Buchtipp No172: Das Verschwinden der Nacht [09|22]

PetdoctorsChoice, Umwelt, Natur, künstliches Licht, Nachtökologie, Jan Eklöf, Droemer Knaur - Petdoctors [05|09|22]
(c) Hindergrundbild: Michael Gaida auf Pixabay Cover: DROEMER Verlag
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PetdoctorsChoice, Umwelt, Natur, künstliches Licht, Nachtökologie, Johan Eklöf, Droemer Knaur - News [05|09|22]

Wie künstliches Licht die uralten Rhythmen unserer Umwelt zerstört

Die Nacht ist nicht still und einsam. In der Dunkelheit gehen Tiere auf die Jagd und pflanzen sich fort. Der Wechsel von Tag und Nacht, Helligkeit und Dunkelheit, beeinflusst den Rhythmus vieler Tiere und auch der Menschen. Verschwindet die Nacht, hat das große Auswirkungen auf das Leben. Sogar aus dem Weltall ist zu erkennen, dass die Dunkelheit überall fehlt. Dunkelheit ist heute ein Privileg.

Lichtempfindliche Tiere werden von der Beleuchtung in Städten und Dörfern verwirrt:

  • Nachtfalter und nachtaktive Insekten schwirren um das anziehende Licht der Laternen, bis sie erschöpft sterben.
  • Ihre Aufgabe, die Bestäubung von Pflanzen, die in der Nacht blühen, können sie nicht mehr erfüllen. Nachtaktive Insekten verschwinden,
  • Vögel stimmen in der Dunkelheit ihren Gesang an.
  • Der Paarungstrieb lässt nach.

Und auch Menschen können durch die starke Lichtverschmutzung krank werden. Künstliches Licht hat aber noch weitere gravierende Folgen für die Natur:

  1. Anders als bei natürlichem Licht, sind Muster verzerrt,
  2. abschreckende Signalfarben verändern sich.
  3. Glühwürmchen können sich nicht mehr vermehren, denn ihre Lichtsignale werden von dem künstlichen Licht überdeckt.
  4. Ständiger Lichtstress sorgt für das Aussterben zahlreicher Arten.

Um weiter im Einklang mit dem Rhythmus der Natur zu leben, können Leser:innen persönlich etwas beitragen. Je mehr wir auf die Dunkelheit in unserem nächsten Umfeld achten und dem inneren Rhythmus folgen, umso besser können wir das Leben in der Dunkelheit wieder entdecken und neue, uns unbekannte Geräusche wahrnehmen.

Derzeit bietet sich uns die Chance, den Schatten und der Dunkelheit wieder einen Teil des Lebensraums zurückzugeben. Die Energiekrise zwingt die Menschen, einen Teil der Lichter abzuschalten und der natürlichen Dunkelheit wieder Raum zu geben. Vielleicht lernen wir in dieser Zeit, die Nacht und ihre Lebewesen wieder zu schätzen.
 
Der Zoologe Johan Eklöf ist ein bekannter Fledermausexperte. Der Autor lebt in Schweden und berät die Behörden und Organisationen zu den Themen Nachtökologie und naturfreundliche Beleuchtung.

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