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23 Prozent der westlichen Shar Peis leiden unter SPAID

Erbkrankheit, SPAID, Shar Pei, Fieber - news 31/12/20

  • Der Shar Pei ist der einzige Hund, bei dem spontane, autoentzündliche Prozesse jederzeit auftreten können.
  • 23 Prozent der westlichen Shar Peis leiden unter SPAID (Shar Pei Autoinflammatory Disease): das familiäre Shar Pei Fieber ist eine angeborene Fehlfunktion des Immunsystems
  • Die Fieberschübe dauern 24 bis 36 Stunden
  • Die Fieberanfälle treten in Schüben auf

Das familiäre Shar Pei Fieber ist eine erbliche Erkrankung, die ebenso wie die Arthritis, Amyloidose, vesikuläre Hyaluranose und Otitis zu dem autoinflammatorischen Krankheitskomplex gehört. Durch den genetischen Defekt im Immunsystem antwortet der Körper des Hundes immer mit einer überschießenden Immunantwort. Die chemischen Botenstoffe, die die Entzündungen regulieren, befinden sich nicht im Gleichgewicht.

1. Ursachen

Um das typische äußere Erscheinungsbild des Shar Pei zu erreichen, mussten mehrere Genmutationen bei der Zucht gefördert werden. Verbunden mit diesen Mutationen sind zahlreiche Krankheiten, die die Lebensqualität verringern und die Lebenserwartung der Hunde stark verkürzen.

Wahrscheinlich liegt die Mutation auf dem MTBP-Gen. Die Vererbung erfolgt autosomal dominant. Wird das veränderte Gen bei einem Gentest nachgewiesen, muss der Hund nicht automatisch erkranken. Es kann nur eine Aussage über die Höhe des Risikos für das Auftreten des Sahr Pei Fiebers getroffen werden. Auch ein Hund, bei dem das mutierte Gen nicht nachgewiesen werden kann, kann an SPAID erkranken.

2. Symptome

Meistens treten die ersten Symptome vor dem 18. Lebensmonat auf. Aber auch bei älteren Hunden können plötzlich die regelmäßigen Fieberschübe auftreten.

  • Unerklärliche Fieberschübe mit 39,4 bis 41,7 °C
  • Die Fieberschübe dauern 24 bis 36 Stunden
  • Die Gelenke sind geschwollen
  • Schwellungen im Mundbereich
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Flache Atmung
  • Die Hunde verweigern die Bewegung
  • Die chronischen Entzündungen erhöhen das Risiko für eine Amyloidose
  • Durch die Entzündungen werden die inneren Organe geschädigt
  • Erhöhte Wasseraufnahme
  • Vermehrter Harnabsatz
  • Kürzere Lebenserwartung durch Nierenversagen

3. Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch den Ausschluss anderer fieberhafter Erkrankungen.

  • Harnprobe: Morgenurin
  • Blutuntersuchung: biochemisches Profil, T4, Vitamin B12, großes Blutbild
  • Gentest

4. Therapie

Eine Behandlung muss möglichst früh einsetzen, damit die Folgeschäden, wie Amyloidose, verhindert werden.

  • Schmerzmittel
  • Medikamente, die das Fieber senken
  • Colchicin
  • Gesundes, hochwertiges Futter

Bei erkrankten Hunden muss die Funktion von Schilddrüse, Niere und Leber zwei Mal pro Jahr überprüft werden.