Am Verhalten ist meist schwer zu erkennen ob Meerschweinchen krank sind.
(c) Foto: mvdsande auf Pixabay

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9 Anzeichen für eine Erkrankung Ihres Meerschweinchens

Krankheit/Verhalten/Symptome - News am 6. Oktober 2020

  • Meerschweinchen leiden leise
  • Meerschweinchen zeigen möglichst kein auffälliges Verhalten
  • Eine genaue Beobachtung der Meerschweinchen ist notwendig, um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen

Meerschweinchen zeigen die Krankheitssymptome oft nicht deutlich. In der Natur müssen sich wild lebende Meerschweinchen verstecken und dürfen nicht als krank auffallen. Sie werden sonst schnell die Beute ihrer Feinde. Deshalb leiden die meisten Meerschweinchen leise vor sich hin. Kann der Halter die Symptome nicht richtig deuten, versterben die kleinen Tiere ohne Hilfe bekommen zu haben.

1. Woran Sie erkennen, dass Ihr Meerschweinchen krank ist:

  1. Das Meerschweinchen sitzt apathisch in der Ecke
  2. Das Fell ist gesträubt und glanzlos
  3. Das Meerschweinchen sitzt zusammengekauert
  4. Das Meerschweinchen lässt sich ohne Widerstand hochheben
  5. Das Meerschweinchen erscheint nicht, wenn frisches Futter in den Käfig gelegt wird
  6. Äußere Reize werden nicht beachtet
  7. Hautwunden
  8. Verfilztes Fell: das Meerschweinchen putzt sich nicht mehr
  9. Tränende, trübe Augen

2. Mögliche Erkrankungen:

  • Bitte beachten Sie immer: Als Fluchttier ist das Meerschweinchen immer bemüht, sich ruhig und unauffällig zu verhalten. Auch bei starken Schmerzen ist eine Änderung des Verhaltens nur schwer zu erkennen. 
  • Gewicht: Die Flanken sind eingefallen, das Meerschweinchen magert ab. Die Ursache für den Gewichtsverlust können Probleme mit den Zähnen oder dem Magen-Darmtrakt sein.
  • Inappetenz: Wird kein Futter mehr gefressen, ist das ein absolutes Alarmzeichen. Das Meerschweinchen ist schwer krank. Es handelt sich um einen Notfall. Das Tier muss sofort von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden.
  • Fell: sichtbare kahle Stellen deuten auf einen Befall mit Parasiten oder eine Pilzinfektion hin. Ist das Fell am Kinn mit Speichel durchtränkt und nass, können Probleme mit den Zähnen die Ursache sein.
  • Lippenschorf oder Lippengrind
  • Augen: Die Augen sind gerötet und tränen. Das Meerschweinchen reagiert empfindlich auf Licht. Die Nickhaut ist vorgefallen. Um die Augen ist ein roter oder bläulicher Rand sichtbar. Bei neurologischen Erkrankungen sind die Augen häufig verdreht.
  • Tastbare Knoten: Es kann sich um einen Abszess oder Tumor handeln. Ist der gesamte Bauch vergrößert, ist das Meerschweinchen vielleicht aufgebläht. Hier liegt ein absoluter Notfall vor.
  • Nase: Die Nasenöffnungen sind mit Ausfluss oder Eiter verklebt. Im Bereich der Nase fallen die Haare aus. Die Vorderpfoten sind verklebt, da sich das Meerschweinchen immer wieder die Nase putzt. Das Tier niest ständig.
  • Kot und Harn: Bei Durchfall ist die Analregion mit Kot verschmutzt. Das Fell ist verklebt. Das Fressen von weichem Blinddarmkot ist ein normales Verhalten. Ist kein Kotabsatz mehr festzustellen, handelt es sich um einen Notfall. Wenn das Meerschweinchen presst, aber keinen Harn absetzen kann, liegt ebenfalls ein Notfall vor.
  • Knirschen mit den Zähnen: Das Verhalten kann ein Hinweis auf Schmerzen sein.
  • Neurologische Symptome: Der Kopf wird schief gehalten. Krampfanfälle und Lähmungen treten auf. Durch die Störung des Gleichgewichts fällt das Meerschweinchen um. Hier können eine Entzündung des Gehörgangs, Verletzungen oder ein Schlaganfall die Ursache sein. Das Meerschweinchen muss sofort von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden.
  • Ohr: An der Öffnung des Ohrs sind Schuppen und Verklebungen sichtbar. Die Haut ist gerötet. Das Meerschweinchen könnte unter einer Entzündung des Gehörganges oder einem Befall mit Ohrmilben leiden.
  • Zähne: Die Zähne müssen regelmäßig untersucht werden. Achten Sie darauf, dass nur die Schneidezähne gut sichtbar sind. Die Backenzähne liegen weit hinten in der Mundhöhle. Da die Zähne lebenslang wachsen, können immer wieder Zahnprobleme auftreten. Das Meerschweinchen verhungert, obwohl genügend Futter zur Verfügung steht. Achten Sie daher immer auf abgebrochene Zähne, zu lange oder schief wachsende Zähne oder eine unbewegliche Zunge durch eine Zahnbrücke (die Backenzähne sind zu lang. Sie wachsen aufeinander zu und schließen die Zunge ein.)
  • Störungen der Bewegung: Das Meerschweinchen nimmt eine Schonhaltung ein oder humpelt beim Laufen. Bei Knochenbrüchen steht eine Extremität in einem auffallenden Winkel vom Körper ab.
  • Atmung: Atemgeräusche, starke Bewegungen der Flanken beim Atmen oder eine Atmung mit weit geöffnetem Mund sind immer ein Alarmzeichen. Hier kann eine Herz- oder Lungenerkrankung die Ursache sein.

3.Bei Anzeichen einer Erkrankung Ursache sofort abklären:

Suchen Sie möglichst schnell einen Tierarzt auf, um die Ursache abzuklären. Die Symptome könnten schon einige Tage bestehen. Schnelles Handeln ist erforderlich, damit die Erkrankung nicht tödlich verläuft.

Lassen Sie das Meerschweinchen in seiner gewohnten Gruppe. Meerschweinchen sind sehr gesellige Tiere, die enge Sozialkontakte zu Artgenossen benötigen. Verliert das Tier die Kontaktmöglichkeit, kann es aufhören, Nahrung aufzunehmen. Das Meerschweinchen verfällt in eine Depression und gibt sich auf. Es verstirbt schnell.

4. Zusammenfassung

Meerschweinchen sind sehr empfindliche Tiere, die Erkrankungen kaum anzeigen. Es ist daher notwendig, die Tiere täglich zu beobachten und genau auf ihr Verhalten zu achten.