Katzen lieben Katzenminze, aber warum ist das so? [06|22]

Verhalten, Katzenminze, Mücken, Iridoide, Universität Nagoya, Gelbfiebermücken, Malariamücken, Drosophila-Fliegen, Ameisen - Petdoctors [16|06|22]
(c) Photo: CatCrazy auf Pixabay
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Verhalten, Katzenminze, Mücken, Iridoide, Universität Nagoya, Gelbfiebermücken, Malariamücken, Drosophila-Fliegen, Ameisen - News [16|06|22]

  • Katzenminze wirkt berauschend auf Katzen.
  • Sie wirkt aber auch abschreckend auf Gelbfiebermücken, Malariamücken, Drosophila-Fliegen, Ameisen und andere Mückenarten
  • Beim Zerkauen und Zerfetzen der Blätter werden sogenannte Iridoide freigesetzt.
  • Diese aktivieren bei den Mücken den Schmerzrezeptor TRPA1 
  • Daher halten die Iridoide der Katzenminze Mücken zuverlässig fern.

1. Wie Katzen auf Katzenminze reagieren:

Auf die meisten Katzen wirkt die Pflanze unwiderstehlich. Sie kauen an den Blättern, zerfetzen sie und wälzen sich darin. Neben der berauschenden Wirkung hat die Pflanze aber noch eine andere praktische Wirkung. Die Iridoide verteilen sich über das Fell des Stubentigers und schützen die Katze vor lästigen Mücken und anderen Insekten.

2. Wie sich die Inhaltsstoffe von Katzenminze auf das Verhalten auswirken:

Miyazaki, Universität Nagoya, hat mit seinem Team die Auswirkungen der Pflanze auf das des Verhalten von Katzen wissenschaftlich untersucht. Die Reaktion der Katzen auf Katzenminze wird durch die einzigartige Mischung von Iridoiden in der Pflanze intensiviert. Das Verhalten der Katzen ist instinktiv. Die Iridoide bewirken eine olfaktorische Reizung:

  • Das Zerreißen und Zerkauen der Blätter setzt größere Mengen an Iridoiden frei. Dazu zählt auch der Wirkstoff Nepetalacton
  • Ursprünglich sind in der Katzenminze 90 % Nepetalacton enthalten
  • In beschädigten Blättern sind nur mehr 45 % Nepetalacton enthalten.
  • Der Anteil der anderen Iridoide ist im Vergleich dazu stark erhöht.
  • Das regt die Katzen dazu an, die Blätter in noch kleinere Stücke zu zerteilen.
  • In weiteren Studien soll untersucht werden, welches Gen bei Katzen für die Wirkung der Iridoide verantwortlich ist.

3. Wie Katzenminze auf Mücken wirkt:

Marco Gallio, Northwestern University Evanston, und Marcus Stensmyr, Lund University, untersuchten die Wirkung der Iridoide auf Mücke:

  1. In den Blättern der Katzenminze sind Nepetalacton und andere Iridoide enthalten.
  2. Ursprünglich benötigte die Pflanze die sekundären Pflanzenstoffe, um Schadinsekten abzuwehren.
  3. Nepetalacton aktiviert bei den Mücken den Reizstoffrezeptor TRPA1.
  4. Die Mücken empfinden durch die Aktivierung des Membranproteins auf den sensorischen Nervenzellen Schmerzen. 

Der TRPA1 Rezeptor wurde außer bei Katzen auch bei anderen Tieren und Menschen nachgewiesen. Bei Menschen reagiert er auf scharfe Gewürze wie Wasabi. Nepetalacton löst bei Menschen keine Reaktion aus. 

Die Verhaltensexperimente bestätigten, dass Mücken kein Blut saugen, wenn die Haut mit Nepetalacton eingerieben wird. Auch Fliegen vermeiden es, an diesen Stellen Eier abzulegen. Ausgenommen davon waren genetisch veränderte Fliegen und Mücken, die nicht mehr über TRPA1 Rezeptoren verfügen.

Petdoctors MehrWissen; Diethyltoluamid ist ein chemischer Ersatz für Nepetalacton.
Diethyltoluamid wirkt auf die Geschmacks- und Geruchsrezeptoren der Insekten. Da das natürliche Nepetalacton billiger produziert werden kann, ist es besser für die Bekämpfung von Mücken in Entwicklungsländern geeignet. Das Iridoid besitzt außerdem eine zehn Mal stärkere Wirkung als Diethyltoluamid.

4. PetdoctorsTipp: wie Katzenminze gegen Mücken eingesetzt werden kann:

  • Frische Blätter enthalten alle ätherischen Öle
  • Die Katzenminze wird auf das Fensterbrett gestellt, oder im Garten angepflanzt
  • Die frischen Blätter über die Haut reiben
  • Blätter mit Wasser aufbrühen, 20 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abkühlen abfüllen und den Spray auf die Haut auftragen.