GS-441524 Studie zur FIP Therapie weckt neue Hoffnungen [04|22]

Therapie, FIP, GS-441524, Dr. Katrin Hartmann, Universität München, Studie - Petdoctors [30|04|22]
(c) Photo: Daniel Stuhlpfarrer auf Pixabay
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Therapie, FIP, GS-441524, Dr. Katrin Hartmann, Universität München, Studie - News [30|04|22]

  • FIP muss nicht mehr tödlich sein
  • GS-441524 wird von Tierbesitzern schon lange angewendet
  • Leider ist die Substanz derzeit nicht in Europa zugelassen und daher illegal
  • In speziellen Facebook-Gruppen gibt es zahlreiche positive Erfahrungsberichte
  • Dr. Katrin Hartmann hat an der Medizinischen Kleintierklinik der Universität München eine Studie durchgeführt

1. Zur FIP: Feline infektiöse Peritonitis & Symptome

  • Die FIP wird durch ein Coronavirus ausgelöst
  • Die Krankheit ist eine der häufigsten Todesursachen bei Katzen
  • Das mutierte Virus kann nicht auf andere Katzen übertragen werden
  • Die Mutation des Virus kann Jahre nach der ursprünglichen Infektion stattfinden

Das Coronavirus verursacht chronische Durchfälle und schädigt die Darmschleimhaut. Bei 5 % der mit dem Virus infizierten Katzen mutiert das Virus. Ob eine Mutation auftritt, hängt von Alter der Katze, der Aggressivität des Virus, der Menge an Viren bei der Infektion und dem Immunsystem der Katze ab.

Zu den Symptomen von FIP: 

  • Entzündung der Gefäße
  • Austritt von gelber, zellreicher Flüssigkeit in den Bauchraum
  • Schäden an Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Augen und Nerven
  • Erschwerte Atmung
  • Fieber
  • Durchfall
  • Erbrechen

Katzen sollten bei einem positiven Nachweis von Coronaviren nicht euthanasiert werden, da keine Aussage über die Mutation des Virus möglich ist.

Petdoctors MehrWissen: [FIP: Feline infektiöse Peritonitis]

2. Studie von Dr. Hartmann zu GS-441524:

  • Teilgenommen haben 18 Katzen
  • Die Katzen mussten über 2 Kilogramm schwer sein
  • Weitere Studien mit einer größeren Katzenzahl sind in Arbeit
  • Alle Katzen zeigten bereits schwere Symptome der FIP
  • Katzen mit FIV und FeLV wurden von der Studie ausgeschlossen
  • Dauer der Studie: 1 Jahr
  • Die Katzen mussten die ersten sieben Tage in der Klinik bleiben
  • Danach wurde die Therapie von den Besitzer:innen fortgesetzt
  • Die Überlebensrate betrug 100 %

Zu GS-441524:

GS-441524 ist ein Nukleosid Analog, das in die Zellen eindringt und die Vermehrung und Verbreitung der Viren verhindert. Die Polymerase der Viren wird unterdrückt.
Die Substanz wirkt ebenfalls gegen SARS-CoV und MERS-CoV.

Zur Durchführung:

  1. Während der ersten sieben Tage wurden alle Katzen intensivmedizinisch betreut
  2. Die Überwachung der Therapie erfolgte durch regelmäßige Kontrollen
  3. Die durch die Behandlung aufgetretene Erhöhung der Leberenzymaktivität wurde symptomatisch behandelt

Zum Ergebnis:

  • Bei allen Katzen besserten sich die Symptome. Eine neuerliche Infektion mit Coronaviren ist möglich. Ob diese in der Katze wieder mutieren, muss erst in Studien untersucht werden. 
  • Schwere Nebenwirkungen traten bei der Behandlung nicht auf.
  • Ob die Katzen auf Dauer geheilt sind, muss erst durch die Langzeitstudie bestätigt werden.

 

3. Können Katzen mit FIP zukünftig mit GS-441524 behandelt werden?

  1. Das Medikament besitzt derzeit keine Zulassung.
  2. Es ist auch nicht absehbar, wann eine Zulassung in Europa erfolgen wird und ob überhaupt. 
  3. Derzeit wird GS-441524 von den Tierhalter:innen besorgt.
  4. Die Therapie mit GS-441524 ist zwar wirksam, aber illegal.