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Katzenpocken

Vorsicht: Auf den Menschen übertragbar

Pockenerkrankungen sind bei Menschen und Tieren seit über 3000 Jahren bekannt. In Deutschland traten die ersten Katzenpocken 1989 auf. Die Erkrankung ist auf Menschen, Hunde und Wildtiere übertragbar.

Ursache

Bei Katzenpocken handelt es sich um eine virale Erkrankung, die durch das Kuhpockenvirus (Cowpox Virus), verursacht wird. Als Virusreservoir gelten Nagetiere, die sich bei Wiederkäuern mit dem Pockenvirus angesteckt haben. Die Katzen infizieren sich bei der Jagd auf die Beutetiere und übertragen das Virus anschließend auf den Menschen. Die Viruserkrankung tritt vor allem in dem Monaten September bis Dezember auf.

Symptome

Nach einer Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen sind die ersten Veränderungen der Haut sichtbar. Die Haut ist gerötet, eine kleine Erhebung (Papel) entsteht. Es bilden sich eitrige Bläschen, die austrocknen und unter Krustenbildung abheilen. Fallen die Krusten ab, sind Narben und haarlose Stellen erkennbar. Wird das Virus beim Putzen auf die Mundschleimhaut übertragen, bilden sich auch auf den Schleimhäuten Bläschen. In schweren Fällen treten Fieber und eine Lungenentzündung auf. Bei hochgradigen Veränderungen an den inneren Organen kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Meistens sind die Papeln vor allem am Kopf besser erkennbar. Im Bereich des Körpers werden diese durch das Fell verdeckt. Die Katzen können die Pocken bereits übertragen, wenn noch keine auffälligen Symptome vorhanden sind. Die Dauer der Erkrankung beträgt ungefähr 14 Tage. Die meisten Katzen erholen sich innerhalb weniger Tage, bleiben aber lebenslang Virusträger.

Diagnose

Die Viren werden mit einem Elektronenmikroskop oder durch Anzüchtung in einer Zellkultur und PCR sowie Elisa nachgewiesen. Die Bestimmung von Antikörpern ist nicht immer möglich. Nach dem Tod der Katze können in den Zellen charakteristische Einschlusskörperchen durch eine histologische Untersuchung nachgewiesen werden.

Therapie

Die Behandlung ist palliativ, die auftretenden Symptome werden gemildert. Hautläsionen werden desinfiziert und mit antibiotischen Salben behandelt. Durch Paramunitätsinducer wird das Immunsystem der Katze gestärkt. Die Therapie fördert die Abheilung der Hautstellen. Eine Eliminierung der Viren ist nicht möglich. Gesundes, tiergerechtes Futter stärkt Ihre Katze und macht sie widerstandsfähiger gegen Infektionen.

Bei erkrankten Katzen sollte ein Freigang verhindert werden, damit nicht weitere Tiere infiziert werden. Eine vorbeugende Impfung ist derzeit nicht möglich.

Prognose

Gesunde Tiere überstehen die Virusinfektion ohne Folgenschäden. Bei älteren Katzen oder Tieren mit einem geschwächten Immunsystem kann eine Superinfektion (zusätzliche Infektion mit Bakterien) schwere Schäden der inneren Organe verursachen und tödlich verlaufen.

Wie gefährlich Katzenpocken für den Menschen sind

Die Pockenviren können durch Kontakt von der Katze auf den Menschen übertragen werden. Jede Erkrankung einer Katze an Katzenpocken muss daher verpflichtend der zuständigen Behörde gemeldet werden. Besonders gefährdet sind Menschen, die nur über ein schwaches Immunsystem verfügen, und Kinder, die nie eine Pockenimpfung erhalten haben. Mit der Einstellung der verpflichtenden Pockenimpfung sind wieder vermehrt Fälle von Katzenpocken bei Menschen aufgetreten. Eine Wiedereinführung der Impfung sollte daher diskutiert werden.

Berühren Sie eine erkrankte Katze nur mit Handschuhen. Die Symptome nach einer Ansteckung sind meistens mild, aber unangenehm. Bei immunschwachen Menschen können auch schwere bis tödliche Verlaufsformen auftreten.

Zusammenfassung

Bei Katzenpocken handelt es sich um eine Zoonose. Die Pockenviren werden durch Kontakt auf den Menschen übertragen. Erkrankungen von Katzen müssen dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.