Betroffen sind: Burma, Burmilla, Bombay, Cornish Rex, Devon Rex, Singapura, Australian Mist, Tiffanie, Sphynx, Tonkinese
(c) Photo: Christelle PRIEUR auf Pixabay

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Erbkrankheiten: Hypokaliämische Periodische Paralyse der Burma Katze

Hypokaliämische Polymyopathie, Muskelschwäche, Atemlähmung, Burma Katze - news 17/12/20

  • Autosomal rezessive Erbkrankheit
  • Im Blutserum ist der Kaliumspiegel erniedrigt
  • Tritt bei Burmakatzen und Kreuzungen auf
  • Erste Symptome werden zwischen dem zweiten und sechsten Lebensmonat sichtbar.
  • Bei vielen Katzen treten die ersten Symptome erst ab dem zweiten Lebensjahr auf.

Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung von den Nerven auf die Muskulatur. Ist die Kaliumkonzentration im Blut verringert, kann die Muskulatur nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren. Die Erbkrankheit tritt in Europa, Australien und Südafrika auf.

1. Was bei einer hypokaliämischen Polymyopathie passiert:

  1. Der Kalziumkanal in den Tubuli der Muskelzellen funktioniert nicht.
  2. Die Einlagerung von Natrium und Wasser in die Zellen ist erhöht.
  3. Gleichzeitig ist der Kaliumgehalt im Blutserum mittelgradig bis hochgradig verringert.
  4. Durch das Ungleichgewicht der Elektrolyte ist die Leitfähigkeit der Muskelzellmembranen gestört.
  5. Die Signale können nicht von den Nerven an die Muskelfasern weitergeleitet werden. Die Muskeln sind gelähmt.

2. Welche Katzenrassen betroffen sind:

  • Burma
  • Burmilla
  • Bombay
  • Cornish Rex
  • Devon Rex
  • Singapura
  • Australian Mist
  • Tiffanie
  • Sphynx
  • Tonkinese

Bei allen gefährdeten Katzenrassen handelt es sich um Rassen, bei denen Burma Katzen eingekreuzt wurden.

3. Ursache:

  • Autosomal rezessive Erbkrankheit
  • Das Gen WNK4 ist defekt

Katzen, die nur eine Kopie des durch die Mutation veränderten Gens in sich tragen, sind gesund. Sie geben das defekte Gen aber an ihre Nachkommen weiter.

Katzen, bei denen zwei Gene von der Veränderung betroffen sind, erkranken.

4. Symptome:

Die hypokaliämische Polymyopathie tritt schon im frühen Alter auf. Erste Symptome werden zwischen dem zweiten und sechsten Lebensmonat sichtbar. Bei vielen Katzen treten die ersten Symptome aber erst ab dem zweiten Lebensjahr auf.

  • Die Muskelschwäche tritt vor allem im Bereich des Brustkorbs und des Halses auf
  • Der Kopf kann nicht gehalten werden und Der Kopf zittert
  • Das Schulterblatt steht vom Körper ab
  • Der Gang ist steif und geduckt

Wie stark die Symptome während eines Anfalls ausgeprägt sind, ist von dem Absinken des Kaliumspiegels abhängig. Tödlich verläuft die Erkrankung nur, wenn die Atemmuskulatur hochgradig betroffen ist. In diesem Fall tritt während eines Anfalls der Tod durch Ersticken ein.

5. Wodurch  sich das Risiko für einen Anfall erhöht:

  • Stress
  • Körperliches Training

6. Diagnose:

  • Gentest: Mit einem PCR Test werden Träger und reinerbige erkrankte Katzen identifiziert. 
  • Blutuntersuchung: Der Kaliumspiegel ist erniedrigt. Natrium und Milchsäure steigen an
  • EMG Elektromyographie: Die Signalpotentiale sind niedrig und kurz
  • Muskelbiopsie: während des Anfalls können eine Flüssigkeitseinlagerung und Vakuolen nachgewiesen werden

7. Therapie

  • Diätfutter, das mit Kalium angereichert wird

Die Therapie muss individuell auf die Katze abgestimmt und lebenslang durchgeführt werden. Eine Heilung ist nicht möglich.