Buchtipp No92: Matou [10|21]

Hintergrundbild: (c) Free-Photos auf Pixabay, Buchcover Carl Hanser Verlag

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Service, Buchtipp, Roman, Michael Köhlmeier, Carl Hanser - News [20|10|21]

Der Kater Matou hat sieben Leben gelebt, von der französischen Revolution bis in die Gegenwart. Als Hauskater bei Camille Desmoulin, dem Anführer der französischen Revolution, im Kampf gegen die Kolonialherren im Kongo und auf Du und Du mit E.T.A. Hoffmann und Andy Warhol: er kann auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückblicken und viele Geschichten erzählen. Jetzt sitzt er in Wien im 9. Bezirk auf einem Dachboden und widmet sich seinen Memoiren.

Abenteurer und leidenschaftlicher Erzähler von Geschichten, Philosoph von ganzem Herzen: das ist Matou. Doch die größte Leidenschaft von Matou ist es, den Menschen zu verstehen.

Die großen Fragen der Menschheit: beantwortet von einem Kater, der der Homer der Katzen ist. In der Erzählung der sieben Leben des Katers verbindet Michael Köhlmeier philosophische Gedanken mit Humor und der lyrischen Erzählung. Spannend werden Vergangenheit und Gegenwart verknüpft, ein Tanz durch einige Jahrhunderte der Menschheit und der Geschichte. Michael Köhlmeier ist mit Matou ein weiteres spannendes und bezauberndes Buch gelungen. Eine Liebeserklärung an Tiere und die Menschheit, die voll von Ironie und Sprachwitz ist.

Am Ende des Buches zieht Matou ein Fazit über das Leben: „Was für eine schöne Zeit! Was für eine schöne Welt! Was für ein schönes Leben!“ Die beste Aufforderung an die Leser, sich dem Buch zu widmen, kommt von Matou selbst:

„Denk also nicht: Was kann mir schon ein Kater erzählen! Du wirst dich wundern, Freund, was dieser Kater dir alles erzählen kann!“

Michael Köhlmeier wurde bereits mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Marie Luise Kaschnitz Preis für sein Gesamtwerk. Heute lebt Michael Köhlmeier in Hohenems in Vorarlberg und in Wien. In Matou steckt viel von der Persönlichkeit Michael Köhlmeiers, der Katzen liebt. Denn schon Victor Hugo sagt, Gott hat die Hauskatze gemacht, damit wir einen Tiger streicheln können. Die Katze ist die Erinnerung an die Wildnis. Im Wohnzimmer erinnern wir uns. Sie ist die Mahnung, nicht ganz und gar brav zu werden.