Teilen, verschicken oder drucken Sie diesen Artikel

Über die Verantwortung des Züchters

Australian Shepherd-Expertin Gabi Glaser im Gespräch

 
Guten Züchtern geht es um das Wohl seiner eigenen Hunde, der Welpen und darum, dass Mensch und Hund zusammenpassen. So sollen bestmögliche Voraussetzungen für ein harmonisches Miteinander geschaffen werden.


 
Seriöse Züchter haben auf ihrer Prioritätenlisten immer die Gesundheit der Zuchthunde an oberster Stelle, sagt Gabi Glaser im Gespräch mit petdoctors.at  Sie sorgen für eine altersentsprechende Sozialisation und Habituation ihrer Welpen und sind Ansprechpartner auch nach der Übergabe der Welpen. Sie sind erste Anlaufstelle wenn es zu Problemen kommt und nehmen den Welpen im Fall der Fälle auch wieder zurück.
 
Glaser muss wissen, wovon sie spricht. Sie ist Tiertrainerin, arbeitet in der tiergestützen Therapie, trainierte jahrelang Suchhunde, war einschlägig für das Rote Kreuz tätig und hat über viele Jahre Australian Shepherds gezüchtet. Die ganze Liste ihrer Arbeit rund um Zucht und Training, die Ausbildungen und die Publikationen findet man unter www.lovelyworkaholics.at   und unter www.special-animals.at.
 
Letztlich ist es natürlich Vertrauenssache, weil man in niemanden hineinschauen kann, sagt Glaser. Aber etliche wichtige Punkte kann man in möglichst ausführlichen Gesprächen so klären, dass es zu keinen bösen Überraschungen kommt. „Ich frage Interessenten zuerst immer, was sie denn über den Australian Shepherd wissen und wie sie die Bedürfnisse dieser anspruchsvollen Hunde in ihren Alltag integrieren können“, beginnt Glaser. „Wieviele Menschen sind in das Projekt Hund eingebunden.  Sind die Interessenten bereit, genügend Freizeit in den Hund zu investieren?“ Ein Welpe kann sehr schnell zur Überforderung werden, wenn ausreichende Informationen fehlen.
 
Auch die finanziellen Anforderungen nach der Anschaffung müssen angesprochen werden, die Anschaffungskosten eines Welpen machen nur einen Bruchteil aus. Langfristig kommt da schon einiges zusammen für Futter, Ausstattung des Hundes, Tierarzt, Steuer, Hundeschule und vieles mehr.
 

Welche Fragen man stellen sollte

 

Umgekehrt sollten die Interessenten Fragen stellen, nach dem Wesen der Elterntiere, der gesundheitlichen Eignung oder Erbkrankheiten.  Hat der Züchter Wissen über artgerechte Sozialisation und Habituation und setzt er diese auch um. Leider suchen allzu viele Menschen Hunde einfach nach Fotos, der Fellfarbe und Augenfarbe aus. Die typische Anfrage während ihrer züchterischen Tätigkeit: blue-merle Welpen, also marmoriertes Schwarz mit grauer Grundfarbe, und blaue Augen.  Diese Interessenten habe sie sofort von ihrer Liste gestrichen, denn diese Auswahlkriterien gehen völlig am Allroundtalent „Aussie“ vorbei, erzählt Glaser.
 
Groß oder klein, sage wenig über die Qualität der Züchter aus. Man müsse halt schauen, wie es den Tieren beim Züchter geht und wie dieser mit ihnen umgeht. Die Nachzucht eines Züchters kann auch sehr viel über die Qualität aussagen.
 
Wirkliche Massenbetriebe kennt Glaser in Österreich nicht und dem Zukauf von Welpen aus solchen ausländischen Zuchtstationen habe der Kynologenverband mit einem verpflichtenden DAN-Test einen Riegel vorgeschoben.

 

PS: Das Bild auf dem Foto entstand während eines Workshopd Glasers mit Australian Sheperds: Es darf geraten werden, wer es gemalt hat.