Ein eindrucksvolles Plädoyer für die Rechte aller Lebewesen
(c) Hintergrundbild: Wolfgang Eckert auf Pixabay

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Buchtipp No57: Die Schlachthaus-Tagebücher

Tierschutz, Schlachtung, Lina Gustafsson, Ullstein Paperback - news 18/03/21

  • Lina Gustafsson
  • Verlag: Ullstein Paperback
  • 1 März 2021
  • ISBN-10 : 3864931630 
  • ISBN-13 : 978-3864931635
  • Euro: 15,50

In diesem Buch erfolgt das Aufdecken von Missständen auf einem Schlachthof nicht durch Tierschutzorganisationen oder Tierrechtsaktivist*innen sondern durch eine Tierärztin. Lina Gustafsson gibt ihren Job in einer Tierklinik auf, um Tieren auf ihrem letzten Weg zu helfen, die keine Lobby haben.

Tierärztin Lina Gustafsson möchte helfen.

Nach einigen Jahren Arbeit in einer Tierklinik entscheidet sich die Lina Gustafsson für die Arbeit in einem Schlachthof, um leidenden Tieren zu helfen, für die sich sonst niemand einsetzt. Sie bewirbt sich bei der schwedischen Lebensmittelaufsichtsbehörde und beginnt im Oktober 2017 auf einem Schlachthof zu arbeiten. Dort sieht sie ein Leben voller Panik und Leid.

Die Tierärztin setzt sich dort soweit es in ihrer Macht steht für die Rechte der Tiere ein. Bei der Schlachtung von annähernd 3000 Schweinen pro Tag ist die Tierärztin für viele Vorgänge bei der Entladung, der Tötung, der Aufbereitung und der Untersuchung der Tiere verantwortlich. Besonders der raue Umgang der Mitarbeiter des Schlachthofs und der Fahrer der Transport-LKW fällt ihr dabei auf.

Ein Leben voller Panik und Leid.

Besonders schwerwiegende Fälle können der zuständigen Behörde gemeldet werden. Bei anderen Fällen findet Lina Gustafsson kein Gehör und erntet nur Unverständnis. Nach 85 Tagen kann Lina Gustafsson nicht mehr weiter in dem Schlachthof arbeiten. Zu hoch sind die psychischen Belastungen. Sie hält den Geruch des Todes nicht mehr aus und hat in der Nacht Alpträume. Sie kündigt und beginnt ihre Erlebnisse in einem Buch niederzuschreiben.

Plädoyer für die Rechte aller Lebewesen

Mit dem Buch ist Lina Gustafsson ein erschütterndes Plädoyer gelungen, das sich für die Rechte von Lebewesen einsetzt, die den Menschen als Nahrung dienen. Es braucht keine Videos von den Brutalitäten, um erschreckende Bilder vom Leid der Schlachttiere im Kopf entstehen zu lassen.

Die nüchternen Einblicke einer Fachfrau machen die Schilderungen der Umstände im Schlachthof noch eindringlicher. Dabei moralisiert und urteilt die Autorin nicht. Sie überlässt es dem Leser, selbst seine Konsequenzen aus diesem Buch zu ziehen.