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#Warumbinichtierarztgeworden

„Frau Doktor, ich hab meinem Hund die Ohrentropfen gegeben. Jetzt kotzt er.“ – „Wie, der kotzt nachdem sie ihm die ins Ohr gegeben haben?“ – „Nein, nachdem ich sie ihm gefüttert hab.“

„Mein Hund ist drei Stunden nach Ihrer Behandlung immer noch krank. Warum sind Sie Tierarzt geworden, wenn Sie´s nicht können?“

  „Sie sind doch Tierarzt aus Tierliebe. Warum verlangen Sie Geld für die Behandlung?“

 

#Kopfandiewand  An manchen Tagen frag ich mich auch, weshalb ich nicht als Topmodel mein Geld verdiene.

 
Aber dann kommen diese anderen Tage. Diese Tage, die viel öfter passieren. Diese Tage, an denen meine Patienten freudig schwanzwedelnd in die Ordination kommen. An denen ich eine Nachricht bekomme, dass es dem schwer kranken Tier wieder gut geht. Die Tage, an denen die Frauchen und Herrchen mit einem kleinen Geschenk in der Ordination stehen und sich bedanken, dass es mich gibt und ich ihrem Liebling geholfen habe. Die Tage, an denen ein woanders bereits aufgegebener Patient zu einer Routineuntersuchung zu mir kommt, weil meine Therapie anschlägt.
 
Ich bin Tierärztin, weil ich meine tierischen Patienten liebe. Ich bin Tierärztin, weil ich das Beste für meine Patienten will. Ich bin Tierärztin, weil ich nicht anderen die Entscheidung überlassen will, was in der Tiermedizin ethisch-moralisch vertretbar ist. Ich bin Tierärztin, weil Tiere nicht sagen können, was ihnen weh tut – die brauchen jemanden, der das rausfindet, nämlich mich.
 
Und ganz ehrlich? Ich bin auch voll gern Tierärztin, weil ich finde, das ist supersexy. „Hallo. Mein Name ist Eva. Oh, Vorsicht, ich hab grad einen Abszess aufgeschnitten und der Hund hat mich angeschissen, deswegen riech ich komisch.“ Hey, Männer stehn voll auf sowas, da kommt kein Topmodel dagegen an.
 


Dr. Eva Christina Grafl-Tendl, Bvetmed

  • Studium der Soziologie und Pädagogik
  • Studium der Veterinärmedizin
  • Forscht als Tierärztin (als einzige Europäerin, einzige Frau und eine von vier Tierärzten weltweit) im Team des Kernkraftwerks Tschernobyl (Auswirkung der Kernkraft auf den tierischen Organismus, Ausweitung von Tollwut in der Zone, Seuchenprävention); wurde bereits 2017 von der ukrainischen Regierung für ihre Verdienste an der Zone in Tschernobyl ausgezeichnet
  • führt die Tierordination Penzing (www.tierordination-penzing.at)
  • gilt unter ihren Patienten als Dr. House unter den Tierärzten, da sie vor allem die genaue, haarscharfe, effiziente und vor allem korrekte Diagnostik in allen Bereichen der Veterinärmedizin liebt