Wenn der Zahnwechsel der Katze Probleme macht. [07|21]

Die Katze hat 26 Milchzähne und nach dem Zahnwechsel 30 bleibende Zähne
(c) Photo: Aleš Háva auf Pixabay

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Gebiss, Milchzähne, bleibende Zähen, Zahnausfall, persistierende Zähne, Fieber - News [21|07|21]

  • Die Katze hat 26 Milchzähne und nach dem Zahnwechsel 30 bleibende Zähne
  • Mögliche Probleme beim Zahnwechsel:
  • Persistierende Zähne
  • Fehlstand der Fangzähne
  • Bleibender Zahn bricht nicht durch
  • Schmerzen und Fieber beim Zahnwechsel
  • Wie Sie Ihrer Katze den Zahnwechsel erleichtern können

1. Das Gebiss der Katze:

In dem Gebiss der Katze sind 26 Milchzähne und später 30 bleibende Zähne sichtbar. Während eines langen Katzenlebens unterliegt der Zahnapparat drei Phasen:

1.1 Milchgebiss:

Katzenwelpen werden ohne Zähne geboren. Die Anlagen für die Milchzähne sind aber bereits im Kiefer vorhanden:

  1. Ab der zweiten Woche beginnen die Zähne durch das Zahnfleisch durchzubrechen.
  2. Zuerst werden die Fangzähne sichtbar, sieben Tage später folgen auch die Backenzähne.
  3. Mit der achten Lebenswoche ist das Gebiss der kleinen Katze vollständig.
  4. Die Nahrung kann auf festes Katzenfutter umgestellt werden.

1.2 Bleibendes Gebiss:

  1. Der Zahnwechsel findet zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat statt.
  2. Die Wurzeln der Milchzähne werden aufgelöst.
  3. Die kleinen und spitzen Zähne, die durch die bleibenden Zähne verdrängt werden, fallen aus.
  4. Normalerweise ist der Zahnwechsel im siebenten Lebensmonat abgeschlossen.
  5. Die rundliche Kopfform der Katzenwelpen ist verschwunden.
  6. Der Kiefer streckt sich und wächst, so dass jetzt 30 Zähne Platz finden.

1.3 Zahnausfall:

Im Alter tritt ein natürlicher Zahnverlust auf, der von Wohnungskatzen einfach ausgeglichen werden kann.
Problematischer ist es, wenn der Zahnverlust bereits im Alter von wenigen Jahren durch verschiedene Erkrankungen auftritt. Daher sind gute Zahnhygiene und regelmäßige Kontrollen der Zahngesundheit für Katzen sehr wichtig.

2. Probleme beim Zahnwechsel

2.1 Persistierende Zähne:

Wenn Milchzähne nicht ausfallen, hat das verschiedene Gründe:

  1. Durch den weiter im Zahnfach sitzenden Milchzahn wird die Entwicklung des bleibenden Zahns beeinträchtigt.
  2. Es können sich Zahnfehlstellungen ausbilden.
  3. Bricht der bleibende Zahn neben dem Milchzahn durch, entstehen Doppelzähne.
  4. Besonders häufig davon betroffen sind die Fangzähne der Katze.
  5. Doppelzähne bilden sich aber auch bei den hinteren Backenzähnen aus.
  6. Die Wurzel des bleibenden Zahns wird durch den Druck des Milchzahns geschädigt.
  7. Es entstehen Entzündungen des Zahnfleischs. Ein fauliger Mundgeruch tritt auf. 

Damit das bleibende Gebiss sich gut und problemlos entwickeln kann, muss der persistierende Milchzahn von einem Tierarzt gezogen werden.

2.2 Fehlstand der Fangzähne:

  1. Die Fangzähne sind zu steil, oder zu weit nach hinten oder vorne gestellt.
  2. Eine korrekte Verzahnung von Oberkiefer und Unterkiefer ist nicht möglich.
  3. Die Spitzen der Zähne dringen in die Lippe, das Zahnfleisch des gegenüberliegenden Kiefers oder den Gaumen ein und verursachen schmerzhafte Entzündungen. In besonders schweren Fällen ist sogar ein Durchbruch bis in die Nasenhöhle möglich.

