Vorsicht! Ein kleiner Stich kann tödlich sein. [05|21]

Hund, Notfall, Vorsorge, Allergie, Bienen- und Wespenstich
(c) Photo: Flensshot auf Pixabay
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Notfall, Vorsorge, Allergie, Insektenstich - News [21|05|21]

  • Allergien auf Bienen- und Wespengift sind bei Hunden besonders häufig
  • Ein Insektenstich kann auch bei Vierbeinern einen allergischen Schock auslösen
  • Bei Stichen im Mundraum schwellen die Schleimhäute an 
  • Besonders häufig betroffen sind: Boxer, Rhodesian Ridgeback, Beagle, Viszla ,Jack Russell Terrier und Hunde, die von einer Atopie betroffen sind
  • Durch Training kann der Hund davon abgehalten werden, nach Insekten zu schnappen

Im Sommer ist der Luftraum wieder voll belebt. Auch Bienen, Wespen und Hornissen schwirren lebhaft herum. Nicht selten kommt es vor, dass sie unsere Hunde umschwirren, die genervt nach ihnen schnappen. Wespen lassen sich manchmal auch auf dem gefüllten Futternapf oder Wasserschüssel nieder, um sich ihren Teil zu holen. So kann es passieren, dass die Wespe in den Mund des Hundes gelangt. Natürlich ist das für den Vierbeiner gefährlich. Für Allergiker kann das sogar tödlich sein.

1. Warum  Hunde nach Wespen und Bienen schnappen:

Wer weiß schon, was ein Hund wirklich denkt. Vielleicht hat er es einfach satt, dass das schwirrende Ding ihm die Ohren vollsummt. Oder er ist von den schnellen Bewegungen so fasziniert, dass sein Jagdinstinkt erwacht und er die Wespe als Beute betrachtet. Bei einigen Hunden löst das von den Insekten erzeugte Summen regelrechte Panikattacken aus. Sie laufen weg oder beginnen, wild um sich zu schnappen und erwischen durch Zufall die Wespe.

2. Besonders häufig von einer Insektenstich-Allergie betroffen sind:

  • Reinrassige Hunde 
  • Hunde, die von einer Atopie betroffen 
  • Boxer
  • Beagle 
  • Rhodesian Ridgeback
  • Jack Russell Terrier
  • Viszla

3. Symptome: von der Schwellung bis zum allergischen Schock:

  1. Lokale Schwellung an der Stichstelle
  2. Schwellung der Haut und Pusteln am ganzen Körper
  3. Speicheln
  4. Erbrechen
  5. Durchfall
  6. Weiße Schleimhäute
  7. Kreislaufkollaps durch den Schock
  8. Atemnot

Anders als bei Menschen treten bei Hunden Störungen der Atmung nur nach Stichen im Mund- und Rachenbereich auf. Bei Hunden ist vorrangig der Magen-Darmtrakt betroffen.

4. Diagnose von Risiko-Patienten:

  1. Vorgeschichte/Allergiker
  2. Blutuntersuchung
  3. Harnuntersuchung

5. Behandlung:

  1. Entfernen des Hundes aus dem Gebiet, in dem er gestochen wurde
  2. Entfernung des Stachels
  3. Kühlung der Schwellung

Treten allergische Symptome (Siehe Punkt 3) auf, muss immer sofort eine Tierärzt*in aufgesucht werden. Es handelt sich um einen NOTFALL, der tödlich enden kann.

  • Infusionen
  • Antihistaminika
  • Entzündungshemmer
  • Magenschutz
  • Adrenalin

Adrenalin-Autoinjektoren sind nur für Hunde über 15 Kilogramm Körpergewicht geeignet. Lassen Sie sich die Anwendung immer vorher von einem Tierarzt genau erklären.

Empfohlene Dosierung:

  1. 15 bis 30 Kilogramm Körpergewicht: 0,15 mg Adrenalin
  2. Über 30 Kilogramm Körpergewicht: 0,30 mg Adrenalin
  3. Bei Hunden unter 15 Kilogramm Körpergewicht ist eine exakte Dosierung nicht möglich. Die Auto-Injektoren dürfen bei diesen Hunden nicht angewendet werden.

Sind bereits einmal schwere allergische Symptome nach einem Insektenstich bei Ihrem Hund aufgetreten, kann eine Hyposensibilisierung durch den Tierarzt durchgeführt werden.

6. Vorbeugung ein "Anti-Wespentrainig":

Durch Training können Sie Ihren Hund davon abhalten, nach einer Wespe oder einer Biene zu schnappen:

  • Trainieren Sie mit Ihrem Hund, dass er, sobald eine Wespe oder Biene direkt in seiner Nähe auftaucht, zu Ihnen kommt.
  • Hält er zu den Insekten Distanz, wird er nicht so schnell gestochen werden.
  • Üben Sie regelmäßig mit Ihrem Hund, (positive Verstärkung, Klicker-Training) ein Abbruchsignal, wenn sie sehen, dass er nach einem Fluginsekt schnappt.
  • So ist es auch möglich Ihren Hund jederzeit aus gefährlichen Situationen abzurufen. (Er befindet sich in der Nähe eines Wespen- oder Hornissennestes etc.)
  • TIPP: lassen Sie sich beim Übungsaufbau eines "Anti-Wespentrainings" von einer Hundertainer*in coachen. Das ist effizent und erspart Ihnen und Ihrem Hund Frustrationserlebnisse.

Behalten Sie Ihren Hund auf einem Spaziergang oder im Garten immer im Auge. Nur so können Sie rechtzeitg einschreiten bevor etwas passiert.