Ernährungstipps: Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster & Co [08|22]

Hochwertiges Heu und frisches Wasser sind die Basis einer artgerechten Fütterung
(c) Photo: Bronisław Dróżka auf Pixabay
Teilen

Ernährung, Gesundheit, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Maus - Update [02|08|22]

  • Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster sind Nagetiere
  • Ihre Nagezähne wachsen ständig: bis zu fünf Millimeter pro Woche
  • Sie unterscheiden sich aber in den Anforderungen an die Ernährung und Haltung
  • Mit Ausnahme von Hamstern, die in der Regel Einzelgänger sind, leben Kaninchen und Meerschweinchen in Gruppen
  • Gemeinsam sollten Kaninchen und Meerschweinchen jedoch nie gehalten werden.

Bei unseren Tieren ist es nicht anders als bei uns Menschen: eine ausgewogene Ernährung trägt wesentlich dazu bei gesund zu bleiben. Auch, wenn Kaninchen und Co. ausnahmslos zu den Nagetieren gehören, unterscheiden sie sich in ihren Nahrungsgewohnheiten.

1. Nahrung, die allen Nagern gut tut:

Vor allem Grün- und Raufutter (Heu) sind strukturreich und müssen von den Nagetieren gründlich zermahlen werden. So erfolgt auch die wichtige Abnutzung der Zähne. Werden die Zähne zu wenig abgenutzt, müssen sie von der Tierärzt:in gekürzt werden. Auch schmerzhafte Zahnbrücken der Backenzähne können bei zu geringem Abrieb entstehen.

Darüber hinaus sollte Frischfutter gereicht werden. Je nach kleinem Hausgenossen stehen unter anderem

  • Karotten
  • Salat
  • frische Kräuter
  • Äpfel
  • Löwenzahn und Gras auf dem Speiseplan. 

Zu viel sollte es aber nicht sein, sonst können Verdauungsprobleme die Folge sein. Bei Frischfutter besser zu Bio-Produkten greifen. Im konventionellem Anbau werden vielfach Dünge- und Spritzmittel verwendet, die zu gesundheitlichen Probleme führen können.

Bei ihren Ansprüchen an Trockenfutter unterscheiden sich Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster. Für jeden Nager gibt es daher spezielle Futtermischungen, die individuell auf die Bedürfnisse abgestimmt sind, um das geliebte Haustier fit und gesund zu halten.

Achtung: Hartes (getrocknetes) Brot ist ungesund. Entgegen weit verbreiteter Meinung sollte es keinesfalls verfüttert werden. Es enthält Getreide und Zusätze wie Backtriebmittel und Salz, die Nager nur schlecht verdauen können.

 

(c) Photo: HutchRock auf Pixabay

2. Artgerechte Ernährung für Kaninchen:

Heu und frisches Wasser sollten immer zur Verfügung stehen. Bei den Fertigfuttermischungen für Kaninchen gibt es bereits eine Vielzahl an Produkten. Die Auswahl ist groß. Orientierung bieten eine Kaufberatung und Futtertests und -vergleiche von unabhängigen Instiuten im Internet.

Bestenfalls ist die Nahrung für Ihr Kaninchen Getreidefrei. In diesem Fall kann sie nahezu unbegrenzt gefüttert werden und verringert die Gefahr auf Fettleibigkeit. Die optimale Futtermischung für Kaninchen sollte folgende Bestandteile (in getrockneter Form) beinhalten:

  • Gräser
  • Samen
  • Kräuter
  • Obst
  • Gemüse

Fertignahrung beinhaltet zwar Vitamine und Mineralien, als Alleinfutter ist es jedoch nicht geeignet. So rät der Deutsche Tierschutzbund zur zusätzlichen Gabe von frischem Futter:

Frischfutter   Die richtige Mischung
Gräser, Blätter, Kräuter   70 Prozent
Gemüse   20 Prozent
Obst   10 Prozent

PetdoctorsTipp: Wenn sich Kaninchen das Fell ausreißen, sprechen Expert:innen oft von einer Verhaltensstörung.  Dafür verantwortlich kann aber auch minderwertiges Futter mit einem zu geringen Fasergehalt oder ein Befall mit Parasiten sein.

