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Verband anlegen

Kontaktschicht, Mittelschicht und Fixierung

Hat sich ihr Vierbeiner verletzt, sollte die Wunde vor dem Transport zum Tierarzt vor Schmutz geschützt und Blutungen möglichst gestillt werden. In der Notfallapotheke sollte immer entsprechendes Vebandmaterial vorrätig sein.

Verbände schützen vor Verunreinigung, Kratzen an der Wunde und fördern die Heilung. Da sie von den Vierbeinern als Fremdkörper empfunden werden, versuchen diese, den Verband so schnell wie möglich abzustreifen.


Was bewirkt ein Verband



Die Wunde wird geschützt, durch Kompression werden Ödeme verringert und die Durchblutung gefördert. Der Verband bewirkt eine Druckentlastung bei wundgelegenen Stellen und schützt vor Beißen und Lecken. Körperteile werden gestützt, Wundsekret wird aufgesaugt. Der Verband kann auch als Träger von Medikamenten genutzt werden.



Worauf zu achten ist



Verbände müssen halten, sie dürfen aber nicht so eng sitzen, dass die Durchblutung behindert wird. 
Polsterwatte sollte immer ungefähr 1 cm unter den Binden hervorschauen, um Einschnürungen zu vermeiden. Bei Pfotenverbänden muss auch eine Polsterung zwischen den Zehen erfolgen. Verbände müssen vor Feuchtigkeit geschützt werden.

 
Verbandmaterial

Für das Anlegen von Verbänden werden Watte, Zellstoff, Vlies, Gewebe, Pflaster und Spezialverbandstoffe verwendet.


Wie ist ein Verband aufgebaut


1. Kontaktschicht: Die Kontaktschicht besteht aus nicht fasernden Geweben (Tupfer, Kompressen), die die Wunde direkt abdecken. Das Gewebe ist durchlässig für Luft, saugt Sekret auf, schützt vor Verunreinigungen  und verringert Schmerzen.
Bei Bedarf kann die Kontaktschicht mit Medikamenten (Salben, Lösungen) beschichtet werden.


2. Mittelschicht: Die Mittelschicht sorgt für eine Polsterung des Verbandes. Sie besteht aus Zellstoff oder Polsterwatte. Der Druck wird gleichmäßig verteilt, Sekret wird aufgesaugt. Die Mittelschicht darf nie direkt auf die Wunde gelegt werden, da sie mit dem Gewebe verklebt.


3. Äußere Schicht und Fixierung: Selbsthaftende, elastische Binden verhindern ein Verrutschen des Verbandes. Der Übergang von Polsterwatte zu elastischer Binde muss abgeklebt werden, damit ihr Vierbeiner die Watte nicht herausziehen kann.


Verbandwechsel und Verbandarten


Abhängig von der Art der Wunde wird ein Verband alle 2- 3 Tage gewechselt.

1. Schutzverbände Decken die Wunde ab und schützen vor Verunreinigung und weiteren Verletzungen.


2. Druckverbände: Durch Druck werden verletzte Blutgefäße zusammengedrückt, die Blutung wird gestoppt. Druckverbände werden seltener gewechselt als Schutzverbände.


3. Stützverbände: Durch Schienen werden Knochen und Gelenke ruhiggestellt.


4. Behinderungsverbände: Verhindern eine zu starke Bewegung des betroffenen Körperteils.


Wie wird ein Pfotenverband angelegt


An der Unterseite der Pfote befinden sich Schweißdrüsen, deshalb sollte der Hauptballen gut abgepolstert werden. Legen sie einen Tupfer auf die Wunde und polstern sie die Zwischenzehenräume mit Watte. Wickeln sie Rollwatte bis über das Ellbogen- oder Sprunggelenk. Die Wattebahnen müssen gleichmäßig gelegt werden, um schmerzhafte Druckstellen zu verhindern. Vermeiden sie Faltenbildung.
Mit einer elastischen Binde wird die Rollwatte fixiert. Beginnen sie an der Unterseite der Pfote und wickeln sie gleichmäßig nach oben. Ziehen sie nicht zu stark an der elastischen Binde, damit der Verband nicht einschnürt.
Kleben sie die hervorstehende Watte ab.


Wie wird ein Verband entfernt


Schneiden sie den Verband mit einer speziellen Verbandschere auf und lösen sie vorsichtig die einzelnen Schichten. Kontrollieren sie die Wunde und legen sie bei Bedarf einen neuen Verband an.