Augenkrankheit: Horner Syndrom häufig bei Labrador Retriever, Golden Retriever, Cocker Spaniel und Collies

Cocker Spaniel tollt in der Wiese
(c) Photo: Dave Francis auf Pixabay

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Krankheit, Auge, Sympathikus, Hund, Katze, Mensch - News 28/03/21

  • Das Horner Syndrom tritt bei Katzen, Hunden und Menschen auf
  • Es führt zu einer Veränderung am Auge, die den Sehsinn beeinträchtigen kann
  • Viele Ursachen können eine Schädigung des Sympathikus-Nervs verursachen, der für das Horner Syndrom verantwortlich ist.
  • Besonders häufig betroffene Hunderassen sind: Labrador Retriever, Golden Retriever, Cocker Spaniel und Collies

1. Definition Horner Syndrom

Beim Horner Syndrom ist der Sympathikus-Nerv, Teil des vegetativen, unwillkürlichen Nervensystems, geschädigt.

Normalerweise besteht Im Körper  ein Gleichgewicht zwischen zwei Nerven, dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Durch diese beiden Nervensysteme, die den gesamten Körper durchziehen, werden Organe und Reflexe gesteuert.

  • Bei einer Erkrankung des Sympathikus, werden die vorderen Augenmuskeln nicht ausreichend mit Nervenimpulsen versorgt
  • Die Größe der Pupille ist verändert.
  • Das Horner Syndrom kann einseitig oder beidseitig auftreten.
  • Die meisten Hunde erkranken im Alter zwischen fünf und neun Jahren.

Bei Hunden sind folgende Rassen besonders häufig betroffen:

Labrador Retriever
Golden Retriever
Cocker Spaniel
Collies

2. Ursachen für eine Schädigung des Sympathikus:

  • Schädigung der Halswirbelsäule
  • Schädigung der Brustwirbelsäule
  • Schädigung des Nervengeflechts in der Achsel
  • Schädelfraktur
  • Trauma
  • Tumor
  • Otitis media (Entzündung des Mittelohrs)
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Heftige Zusammenstöße mit anderen Hunden
  • Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse)
  • Starker Zug am Halsband
  • Abszesse
  • Idiopathisch: beim Golden Retriever
  • Chronische Ohrentzündungen bei Katzen

Das Horner Syndrom kann spontan auftreten. Es kann auch nach zwei bis drei Monaten ohne erkennbare Ursache wieder verschwinden. Der Sympathikus verläuft vom Gehirn bis in den Brustkorb. Dort verlässt der Nerv das Rückenmark und zieht neben der Schlagader am Hals über das Ohr zum Auge in die Regenbogenhaut (Iris). Ist der Nerv geschädigt, werden verschiedene Ausfälle sichtbar. 

3. Symptome:

  • Verengung der Pupille
  • Ist nur ein Auge betroffen, sind die Pupillen unterschiedlich weit
  • Der Augapfel sinkt in die Augenhöhle (Orbita) ein
  • Das Auge erscheint kleiner
  • Das dritte Augenlid (Nickhaut) fällt vor
  • Das Oberlid hängt nach unten

4. Diagnose

  1. Blutuntersuchung
  2. Röntgenuntersuchung
  3. CT
  4. MRT
  5. Pharmakologischer Pupillentest

5. Therapie

Die Therapie ist abhängig von der Ursache der Nervenschädigung. Eine spezifische Therapie ist nicht möglich. Es erfolgt lediglich eine Behandlung der Symptome. Liegt ein idiopathische Horner Syndrom vor, ist eine Behandlung nicht erforderlich. Die Krankheitserscheinungen verschwinden nach einigen Monaten.

  • Augentropfen
  • Kortison
  • Phenylephrin
  • Vitaminpräparate (B-Vitamine)
  • Wechsel des Halsbandes oder Brustgeschirrs

6. Wie  Sie vorbeugen können:

Eine Vorbeugung ist nicht möglich. 

  • Achten Sie auf ein gut passendes Halsband oder Brustgeschirr.
  • Beobachten Sie Ihren Hund, achten Sie auf eine Veränderung der Pupillen oder der Augen.

Da das Horner Syndrom  durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann, ist eine Abklärung der Ursache der Erkrankung durch eine Tierärztin, einen Tierarzt unbedingt erforderlich.