Tumor in der Milz: bei 60 % der Hunde gutartig. [11|21]

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(c) Photo: Andy_van_Dyk

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Krankheit, Tumor, Milz, Hämangiosarkomen, Lymphome, Histiozytäre Sarkome, Leiomyosarkome, Rüden - News [14|11|21]

  • Die meisten Milztumore sind gutartig
  • Bösartige Milztumore gehören zu den Hämangiosarkomen
  • Vor allem alte Hunde sind betroffen
  • Große Hunderassen sind anfälliger für das Auftreten eines Milztumors: Golden Retriever, Rottweiler, Dogge, Boxer, Deutscher Schäferhund,
    Schäferhundmischlinge

Milztumore gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen bei alten Hunden. 60 % der Tumore der Milz sind gutartig. Bei den anderen 40 % handelt es sich um bösartige Hämangiosarkome. Bei einigen Rassen tritt der Milztumor besonders häufig auf.

1. Die Milz:

Die Milz liegt in der Nähe des Magens und ist über ein Band mit diesem verbunden. Das Organ gehört zu dem lymphatischen System.

Aufgaben der Milz:

  • Vermehrung von Lymphozyten (Teil der weißen Blutkörperchen)
  • Speicherung der Monozyten (Teil der weißen Blutkörperchen)
  • Alte rote Blutkörperchen werden aus dem Blut gefiltert und abgebaut
  • Bei jungen Hunden ist die Milz an der Bildung von Blut beteiligt

2. Man unterschiedet zwei Arten von Milztumoren:

  • Gutartiger Milztumor
  • Bösartiger Milztumor

Ein Milztumor tritt auf als:

  • Primärer Milztumor: der Tumor bildet sich direkt in der Milz
  • Sekundärer Milztumor: der ursprüngliche Tumor befindet sich in einem anderen Organ und bildet in der Milz ein Tochtergeschwulst.

Ein bösartiger Milztumor entsteht aus verschiedenen Zellen:

  • 92% Hämangiosarkome
  • 5 % Lymphome
  • Hämangioperizytome
  • Histiozytäre Sarkome
  • Leiomyosarkome

3. Welche Hunde vorwiegend betroffen sind:

  • Ältere Hunde ab sechs Jahren. Besonders häufig tritt der Milztumor ab dem zehnten Lebensjahr auf
  • Große Hunderassen sind häufiger betroffen als kleine Hunde
  • Golden Retriever
  • Rottweiler
  • Dogge
  • Boxer
  • Deutscher Schäferhund und  Schäferhundmischlinge

Bei Rüden tritt der Milztumor häufiger auf als bei weiblichen Hunden

4. Wie ein Milztumor entsteht:

Bei einem Milztumor verändert sich die Innenauskleidung der Blutgefäße, das Endothel. Die genauen Ursachen für die Entartung der Zellen konnte noch nicht genau geklärt werden. Der Tumor wächst infiltrativ in die Milz und zerstört dabei die Zellen des Organs. Es bildet sich keine Kapsel, die das Wachstum des Tumors verlangsamt.

5. Welche Faktoren die Entstehung eines Milztumors begünstigen:

  • Übergewicht
  • Alter des Hundes
  • Entzündungen
  • Umwelteinflüsse

Gutartige Milztumore bilden keine Metastasen. Sie streuen nicht in andere Organe.

6. Symptome eines Milztumors:

  • Schmerzen im Bauch
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Platzt der Tumor, verblutet der Hund in den Bauchraum
  • Die Schleimhäute sind blass
  • Müdigkeit
  • Inappetenz
  • Zusammenbrechen der Hinterbeine
  • Plötzliches Bluten aus der Nase

7. Diagnose: 

  • Klinische Untersuchung: die vergrößerte Milz kann erst ertastet werden, wenn der Tumor sehr groß ist
  • Röntgen
  • Ultraschall
  • Blutuntersuchung

8. Therapie:

Eine Diagnose und Therapie müssen möglichst früh erfolgen, um die Überlebenschancen des Hundes zu erhöhen.

  • Chirurgische Entfernung der Milz (Splenektomie)
  • Palliative Chemotherapie und Strahlenbehandlung verlängern die Überlebenszeit des Hundes nicht
  • Dendritische Zelltherapie: dem Hund wird Blut abgenommen, das im Labor mit dendritischen Zellen (Zellen des Immunsystems) angereichert wird. Die dendritischen Zellen greifen die Tumorzellen an und zerstören diese. Die Behandlung wird von den Hunden sehr gut vertragen, da körpereigene Zellen des Hundes eingesetzt werden. Eine vollständige Heilung ist durch diese Behandlung nicht möglich. Sie ersetzt nicht die operative Entfernung der Milz.
  • Kohlenhydratarme Ernährung
  • Stärkung der körpereigenen Immunabwehr des Hundes

9. Überlebenschancen der Hunde bei einem bösartigen Hämangiosarkom der Milz:

  1. Stadium I: der Tumor befindet sich nur in der Milz. Die durchschnittliche Überlebenszeit liegt bei 5,5 Monaten
  2. Stadium II: das Hämangiosarkom ist geplatzt. Die Überlebenszeit liegt bei 2 Monaten
  3. Stadium III: Hämangiosarkom mit Metastasen: Überlebenszeit 0,9 Monate

Bei einem gutartigen Milztumor sind die Überlebenschancen besser. Da die Milz zu platzen droht, muss das Organ auf alle Fälle entfernt werden. Ob der Tumor gutartig oder bösartig ist, kann erst nach der Entfernung der Milz festgestellt werden.

Besteht der Verdacht auf einen Milztumor, handelt es sich immer um einen Notfall. Der Hund sollte sofort von einer Tierärztin, einem Tierarzt untersucht und operiert werden.