Blutarmut: immunbedingte hämolytische Anämie der Katze [12|21]

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(c) Photo: Milada Vigerova auf Pixabay

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IHA, Katze, Hund, Autoimmunerkrankung, Blutarmut, Anämie, Apathie, Behandlung - News [07|12|21]

  • Die immunbedingte hämolytische Anämie (IHA) ist eine Autoimmunerkrankung: eine Immunreaktion gegen eigene Körperzellen
  • Sie ritt bei Katzen aber auch Hunden auf
  • Betroffene Katzen leiden an einer Blutarmut, da die roten Blutkörperchen zerstört werden
  • Erkrankte Katzen zeigen sich oft teilnahmslos und haben blasse Schleimhäute
  • Die Behandlung zielt auf die Ursache und Unterdrückung des Immunsystems

Die immunbedingte hämolytische Anämie tritt bei Katzen und bei Hunden auf. Eine erhöhte Empfänglichkeit für diese Erkrankung bei Katern oder weiblichen Katzen sowie bei bestimmten Rassen ist nicht bekannt.

1. Definition einer Anämie:

  • Anämie ist keine spezifische Krankheit, sondern ein Symptom
  • Anämie ist ein Mangel an Hämoglobin (Blutfarbstoff für den Sauerstofftransport) 
  • Eine zu niedrige Anzahl von roten Blutkörperchen, sprich Erythrozyten, im Blutvolumen
  • Bei der hämolytischen Anämie werden die roten Blutkörperchen zu früh abgebaut oder zerstört indem die Zellmembran der Erythrozyten wird angegriffen

2. Primäre und sekundäre immunbedingte hämolytische Anämie (IHA):

  • IHA ist eine Erkrankung des Immunsystems. Der Körper greift die eigenen Erythrozyten an und zerstört sie
  • Bei der primären IHA funktioniert das Immunsystem der Katze nicht korrekt und produziert Antikörper gegen die roten Blutkörperchen
  • Bei der sekundären IHA verändert sich die Oberfläche der Erythrozyten, so dass das Immunsystem diese als fremd identifiziert und zerstört

Die primäre Form tritt bei Katzen seltener auf als die sekundäre.

3. Ursachen der IHA:

  • Bei der primären IHA kennt man den Auslöser nicht.
  • Für die sekundäre IHA gibt es vier Ursachen:
    1. Infektiöse Erkrankungen wie feline Leukämie oder bakterielle Infektionen
    2. Neubildung von Körpergewebe in Zusammenhang mit Lymphozyten (Untergruppe der weißen Blutkörperchen) oder Knochenmark
    3. Medikamentengabe
    4. Entzündungserkrankungen

4. Mögliche Symptome der IHA:

  1. blasse Schleimhäute
  2. Teilnahmslosigkeit
  3. schnellere Ermüdung aufgrund der geringeren Menge an Sauerstoff, die vom Blut zum Gewebe transportiert wird
  4. Erhöhte sich Atem- & Herzfrequenz um den Sauerstoffmangel auszugleichen 
  5. Verminderter Appetit und Erbrechen

Im weiteren Krankheitsverlauf können Zahnfleisch und Haut gelb erscheinen. Dies basiert auf einer erhöhten Bilirubin-Konzentration (Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Hämoglobins).

5. Diagnose der IHA:

  • Beruht auf der Krankengeschichte, den typischen klinischen Laborbefunden sowie Ausschluss anderer möglicher Krankheiten
  • Die Laborbefunde zeigen eine verringerte Erythrozytenzahl, abnorme Größe sowie Form der roten Blutkörperchen
  • In vielen Fällen wird auch Autoagglutination nachgewiesen, eine Verklumpung der roten Blutzellen
  • Tests zur Differenzierung zwischen primärer und sekundärer IHA wie Antikörper-Tests, serologische Bluttests oder Retikulozyten-Tests (ermittelt Anzahl der Erythrozyten-Vorläuferzellen)

6. Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten:

  1. Gabe von Immunsuppressiva, um das Immunsystem zu unterdrücken
  2. Wenn möglich sollte die Ursache gefunden und behandelt werden
  3. Gabe von Antibiotika bei ursprünglicher bakterieller Infektion
  4. Manche Katzen benötigen eventuell eine niedrig dosierte Dauertherapie
  5. Bei sehr schwerwiegender Anämie ist eine Bluttransfusion angeraten

7. Prognose:

Die Prognose hängt im Wesentlichen von der Grundursache der Anämie ab. Bei einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Katze wird die Medikation über einen längeren Zeitraum langsam verringert bzw. abgesetzt, um Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Nicht selten ist die hämolytische Anämie wiederkehrend, daher empfiehlt sich eine genaue Beobachtung ihres Tieres.