Rückenmarksinfarkt: Fibrokartilaginöse Embolie beim Hund

Durch Schädigung des Rückenmarks treten akute Lähmungen aus der Bewegung heraus auf.
(c) Foto: Martin Tajmr auf Pixabay

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Lähmung, Wirbelsäule, Inkontinenz - news am 06/12/20

  • Ein Rückenmarksinfarkt ist eine traumatische, degenerative Erkrankung der Wirbelsäule
  • Ein Rückenmarksinfarkt kommt bei großen Hunderassen häufiger vor
  • Am häufigsten sind Hunde im Alter von sechs Jahren betroffen
  • Auch bei jungen Hunden kann die fibrokartilaginöse Embolie auftreten
  • Meistens treten keine Schmerzen auf

Der Hund läuft und plötzlich tritt mitten in einer Bewegung eine Lähmung auf. Dahinter muss nicht immer ein Vorfall einer Bandscheibe (Diskusprolaps) stecken. Oft ist die Ursache ein Rückenmarksinfarkt.

1. Definition Rückenmarksinfarkt (Fibrokartilaginöse Embolie):

  • Das Rückenmark wird durch eine Unterbrechung der Blutversorgung und damit einhergehenden Sauerstoffmangel geschädigt.
  • Das Nervengewebe stirbt in dem unversorgten Bereich ab.
  • Vor allem die Bereiche von Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule sind betroffen.
  • Seltener tritt ein Infarkt im Bereich der Halswirbelsäule auf.

2. Ursachen einer Fibrokartilaginöse Embolie:

  1. Eine Bandscheibe degeneriert und beginnt sich aufzulösen.
  2. Bandscheibenmaterial gelangt in die Blutgefäße und verstopft diese.
  3. Das Rückenmark wird nicht mehr ausreichend mit sauerstoffhaltigem Blut versorgt.
  4. Das Nervengewebe stirbt ab.
  5. Einblutungen in das Rückenmark treten auf.

Die Ursache für die Ablösung des Bandscheibenmaterials und den Übertritt in ein Blutgefäß ist noch nicht vollständig geklärt. Starke körperliche Anstrengungen erhöhen das Risiko für einen Rückenmarksinfarkt.

3. Symptome eines Rückenmarksinfarktes: 

Die Lähmung tritt plötzlich und akut auf. Die Symptome sind abhängig von der Lokalisation des Rückenmarkinfarkts:

  1. Schmerzen nur in den ersten beiden Stunden.
  2. Lähmung einer oder aller vier Extremitäten.
  3. Inkontinenz: Stuhl- und Harnabsatz können betroffen sein
  4. Liegt nur ein leichter Rückenmarksinfarkt vor, verschwinden die Symptome nach ein bis zwei Tagen
  5. Bei schweren Infarkten bleiben die Lähmungen bestehen

4. Diagnose:

  • Neurologische Untersuchung
  • CT
  • MRT

Die Diagnose wird vor allem durch den Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt. Während eines akuten Stadiums ist das MRT meistens unauffällig.

5. Therapie:

Je früher eine Behandlung durchgeführt wird, umso besser ist die Prognose, dass die Lähmungen wieder verschwinden.

  1. Entzündungshemmende Medikamente
  2. Schmerztherapie
  3. Physiotherapie

Ziele der Behandlung sind:

  • Rückbildung der Schwellung des Rückenmarks
  • Schmerzreduktion
  • Verringerung von Verspannungen der Muskulatur
  • Wahrnehmungsschulung: Die Sensibilität wird gefördert
  • Verbesserung der Beweglichkeit von Muskeln und Gelenken
  • Aufbau des Haltungstonus
  • Wiederherstellung des Gleichgewichts
  • Bewegungsschulung
  • Reduktion des Abbaus der Muskulatur

Physiotherapie:

  • Manuelle Lymphdrainage
  • Massage
  • Passive Bewegungsübungen
  • Unterwasserlaufband
  • Schaukelbrett
  • Gangschulung mit Expandern

6. Was können Sie für Ihren Hund bei einem Rückenmarksinfarkt tun?

Teilweise werden die physiotherapeutischen Behandlungen auch zu Hause fortgesetzt. Sie erhalten bei der Physiotherapie einen genauen Behandlungsplan und Anweisungen.
Ist Ihr Hund inkontinent, achten Sie darauf, dass die Haut sauber bleibt und sich nicht entzündet.

7. Zusammenfassung

Unter der fibrokartilaginösen Embolie versteht man einen Rückenmarksinfarkt, der in allen Bereichen der Wirbelsäule auftreten kann. Durch die Schädigung des Rückenmarks treten akute Lähmungen aus der Bewegung heraus auf.