Bakterielle Mageninfektion durch Heliobacter bei Katzen [09|21]

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(c) Photo: K L auf Pixabay

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Mageninfektion, Heliobacter, Bakterien, Zoonose - News [17|09|21]

  • Heliobacter sind Bakterien mit einer besonderen Strategie für das Überleben
  • Eine chronische Magenentzündung  durch Heliobacter muss immer behandelt werden
  • Da es sich um eine Zoonose handelt,
  • durch die Schädigung der Magenschleimhaut ein Magengeschwür entstehen kann,
  • das Magengeschwür durchbrechen und zum Tod der Katze führen kann und 
  • sich häufig bei unbehandelten Infektionen auch ein Magentumor bildet.

Bei einer frühen Diagnose und Therapie einer bakterielle Mageninfektion durch Heliobacter bestehen gute Heilungschancen. Erfolgt keine Therapie bildet sich durch die Schädigung der Magenschleimhaut ein Magengeschwür, das durchbrechen und damit zum Tod der Katze führen kann. Darüber hinaus besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für das Entstehen eines Magentumors.

1. Über das Heliobacter Bakterium:

  • Bei Katzen werden vor allem Heliobacter felis, Heliobacter pylori und Heliobacter heilmannii nachgewiesen
  • Einige Heliobacter-Arten leben bevorzugt in der Magenschleimhaut und  andere im Darm
  • Bei einer Infektion mit Heliobacter handelt sich um eine Zoonose, die durch engen Kontakt von Katzen auf Menschen und umgekehrt übertragen werden kann
  • Heliobacter ist auch Bestandteil der normalen Bakterienflora der Magenschleimhaut.
  • Ist das Immunsystem geschwächt kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung.

2. Wie eine Mageninfektion durch Heliobacter erfolgt:

2.1 Heliobacter pylori:

  1. Das spiralförmige Bakterium besiedelt die Magenschleimhaut.
  2. Es bildet das Enzym Urease und kann Harnstoff in Ammoniak und Kohelndioxid aufspalten.
  3. In der Umgebung der Bakterien wird durch das Enzym die Magensäure neutralisiert.
  4. Die Bakterien können in tiefere, weniger saure Wandschichten des Magens eindringen.
  5. Mit der Hilfe von Proteasen heften sich Heliobacter fest an die Schleimhaut an und bilden dort die Enzyme Oxidase und Katalase.
  6. Durch diese Enzyme sind die Abwehrzellen des Immunsystems nicht mehr in der Lage, die Bakterien zu erkennen und zu vernichten.
  7. Hat sich das Bakterium an der Oberfläche der Zellen angeheftet, kann es sich gut vermehren. Das Gewebe der Magenschleimhaut wird geschädigt. 

Bei einer frühen Diagnose und Therapie bestehen gute Heilungschancen. Erfolgt keine Therapie bildet sich durch die Schädigung der Magenschleimhaut ein Magengeschwür, das durchbrechen und zum Tod der Katze führen kann. Häufig bildet sich ein Magentumor.

2.2 Heliobacter felis und heilmannii:

  1. Auch diese schraubenförmigen Bakterien sind durch mehrere Geißeln gut beweglich.
  2. Sie reagieren Urease-positiv und bilden ebenfalls Oxidase und Katalase, um sich vor den Phagozyten, den Fresszellen, zu schützen.
  3. Allerdings schädigt nur Heliobacter felis die Magenwand.
  4. Infektionen mit Heliobacter heilmannii verlaufen ohne Gewebeschädigung und Symptome.

3. Übertragung der Bakterien auf Katzen:

  • Futter
  • Kot
  • Belecken
  • Kontakt mit Erbrochenem
  • Fliegen: Heliobacter konnte bei Fliegen im Darmtrakt und auf der Körperoberfläche nachgewiesen werden
  • Kontakt mit infizierten Menschen

4. Symptome einer Heliobacter Infektion:

  1. Übelkeit
  2. Erbrechen
  3. Magengeschwüre

5. Diagnose:

  • Urease-Schnelltest
  • Magenspiegelung
  • Biopsie der Magenschleimhaut
  • Immunhistologie: Identifizierung der Antigene mithilfe von Antikörpern
  • Abklatschzytologie von Abstrichen der Magenwand
  • Bakteriologische Untersuchung
  • PCR Test: direkter Nachweis von Heliobacter. Für den PCR Test kann auch Erbrochenes verwendet werden.

6. Therapie:

  • Protonenpumpenhemmer
  • Mehrere Antibiotika: Amoxicillin, Metronidazol
  • Wismutsubsalicylat
  • Heilerde ins Futter geben

Werden Protonenpumpenhemmer über einen längeren Zeitraum verwendet, kann die Katze weniger knochenwirksame Mikronährstoffe wie Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure, Magnesium, Kalzium und Phosphor aufnehmen. Die Darmflora wird geschädigt. Ungesunde Bakterien können sich besser vermehren. Das Risiko für die Entstehung einer Allergie und einer exokrinen Pankreasinsuffizienz steigt an.

Erfolgt keine Therapie bildet sich durch die Schädigung der Magenschleimhaut ein Magengeschwür, das durchbrechen und zum Tod der Katze führen kann. Häufig bildet sich ein Magentumor.

 

8. Mehrwissen auf Petdoctors:  warum katzen erbrechen: 

Erbrechen erfüllt für die Katze eine wichtige Schutzfunktion. Der Stubentiger besitzt im Gehirn ein besonders empfindliches Brechzentrum. Schadstoffe oder Krankheitserreger können durch diesen Schutzmechanismus schnell aus dem Körper ausgeschieden werden. Erbrechen tritt aber auch als Begleitsymptom von Erkrankungen auf. Vor allem wenn das Erbrochene dunkel gefärbt ist oder einen kotartigen Geruch verbreitet, sollte immer eine Tierärztin oder ein Tierarzt aufgesucht werden.