Lösung:

Die Stellung des betroffenen Zahns wird durch eine Zahnregulierung mit einer Spange beseitigt. Eventuell muss der schräg stehende Zahn gezogen werden.

2.3 Der bleibende Zahn bricht nicht durch:

  1. Fällt ein Milchzahn nicht aus, sollte die Ursache abgeklärt werden.
  2. Der Milchzahn, dessen Wurzel sich nicht zurückgebildet hat, blockiert den bleibenden Zahn und verhindert den Durchbruch.
  3. Eventuell hat sich aber auch im Lauf der Entwicklung die Anlage für den Erwachsenen-Zahn zurückgebildet.

Bevor der Milchzahn gezogen wird, muss mit einem Röntgenbild abgeklärt werden, ob unter dem Milchzahn ein neuer bleibender Zahn auf seinen Durchbruch wartet.

Ist der zweite Zahn nicht vorhanden, sollte der Milchzahn möglichst lange erhalten bleiben, um Zahnfehlstellungen zu vermeiden.

2.4 Schmerzen und Fieber:

Während des Zahnwechsels können durch Entzündungen des Zahnfleischs Schmerzen und Fieber auftreten. Die Veränderung des Allgemeinbefindens der Katze sollte durch die Untersuchung bei einer Tierärztin, einem Tierarzt abgeklärt werden.

3. Wie der Katze der Zahnwechsel erleichtert werden kann:

3.1 Zum Ablauf des Zahnwechsels:

Während des Zahnwechsels leckt die Katze häufig über das Zahnfleisch und die Lippen. Sie speichelt stärker und hält den Kopf schräg. Die Schnauze wird an Gegenständen gerieben, um Schmerzen zu beseitigen. Stirbt ein Milchzahn im Mund der Katze langsam ab, tritt fauliger Mundgeruch auf. Die Katze frisst langsamer und verweigert hartes Trockenfutter.

3.2 Unterstützung beim Zahnen:

  • Bei Entzündungen und Reizungen des Zahnfleischs kann Salbeitee helfen. Trinkt die Katze den Tee nicht freiwillig, wird er mit einem weichen Tuch auf das Zahnfleisch aufgetragen. Lässt man zusätzlich drei bis vier Gewürznelken im Tee zehn Minuten ziehen, wirkt der Tee auch schmerzstillend.
  • Füttern Sie während des Zahnwechsels Nassfutter, das die Katze leichter fressen und verdauen kann. Kleine Mengen an Trockenfutter oder härtere Leckerchen helfen der Katze, wackelnde Zähne schneller zu lockern.
  • Massagen: Massieren Sie das Zahnfleisch vorsichtig mit den Fingern. 
  • Natürliche Kausnacks und Beißspielzeug: Durch das Kauen an unterschiedlich harten Gegenständen wird der Zahnwechsel beschleunigt.

4. Eine gute Zahnhygiene sollte schon beim Milchgebiss beginnen:

4.1 Normalerweise reinigen sich die Zähne der Katzen selbst:

  • Beim Erlegen und Fressen der Beute wirkt das Fell wie eine Zahnbürste und putzt die Zahnzwischenräume.

4.2 Zahnpflege bei Wohnungskatzen:

  • Hier sollte die Zahnhygiene durch natürliche Kausnacks unterstützt werden.
  • Gewöhnen Sie schon die Katzenwelpen an das Putzen der Zähne mit einer weichen Zahnbürste oder einem Fingerling.
  • Im Tierfachhandel und beim Tierarzt sind spezielle Zahncremen für Katzen erhältlich, mit denen die Zähne gründlich gereinigt werden können.
  •  Einige Zahncremen verändern den pH-Wert des Speichels und verhindern so die Ablagerung von Zahnstein auf den Zähnen.

5. Fazit:

Für Katzen ist ein kräftiges und gesundes Gebiss lebensnotwendig. Auch wenn unsere Wohnungskatzen nicht mehr auf die Jagd gehen müssen, um ihre Nahrung zu erbeuten, sind gesunde Zähne die Voraussetzung für ein gesundes und glückliches Katzenleben. Deshalb sollten schon die Milchzähne regelmäßig kontrolliert werden, um Probleme beim Zahnwechsel rechtzeitig zu erkennen und gegen zu steuern.