Schmerzhafte Ballenerkrankung: Sohlengeschwür beim Meerschweinchen [11|21]

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(c) Photo: Pezibaer auf Pixabay

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Krankheit, Sohlengeschwür, Pododermatitis, Ballenentzündung, Hautveränderungen, Fehlbelastung, Prophylaxe, Behandlung – News [15|11|21]

  • Rötungen der Zehenballen können Zeichen einer Ballenentzündung (Pododermatitis) sein
  • Unter bestimmten Umständen kann es zu einer fehlerhaften Druckbelastung kommen
  • Regelmäßige Kontrolle der Fußballen hilft, die Krankheit frühzeitig zu erkennen
  • Die Behandlung ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung

Häufig kommt es bei Meerschweinchen zu schmerzhaften Entzündungen der Fußballen. Diese können verschiedene Ursachen haben. und je nach Schweregrad weist Pododermatitis unterschiedliches Erscheinungsbild auf.

Der Ursache unbedingt auf den Grund gehen: Neben der medizinischen Behandlung der Entzündung ist es wichtig, den Grund der Krankheitsentstehung zu finden und zu beheben.

1. Krankheitsbild & Symptome von Pododermatitis:

  • Hautveränderungen an den Ballen
  • Hautrötungen, akute oder chronische Entzündungen
  • Herdförmige Defekte der Haut bis in die Lederhaut oder tiefer
  • Bildung von Abszessen (abgekapselten Eiteransammlungen)

Am Anfang der Erkrankung wird diese meist nicht entdeckt. Mit Ausbreitung der Infektion wird die Behandlung immer aufwändiger.

Kontrolle ist wichtig: Deshalb sollten die Füße der Meerschweinchen regelmäßig kontrolliert werden, um eine Infektion so früh wie möglich zu erkennen und behandeln zu können.

2. Sohlengeschwüre können viele Ursachen haben:

  1. Zu lange Krallen und Fehlstellungen der Zehen
  2. Übergewicht und Trächtigkeit
  3. Ballenverletzungen und andere Erkrankungen der Gliedmaße, wie beispielsweise Knochenbrüche und Gelenkerkrankungen 
  4. Zu wenig Bewegung:z.B. durch Haltung in zu kleinen Käfigen oder Einzelhaltung [Mehrwissen zur Haltung von Meerschweinchen]
  5. Rutschige Untergründe, nasses sowie ungeeignetes Einstreu aber auch zu wenig Streu

All die genannten Punkte können zu einer erhöhten Druckbelastung der Ballen und/oder zu Fehlbelastungen führen. Eine nicht optimale Belastung kann die Haut schädigen und sich auf tiefer liegende Strukturen wie Knochen und Sehnen negativ auswirken. Dadurch haben Krankheitserreger die Möglichkeit einzudringen. Weibliche Tiere mit einem Gewicht von über 1000 Gramm sind statistisch gesehen am häufigsten betroffen. Eine erhöhte Anfälligkeit von bestimmten Rassen ist nicht bekannt.

3. Diagnose von Sohlengeschwüren:

  • Diagnose ist meist durch das ausgeprägte Erscheinungsbild möglich
  • Röntgendiagnostik: Untersuchung auf Gelenkserkrankungen und bereits erlittene Schäden von Sehen und Knochen
  • Bakteriologische Untersuchung: Prüfung auf aerobe und anaerobe Bakterien sowie Erstellung eines Antibiogramms, um mögliche Antibiotikaresistenzen zu bestimmen
  • Am häufigsten beteiligt sind die Erreger Staphylococcus spp., Streptococcus spp. und seltener auch auch Corynebacterium pyogenes

Die bakteriologische Untersuchung ist besonders vor einer Behandlung mit Antibiotika wichtig.

4. Behandlung je nach Schwergrad der Erkrankung:

  • Entzündungs- und schmerzhemmende Mittel
  • Antibiotika nach Durchführung eines Antibiogramms
  • Wundbehandlung mit Salben und medizinischem Honig in Kombination mit Verbänden
  • Chirurgische Eingriffe bei besonders ausgeprägten Sohlengeschwüren
  • Lasertherapie und Akupunktur können die Wundheilung unterstützen
  • Schaffung optimaler Haltungsbedingungen durch genügend Einstreu, das stets sauber und trocken gehalten wird

Je früher die Ballenentzündung behandelt wird, desto kürzer ist in der Regel die Therapiedauer. Hier wird erneut auf eine regelmäßige Kontrolle der Ballen hingewiesen.

5. Fazit:

Ballenentzündungen sind bei Meerschweinchen keine Seltenheit. Die Erkrankung äußert sich mit geröteten Fußballen und gegebenenfalls Eiteransammlungen. Ursachen können verschiedenste Faktoren sein, die zu einer fehlerhaften oder erhöhten Belastung der Ballen führen. Dauer sowie Art der Behandlung sind vor allem vom Schweregrad der Pododermatitis abhängig. Hierbei muss besonders auf eine strenge Hygiene im Rahmen der Therapiedauer geachtet werden.