Buchtipp No122: Unglaubliche Reisen [02|22]

PetdoctorsTipp, Sachbuch, Natur, David Barrie, Verlag Malik
(c) Photo: Oli Götting auf Pixabay, Cover: Verlag Malik
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PetdoctorsTipp, Sachbuch, David Barrie, Verlag Malik - News [12|02|22]

  • David Barrie
  • 27.01.2022
  • Verlag Malik
  • ISBN-10: ‎ 3866482825 
  • ISBN-13: ‎ 978-3866482821
  • Preis: D 16,00 Euro, A 15,00 Euro

Vom inneren Kompass der Tiere

Tiere besitzen kein GPS. Und trotzdem erreichen sie auf ihren Reisen immer ihr Ziel oder finden wieder nach Hause. Ob Fisch, Vogel, Meerestier, