Das ist es, was die Werbung und zahlreiche Gütesiegel uns vorgaukeln.
(c) Photo: PublicDomainImages auf Pixabay

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Arme Sau

Ratgeber, Schweinefleisch, Einkaufsführer - news 25/11/20

  • Zwölf Kriterien für Mindesstandards als Maßstab angelegt. 
  • Konventionelles Schweinefleisch erfüllt keinen einzigen dieser Mindeststandards 
  • auch dann nicht, wenn das AMA-Gütesiegel darauf prangt. 
  • Beim Biofleisch erfüllt wenigstens bis zu zehn Kriterien
  • aber bio ist nur drei Prozent des Fleischangebots.

Gezwungen in der eigenen Scheiße zu leben, Hoden und Schwanz bei lebendigem Leib abgeschnitten, in der CO2-Grube elend erstickt: das hat das Schwein mit großer Wahrscheinlichkeit durchgemacht, das gerade als Schnitzel auf Ihrem Teller liegt. 
 
Der Großteil der fünf Millionen in Österreich pro Jahr geschlachteten Schweine lebt unter katastrophalen Bedingungen. Die in der Werbung gern gezeigte rosige Muttersau mit fröhlichen Ferkeln auf Stroh gebettet ist eine fast nie verwirklichte Illusion. Gilt natürlich nicht nur in Österreich, sondern überall, wo Schweine gezüchtet werden.
 
Der „Ratgeber für mehr Tier- und Umweltschutz im Einkaufskorb“, herausgegeben von der Tierschutzombudsstelle Wien und Greenpeace in Zusammenarbeit mit anderen Tierschutz- und Umweltorganisationen ist nichts für schwache Mägen. Unter dem Titel „Augen auf beim Schweinefleischkauf“ listen die Autoren auf, was die armen Schweine im Interesse der Billigfleischindustrie erleiden müssen und wie wenig die sogenannten Gütesiegel tatsächlich wert sind.
 
Insgesamt wurden 26 gängige Siegel und Gütezeichen für Schweinefleisch im Supermarkt unter die Lupe genommen. So wurde etwa überprüft,

  • ob das jeweilige Gütezeichen garantiert, dass Schweinen das Ringelschwänzchen nicht abgeschnitten wird,
  • dass die Tiere ohne Gentechnik-Futtermittel gefüttert werden
  • oder Vollspaltenböden verboten sind.

Zwölf Kriterien von der Haltung im Kastenstand über den Spaltboden bis zur Tötung im Schlachthof wurden als Maßstab angelegt. Das ernüchternde Ergebnis: Konventionelles Schweinefleisch erfüllt keinen einzigen dieser Mindeststandards, auch dann nicht, wenn das AMA-Gütesiegel darauf prangt. Beim Biofleisch werden wenigstens bis zu zehn Kriterien erfüllt, aber bio ist nur drei Prozent des Fleischangebots.

Die Broschüre und der Einkaufsführer mit den Marken und Siegeln im Überblick wird auf der Homepage der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) zum Download angeboten: Einkaufsführer hier zum DOWNLOAD