Hund läuft mit Hilfe eines Rollstuhls

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Teil 1: Lähmungen bei Hunden

Hund/Krankheit/Lähmung - update 30/03/20

  • Bei einer Lähmung ist die Funktion eines Körperteils gestört.
  • Es können innere Organe,
  • Muskelgruppen oder einzelne Muskeln betroffen sein.
  • Ein gelähmter Hund lebt genau so gerne wie ein gesunder Hund.
  • Er hat nur besondere Bedürfnisse betreffend die Pflege.
  • Werden die Anforderungen durch den Halter erfüllt, hat der Hund mit seiner Behinderung kein Problem. (www.behinderter-hund.at)

 

1.  In welchen Formen eine Lähmung auftreten kann:

1.1 Parese:

Die Lähmung ist unvollständig. Bei zentralen Ursachen tritt eine spastische, bei peripheren Ursachen eine schlaffe Lähmung auf. 

    • Monoparese: eine Extremität ist unvollständig gelähmt
    • Diparese: 2 Extremitäten sind von der Lähmung betroffen
    • Paraparese: die Vorder- oder Hinterbeine sind gelähmt
    • Hemiparese: die unvollständige Lähmung tritt halbseitig auf
    • Tetraparese: alle 4 Extremitäten sind unvollständig gelähmt

1.2 Paralyse:

In der betroffenen Körperregion tritt eine vollständige Lähmung auf.

    • Plegie: ein Skelettmuskel ist gelähmt
    • Monoplegie: eine Extremität ist vollständig gelähmt
    • Paraplegie: beide Vorder- oder Hinterbeine sind von der Lähmung betroffen
    • Hemiplegie: eine vollständige halbseitige Lähmung ist sichtbar
    • Tetraplegie: alle 4 Extremitäten sind vollständig gelähmt

1.3 Ataxie:

Bei Ataxien ist die Koordination der Bewegungen gestört. Eine Bewegungsstörung muss nicht mit Lähmungen in Verbindung stehen.

2.  Ursachen von Lähmungen

  1. Nervenschädigung durch ein Trauma
  2. Bandscheibenvorfall
  3. Vergiftungen
  4. Virale und bakterielle Infektionen
  5. Durchblutungsstörungen
  6. Tumore
  7. angeboren

3.  Symptome

Der Ablauf der Bewegungen ist gestört. Sind innere Organe betroffen können Störungen des Harn- und Kotabsatzes auftreten. Lähmungen der Darmmuskulatur führen zu Verstopfungen und Darmverschluss. Bei einer Zwerchfelllähmung ist die Atmung erschwert. Eine vollständige Lähmung der Atemmuskulatur führt zum Tod durch Ersticken.

4.  Diagnose

Nach einer allgemeinen Untersuchung wird ein neurologischer Untersuchungsgang durchgeführt. Haltungs- und Stellreflexe, sowie die Empfindlichkeit auf Schmerzen werden getestet. Zusätzlich werden Röntgen-, CT- und MRT- Untersuchungen durchgeführt. Die Leitgeschwindigkeit der Nerven kann mit einem NLG und EMG (Elektromyogramm) gemessen werden.

5.  Therapie

Die Behandlung erfolgt abhängig von der Ursache. Ist der Rückenmarkskanal eingeengt (Bandscheibenvorfall, Cauda equina), muss ein operativer Eingriff erfolgen. Schmerzmittel, Kortisonpräparate und Antibiotika ergänzen die Therapie. Vitamin B- Komplexe unterstützen die Regeneration der Nerven. Physiotherapie unterstützt die Funktion der Muskulatur. Das Gewebe wird besser durchblutet. Osteopathische Behandlungen beseitigen Blockaden.

6.  Prognose

Nervengewebe heilt nur sehr langsam. Die Heilung kann mit Stammzellen-Therapien unterstützt werden. Bei leichten Verletzungen der Nerven ist die Prognose günstig. Liegen schwere Schäden vor, kann die Lähmung bestehen bleiben.

 

Weiterführende Informationen: 

Der richtige, maßgeschneiderte Rollstuhl, Rollitraining und Tipps für ein glückliches Zusammenleben

 

(c) FOTO: Nicole Weiss