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Achtung Hitzschlag!

Unterschätzte Gefahr. Brütende Hitze. Das Auto wird zum Backofen.

Ein Hitzschlag ist immer lebensbedrohlich. Doch die Gefahr wird leider oft unterschätzt. Tiere leiden genauso wie wir unter den Rekordtemperaturen. Ihre Möglichkeiten sich abzukühlen sind jedoch viel beschränkter.

Wie funktioniert die Temperaturregulation eigentlich?

In der Haut der Tiere befinden sich Temperaturrezeptoren, die die Umgebungstemperatur genau wahrnehmen können. Die Reize werden an das Gehirn weitergeleitet und im Temperaturzentrum verarbeitet. Sobald die Kerntemperatur des Körpers ansteigt oder absinkt, werden die Regulationsmechanismen aktiviert. Die Tiere beginnen zu hecheln, befeuchten ihr Fell oder ziehen sich in den Schatten zurück. So kann jedes Tier seine persönliche Wohlfühltemperatur möglichst genau beibehalten.

Was passiert bei zu hohen Umgebungstemperaturen?

Kann der Körper nicht mehr abgekühlt werden und steigt die innere Körpertemperatur auf 44°Celsius und darüber, entsteht ein lebensbedrohlicher Zustand. Die Atmung wird stark beschleunigt, die Herzfrequenz steigt. Die Hautgefäße dehnen sich aus, das Blut kann nicht mehr gut zirkulieren. Die Zunge hängt möglichst weit heraus, verstärkter Speichelfluss tritt auf. Kann sich das Tier nicht an einen kühleren Ort zurückziehen, beginnt es, panisch zu reagieren.

> Die Schleimhäute und die Zunge verfärben sich ziegelrot.

> Erste Bewusstseinsstörungen treten auf. Die Bewegungen werden taumelnd, das Gleichgewicht ist gestört.

> Steigt die innere Körpertemperatur auf über 40°Celsius, treten Herzrhythmusstörungen auf.

> Im Bereich des Gehirns bilden sich Ödeme, die zu einem Auftreten von Krämpfen führen.

> Der Kreislauf bricht vollständig zusammen, das Tier befindet sich in einem Schockzustand. Infolge der schlechten Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff verfärben sich die Schleimhäute blau.

> Das Tier fällt ins Koma. Durch multiples Organversagen tritt der Tod ein.

Bei welchen Hunden tritt ein Hitzschlag häufiger auf?

Bei Hunden sind vor allem brachycephale Rassen, wie Mops, Französische Bulldogge, Kavalier King Charles Spaniel, Pekinese, stärker gefährdet. Auch Retriever und Malinois sind besonders anfällig, bei hohen Umgebungstemperaturen einen Hitzschlag zu erleiden.

Lassen Sie Ihren Hund NIE alleine im Auto!

In der Regel ist bereits ab April, Mai ist die Sonne stark genug, das Innere eines Wagens rasch aufzuheizen. Ist die Klimaanlage ausgeschaltet, entstehen unerträgliche Temperaturen, die die Gesundheit des Tieres schnell gefährden.

In der unten stehenden  Tabelle sehen Sie, wie schnell die Temperatur im Inneren eines Autos ansteigen kann, obwohl es draußen „doch gar nicht so heiß“ ist. 

Erste Hilfe bei Hitzschlag

Das vorrangigste Ziel ist es, die Körpertemperatur des Tieres zu verringern und den Kreislauf zu stabilisieren.

> Bringen Sie das Tier an einen schattigen und kühlen Ort und kühlen Sie es mit frischem Wasser. Achtung: Nie eiskaltes Wasser verwenden. Die Hautgefäße ziehen sich zu schnell zusammen, der Kreislauf wird zusätzlich belastet.

> Feuchte Handtücher, die für Umschläge benutzt werden, müssen alle zehn Minuten gewechselt werden, damit sich die warme Luft nicht unter dem Handtuch staut.

> Kontrollieren Sie die innere Körpertemperatur mit einem Fieberthermometer, das in den After eingeführt wird. Ohrthermometer sind in diesem Fall nicht geeignet.

> Innerhalb von 60 Minuten sollte die innere Körpertemperatur auf ungefähr 39,5° Celsius sinken. Ab dieser Temperatur muss die aktive Kühlung beendet werden, da sonst eine Untertemperatur entsteht. Tiere, die bei Bewusstsein sind, sollten lauwarmes Wasser zum Trinken erhalten.

> Flössen Sie nie einem bewusstlosen Tier Flüssigkeit ein. Diese könnte in die Lunge gelangen und dort Entzündungen verursachen.

> Ist das Tier bewusstlos, legen Sie es in eine stabile Seitenlage und strecken Sie seinen Kopf nach vorne und oben. Ziehen Sie die Zunge heraus und entfernen Sie eventuell Erbrochenes aus der Mundhöhle.

Organisieren Sie so schnell wie möglich den Transport zu Ihrem Tierarzt oder in eine Tierklinik, damit das Tier für die nächsten 48 Stunden überwacht und intensiv therapiert werden kann.

Achten Sie beim Transport auf eine gute Luftzirkulation und kühlen Sie Ihren Hund weiter mit feuchten Tüchern.