Die nicht heilbare Erbkrankheit tritt bei 21 Hunderassen auf.
(c) Foto gypsyschnecke auf Pixabay

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Erbkrankheiten: 50% der Hunde die an PCD erkranken, leiden auch am Kartagenersyndrom

Erbkrankheit/primäre ziliäre Dyskinese/Hunde-Rhinitis/Kartagenersyndrom - News am 24. September 2020

  • 21 Hunderassen können davon betroffen sein.
  • Die Symptome gleichen einer Mukoviszidose
  • Außer Hunden können auch Schweine daran erkranken. 
  • Katzen sind nur sehr selten von der Erbkrankheit betroffen.

1933 wurde von Dr. Manes Kartagener erstmals das Syndrom bei Menschen beschrieben. Heute ist bekannt, dass die Kartagener-Trias auch bei Hunden und Schweinen auftritt. Katzen sind nur sehr selten von der Erbkrankheit betroffen.

1. PCD und das Kartagenersyndrom treten meist gemeinsam auf:

PCD: Die Härchen (Zilien) auf dem Flimmerepithel der Atemwege können ihre Funktion nicht erfüllen. Durch die gestörte Beweglichkeit der Zilien sammelt sich Schleim in den oberen und unteren Atemwegen an. Die Hunde leiden an chronischen Entzündungen der Atemwege. Deshalb wurde die PCD früher auch als Hunde-Rhinitis bezeichnet. Meistens ist mit der Störung des Flimmerepithels auch eine Sterilität verbunden. Die Spermien sind fast unbeweglich.

Kartagenersyndrom: 50 Prozent der Hunde, die an PCD leiden, sind auch von dem  Kartagenersyndrom betroffen. Die inneren Organe sind seitenverkehrt angeordnet. Die Nasennebenhöhlen sind unterentwickelt oder fehlen vollständig. Nasenpolypen treten vermehrt auf.

21 Hunderassen sind gefährdet zu erkranken:

  1. Bichon frises
  2. Bobtail
  3. Border Collie
  4. Bulldoggen
  5. Chihuahua
  6. Chow Chow
  7. Dalmatiner
  8. Dobermann Pinscher
  9. Englischer Cocker Spaniel
  10. Englischer Pointer
  11. Englischer Springer Spaniel
  12. Englischer Setter
  13. Golden Retriever
  14. Gordon Setter
  15. Langhaardackel
  16. Mini Pudel
  17. Neufundländer
  18. Old English Sheepdog
  19. Rottweiler
  20. Shar Pei
  21. Staffordshire Bullterrier

2. Wodurch PCD und das Kartagenersyndrom verursacht werden:

Die Zilienzellen in der Schleimhaut der Atemwege haben die Funktion, eingedrungene Fremdkörper wieder nach außen zu transportieren.

Bei PCD fehlt den Zillenzellen Dynein, ein Motorprotein Die Folge ist, dass die Zilienzellen, feine Härchen in der Schleimhaut, unbeweglich sind oder ohne gemeinsamen Rhythmus in verschiedene Richtungen schlagen. Damit können Fremdkörper nicht wieder nach außen transportiert werden.

Die Vererbung erfolgt:

  • Autosomal rezessiv
  • Auf dem Chromosom 5 sind die Gene DNAH5 und DNAH11 geschädigt.
  • Die Mutation befindet sich auf dem CCDC39-Gen (Bobtail) 

3. Symptome von PCD:

Selten verläuft die Erkrankung längere Zeit ohne Symptome. Bereits in einem Alter von zwei bis drei Monaten tritt immer wieder Nasenausfluss auf. In den oberen und unteren Atemwegen sammelt sich Schmutz und Schleim an. Die Atemwege schwellen an. Die Nasennebenhöhlen sind entzündet. Nach einiger Zeit wird der Nasenausfluss schleimig und eitrig. Husten und Atembeschwerden treten auf. Die Leistungsfähigkeit ist herabgesetzt. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer Verstärkung der Symptome.
Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch eine Biopsie und einen Gentest.

4. Therapie

Eine Heilung ist nicht möglich. Die Behandlung kann nur die Symptome lindern. Schleimlösende Medikamente verflüssigen den Schleim und erleichtern die Atmung. Der Hustenreiz wird verringert. Inhalationen mit warmem Wasserdampf erleichtern das Auflösen des Schleims. Auf der Schleimhaut vorhandene Polypen müssen endoskopisch entfernt werden.

5. Vorsorge

Da die PCD und das Kartagenersyndrom zu den Erbkrankheiten zählen, müssen betroffene Hunde immer von der Zucht ausgeschlossen werden. Für den Bobtail existiert ein Gentest, mit dem Hunde vor der Zulassung zur Zucht als Träger des fehlerhaften Gens identifiziert werden können.

6. Zusammenfassung

Die PCD und das Kartagenersyndrom treten bei 50 Prozent der Hunde gemeinsam auf. Die Erbkrankheit ist nicht heilbar. Hunde, die das Gen in sich tragen, müssen von der Zucht ausgeschlossen werden.