Lymphosarkome sind fast immer bösartig
(c) Foto Annette Meyer auf Pixabay

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Lymphosarkom: Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten

Lymphome/Tumor/Chemotherapie - News am 31. Juli 2020

  • Lymphome sind die am häufigsten auftretenden Tumore bei Katzen
  • Die Lymphosarkome sind fast immer bösartig
  • Die Tumore metastasieren schnell im gesamten Körper
  • Eine Chemotherapie bringt nicht immer den gewünschten Erfolg

Lymphome gehören zu den am häufigsten bei Katzen auftretenden Tumorerkrankungen. Da das Lymphgewebe immer direkt sowohl mit dem Blutgefäßsystem als auch mit dem Lymphsystem verbunden ist, können sich die Tumorzellen sehr schnell im gesamten Körper der Katze ausbreiten. Gutartige Lymphome treten nur sehr selten auf.

1. Ursachen

Die genaue Ursache für die Entstehung der Tumoren konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Diskutiert wird ein Zusammenhang mit einer Infektion mit dem felinen Leukämievirus und dem felinen Immundefizienz Virus. Möglicherweise ist auch die Kombination beider Viren für die Erkrankung verantwortlich.

2. Einteilung der Lymphome

Nach der Lokalisation der Tumoren

  • Mediastinales malignes Lymphom: Die Tumoren befinden sich im Brustraum im Mediastinum.
  • Peripheres malignes Lymphom: Es sind vor allem die peripheren Lymphknoten betroffen.
  • Gastrointestinales malignes Lymphom: Die Tumoren sind im Verdauungstrakt lokalisiert.
  • Leukämische Leukose: Bei dieser Form kommt es zu einer Veränderung der weißen Blutkörperchen.
  • Weitere maligne Lymphosarkome: Die Tumore befinden sich in den Nieren, dem zentralen Nervensystem oder der Haut.

Die Lymphome können diffus (über den ganzen Körper verteilt) oder in Form von Knoten auftreten.

3. Symptome

Meistens beginnt Ihre Katze im Anfangsstadium schlecht zu fressen. Sie leidet immer wieder unter diffusen Durchfällen. Die von den Tumoren betroffenen Organe sind vergrößert. Bei einem Hautlymphom sind die Schwellungen von außen sichtbar. Die weiteren Symptome sind abhängig von den Organen, in denen sich die Tumore befinden. Es können Bewegungsstörungen, Desorientiertheit, Niereninsuffizienz oder Funktionsstörungen der Leber auftreten. Befindet sich der Tumor im Mediastinum treten auch Atemprobleme und Herzrhythmusstörungen auf.

Bei einem malignen Lymphosarkom ist die Schwellung der Lymphknoten manchmal auch von außen sichtbar. Die Haut ist gerötet. Juckreiz tritt auf. die Katze ist verstärkt müde, spielt und springt nicht mehr.

4. Klinische Stadien

  1. Stadium I: ein solitärer Tumor befindet sich in einem lymphatischen Gewebe.
  2. Stadium II: Mehrere Lymphknoten sind betroffen.
  3. Stadium III: Es finden sich auch außerhalb der Lymphknoten bereits viele Tumoren. Eventuell hat das maligne Lymphosarkom bereits in den Wirbelkanal gestreut.
  4. Stadium IV: Die Tumoren finden sich auch in der Leber und der Milz.
  5. Stadium V: Das Knochenmark und das zentrale Nervensystem sind befallen.

5. Diagnose 

Die Diagnose wird mit Hilfe von Röntgenbildern und Ultraschalluntersuchungen gestellt. Eine Blutuntersuchung ist nicht bei allen Formen des malignen Lymphoms aussagekräftig.
Durch Feinnadelbiopsien der Lymphknoten können die veränderten Zellen nachgewiesen werden.

6. Therapie

Ob eine Therapie sinnvoll ist, hängt von dem Zellbild des malignen Lymphosarkoms ab.

Lymphoblastische, großzellige Lymphome verlaufen in den meisten Fällen besonders akut. Trotz einer Chemotherapie, die in Form von intravenösen Infusionen verabreicht wird, beträgt die Lebenserwartung nur bis zu sechs Monate.

Bei kleinzelligen Lymphomen kann die Lebenserwartung bei Durchführung einer Chemotherapie bis zu 24 Monaten betragen. Ist der Tumor vor allem im Verdauungstrakt lokalisiert, kann es während der Therapie zu einer Perforation der Darmwand und zu einer tödlich verlaufenden Peritonitis kommen.

Eventuell kann bei kleinzelligen Lymphomen der Zustand der Katze für einige Monate durch tägliche Verabreichung von Kortison stabilisiert werden.

Isolierte Tumoren können eventuell chirurgisch entfernt werden. Das Auftreten von Rezidiven ist sehr wahrscheinlich.

Wird eine Bestrahlung von oberflächlichen Tumoren durchgeführt, kann eine anschließende Chemotherapie trotzdem nicht vermieden werden.

Eine neue Möglichkeit ist die dendritische Zelltherapie. Dendritische Zellen sind Bestandteile der Immunsystems. Sie sind dafür zuständig, entartete Zellen zu erkennen und das Immunsystem zur Zerstörung der kranken Zellen anzuregen. Die dendritischen Zellen können direkt aus dem Blut gewonnen werden. In einem Labor wird die Blutprobe aufbereitet. Die dendritischen Zellen werden kultiviert und in einer Injektionslösung aufbereitet. Der Tierarzt injiziert die Zellen direkt in die Haut (intradermale Injektion). Die Kultivierung der Zellen dauert ungefähr neun Tage. Die Injektionen müssen dreimal im Abstand von einem Monat verabreicht werden.
Im Körper wandern die dendritischen Zellen zu den Lymphknoten. Dort treten sie in Wechselwirkung mit den T-Zellen und regen die Produktion der Abwehrzellen an.

Befinden sich die malignen Lymphome bereits im Wirbelkanal, ist eine Behandlung nicht erfolgreich.

7. Fazit

Das maligne Lymphosarkom ist ein besonders häufig auftretender Tumor bei Katzen. Eine Therapie verlängert das Leben Ihrer Katze meistens nur um einige Monate.