ich finde, dass die große Mehrheit der Labradoodles entweder verrückt ist oder eine Erbkrankheit hat“.
 
Was Conron noch stört ist die Tatsache, dass Pudel inzwischen mit einer ganzen Reihe anderer Rassen gekreuzt werden. Daraus entstanden beispielsweise der Schnodle (Schnauzer), der Pekeapoo (Pekinese), oder der Coapoo (American Cocker Spaniel).