Pyometra: 25 % der unkastrierten Hündinnen erkranken [09|22]

Gebärmutter, Geschlechtsorgane, Bakterien, Cervix, Progesteron, Giftstoffe - Petdoctors [16|09|22]
(c) Photo: Christiane auf Pixabay
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Gebärmutter, Geschlechtsorgane, Bakterien, Cervix, Progesteron, Giftstoffe - News [16|09|22]

  • Die Vereiterung der Gebärmutter zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Geschlechtsorgane bei weiblichen Hunden
  • Am häufigsten tritt die Pyometra im Alter von sechs Jahren auf
  • 25 % der unkastrierten Hündinnen erkranken bis zum zehnten Lebensjahr
  • Die Symptome treten zwischen der zweiten und der achten Woche nach der Läufigkeit auf
  • Die Vereiterung der Gebährmutter ist immer ein Notfall

Die Vereiterung der Gebärmutter zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Geschlechtsorgane bei weiblichen Hunden. Wird eine Pyometra nicht innerhalb kurzer Zeit behandelt, ist die Erkrankung für den Hund lebensbedrohlich. Eine Spontanheilung ist nicht möglich.

1. Entstehung einer Pyometra:

Die Ursachen einer Vereiterung Gebährmutter:

  1. Die Cervix (Muttermund) ist im Stadium der Läufigkeit etwas geöffnet
  2. Bakterien können in die Gebärmutter einwandern
  3. Wenn der Progesteronspiegel wieder ansteigt, schließt sich die Cervix
  4. Die Bakterien vermehren sich in der Gebärmutter
  5. Es werden Giftstoffe gebildet, die in das Blut aufgenommen werden

2. Gefördert wird das Entstehen einer Pyometra durch:

  • Hormontherapien: häufige Verabreichung von Gestagenen, um die Läufigkeit zu verschieben oder zu unterdrücken
  • Eierstockzysten

3. Formen der Pyometra:

  • Geschlossene Pyometra: das eitrige Sekret kann nicht abfließen und sammelt sich in der Gebärmutter an. Diese dehnt sich immer stärker aus und platzt schließlich. Die Bakterien verursachen eine Peritonitis (Bauchfellentzündung)
  • Offene Pyometra: das Sekret fließt teilweise über den Muttermund ab.

4. Symptome einer Entzündung und Vereiterung der Gebärmutter:

  • Stinkender, bräunlicher Ausfluss aus der Vagina
  • Der Hund trinkt vermehrt
  • Fieber. Schmerzhafter Bauch
  • Häufiger Harnabsatz
  • Belecken der Vagina
  • Durchfall
  • Erbrechen

5. Therapie:

  • Kastration (Ovariohysterektomie)
  • Infusionen
  • Antibiotika
  • Entzündungshemmende Medikamente

Eine konservative Therapie ohne Operation sollte nicht durchgeführt werden, da meistens nach der nächsten Läufigkeit wieder eine Pyometra auftritt.

Eine alternative Behandlung wird nicht empfohlen. Ohne Operation besteht Lebensgefahr.

Wichtig: Bei Verdacht auf eine Pyometra sollte immer sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Es handelt sich um einen Notfall.

6. Prognose:

  • Ist durch die Septikämie bereits eine Schädigung der Organe verursacht worden, ist die Prognose schlecht. Häufig kann die normale Organfunktion nicht mehr hergestellt werden.
  • Bei einer frühen Diagnose und Behandlung erholen sich die Hunde innerhalb von drei bis vier Wochen.

7. Prophylaxe:

  • Beobachtung der Hündin nach der Läufigkeit
  • Bei vermehrtem Durst,
  • Ausfluss oder verändertem Verhalten sollte immer sofort eine Tier:ärztin aufgesucht werden.

Wird eine Pyometra nicht innerhalb kurzer Zeit behandelt, ist die Erkrankung für den Hund lebensbedrohlich. Eine Spontanheilung ist nicht möglich.