Können Tiere schwitzen? Wie Hund Katze & Co ihre Körpertemperatur regeln.

Abhängig von der Tierart, stehen verschiedene Regulationsmechanismen zur Verfügung.
(c) Photo: Gerhard Gellinger auf Pixabay
Teilen

Schwitzen, Körpertemperatur, Hund, Katze, Kleintier - Update:

  • Menschen schwitzen, wenn es ihnen zu heiß wird. Ob vor Anstregung oder aconto steigender Außentemperaturen. 
  • Aber wie sieht es mit Hund, Katze, Nager und Vogel aus?
  • Wie regulieren unsere Tiere Ihre Körpertemperatur?
  • Abhängig von der Tierart, stehen verschiedene Regulationsmechanismen zur Verfügung, die in der Lage sind, die Körpertemperatur bis auf 0,1°Celsius konstant zu halten.

1. Hunde:

Hunde besitzen nur an den Ballen der Pfoten Schweißdrüsen. Diese verwenden sie aber nicht zur Senkung ihrer Körpertemperatur, sondern um Markierungen für Artgenossen zu hinterlassen.

Sie senken ihre innere Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln. Der Mund wird weit geöffnet und die Zunge herausgestreckt. Die Atmung ist beschleunigt. Durch die Verdunstung des Speichels an der Zungenoberfläche entsteht ein Kühleffekt. Auch die Nasenschleimhaut trägt zur Abkühlung des Körpers bei. Flüssigkeit verdunstet über die Schleimhaut, es entsteht ein kühlender Effekt.

2. Katzen:

Katzen können ebenfalls kaum schwitzen. Sie suchen instinktiv bei hohen Temperaturen schattige, kühle Plätze auf. Bei besonders hohen Temperaturen Hecheln auch Katzen. Ein Grund für Hecheln kann aber auch große Erregung sein. Wie bei Hunden verdunstet duch das Hecheln Wasser auf der Zunge und im Rachen. Die Körpertemperatur sinkt. Wird das Fell durch Belecken befeuchtet, tritt ebenfalls durch Verdunstung von Flüssigkeit ein Kühleffekt ein. Katzen verfügen zwischenden Zehen und Sohlenballen über Schweißdrüsen. Diese werden aber nicht zur Kühlung sondern zum Markieren eingesetzt. 

3. Kaninchen:

Grundsätzlich  halten Kaninchen ihre innere Körpertemperatur vor allem über die Energie, die sie mit dem Futter zu sich nehmen, aufrecht.

  • Steigt die Umgebungstemperatur stark an, sind die Kaninchen nicht mehr in der Lage, genügend Wärme über die Haut abzugeben. 
  • Steigen die Umgebungstemperaturen über 25°Celsius, reicht die Wärmeabgabe über Ohren und schnellere Atmung nicht mehr aus.
  • Zusätzlich reduzieren die Tiere ab diesen Temperaturen die Flüssigkeitsaufnahme.
  • In der freien Natur ziehen sie sich in kühle Kaninchenbauten zurück. Bei Käfighaltung muss für Kühlung gesorgt werden.

4. Meerschweinchen:

Meerschweinchen sind bereits direkt nach der Geburt in der Lage, ihre innere Körpertemperatur zu kontrollieren.

  • Die Tiere sind nicht in der Lage zu schwitzen und kühlen ihren Körper bei hohen Außentemperaturen durch Hecheln.
  • Bereits ab einer Temperatur von 25°Celsius tritt ein Hitzestress auf, der den Körper der Tiere extrem belastet und zum Tod durch Hitzschlag führen kann.
  • Kleine Nager sind hauptsächlich Höhlenbewohner. Sie sind kaum in der Lage, hohe Umgebungstemperaturen durch aktive Kühlung des Körpers auszugleichen Bereits Temperaturen über 25°Celsius können tödlich sein. 
  • Da die Tiere keine Schweißdrüsen besitzen, befeuchten sie ihr Fell mit Speichel. Die Verdunstung der Flüssigkeit kühlt den Körper etwas ab.
  • Durch diesen Vorgang verlieren die Tiere viel Flüssigkeit. Sie trocknen schnell aus.

5. Vögel:

Vögel können nicht schwitzen, sie beschränken bei hohen Umgebungstemperaturen ihre Bewegungen so weit wie möglich.

  • Je weniger sich Vögel bewegen, umso weniger Wärme wird durch den Energieverbrauch erzeugt.
  • Die überschüssige Wärme kann nur über Hautstellen, an denen sich keine Federn befinden, abgegeben werden (Kopf, Ständer)
  • Die Abkühlung erfolgt vor allem von außen durch Aufenthalte in schattigen Plätzen, Baden in Wasser und das Nutzen kühler Luftströme.
  • Durch Kehlsackhecheln, der Schnabel ist weit geöffnet, wird die Hautoberfläche vergrößert.
  • Über die schnellere Atmung kann mehr Flüssigkeit verdunstet werden.

Bei steigenden Temperaturen besonders gefährdet sind:

Einige Tiere sind bei hohen Temperaturen besonders Hitzschlag gefährdet:

  1. Bei Hunden sind vor allem brachycephale Rassen, wie Mops, Französische Bulldogge, Kavalier King Charles Spaniel, Pekinese, stärker gefährdet. Auch Retriever und Malinois neigen mehr dszu als andere Rassen, bei hohen Umgebungstemperaturen einen Hitzschlag zu erleiden.
  2. Kleine Nager sind jedenfalls stark gefährdet, da ihre Organe schnell durch Austrocknung geschädigt werden.
  3. Vögel brauchen an heißen Tagen schattige Plätze. Können sie sich nicht  zurückziehen, wird der Körper rasch zu wenig mit Sauerstoff versorgt. Der Tod tritt innerhalb von Minuten durch Herzversagen ein.