MehrWissen: Der kleine Kaninchenmagen kann ausschließlich Nahrung in Richtung Darm transportieren, wenn diese ständig „nachgeschoben“ wird. Das bedeutet, Futter muss rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Gleiches gilt im Übrigen auch für Meerschweinchen. Das ist auch mit ein Grund, warum Heu immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen muss. 

Immer Heu und frisches Wasser, Frischfutter, Kraftfutter als Belohnung
(c) Photo: Babs Müller Pixabay

3. Artgerechte Ernährung für Meerschweinchen:

Das A und O für die Gesunderhaltung Ihres Meerschweinchens ist qualitätsvolles Heu, das angenehm würzig duftet. Auf Staubfreiheit sollte dringend geachtet werden. Sauberes Wasser sollte immer vorhanden sein. Der tägliche Wechsel sollte selbstverständlich sein. (Tipp: Verwenden Sie lieber Wasserschüsseln statt Trinkflaschen. Das Trinken an der Flasche kann die Nagerzähne schädigen.)

Hinzu kommt abwechslungsreiches Frischfutter, darunter:

  • Gras
  • Wiesenpflanzen
  • Obst
  • Gemüse
  • Zweige
  • Küchenkräuter

Erhält ein Meerschweinchen täglich vielfältige Nahrung, kann auf Fertigfutter verzichtet werden. Keinesfalls sollte zu viel Kraftfutter gegeben werden. Am Besten nur als als Belohung. Körner- oder getreidehältiges Pelletfutter hat ein zu hohe Energiedichte. Das führt zu Übergewicht und kann Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus zur Folge haben.

Meerschweinchen brauchen eine ballaststoffreiche und nährstoffarme Nahrung.

PetdoctorsTipps zum Weiterlesen:

  1. Artgerechte Ernährung von Meerschweinchen und die 4 häufigsten Fehler
  2. Das erste Grün ist immer mit Vorsicht zu genießen
  3. Meerschweinchen brauchen kein Kraftfutter!
  4. Päppelbrei bei Verdauungsproblemen
(c) Photo: Kira Hoffmann auf Pixabay

4. Artgerechte Ernährung von Hamstern

Wie alle Nager sollten auch Hamster immer mit genügend Heu und frischem Wasser versorgt sein. Im Gegensatz zu Kaninchen und Meerschweinchen sind sie keine reinen Vegetarier. Zur artgerechten Ernährung dieser possierlichen, kleinen Nagetiere sollte die Fütterung im nachstehenden Verhältnis erfolgen:

Hamsterfutter  Die richtige Mischung
Getreide 50 Prozent
Frischfutter: 40 Prozent
tierisches Eiweiß:

10 Prozent *)

 *) Zwerghamster sollten sogar bis zu 50 Prozent davon erhalten)

Für Hamster ist hochwertiges Fertigfutter als Nahrungsgrundlage empfehlenswert. Es enthält sämtliche wichtigen Inhaltsstoffe. Für die Zwerge unter ihnen sollten speziell für sie konzipierte Mischungen, die beispielsweise auch feine Samen sowie Insekten beinhalten, ausgewählt werden. Mehlwürmer sind als Proteinlieferanten eher wenig geeignet, da sie sehr viel Fett enthalten. 

PetdoctorsTipp: entzündete Backentaschen rechtzeitig erkennen:

Umso wichtiger ist es artgerecht zu füttern. 

 

(c) Photo: sipa auf Pixabay

5. Artgerechte Ernährung von Mäusen:

Eine ausgewogene Ernährung, deren Basis aus

  • Körner-
  • Frisch- und
  • Proteinfutter

bestehen sollte, sorgt für eine lange Lebensdauer der kleinsten Nagetiere. Ersteres darf keinesfalls zu fettreich sein. Als Frischfutter gehören Gemüse und Obst auf den Speiseplan einer Maus. Etwa zwei- bis dreimal wöchentlich bekommt sie proteinreiches Futter, zum Beispiel einen Mehlwurm oder eine Grille. Diese können auch durch Katzenfutter oder einen Hundekuchen ersetzt werden. Getrocknete Kräuter, frische Zweige, Sonnenblumenkerne sowie Rosinen stellen besondere Leckerbissen für Mäuse dar.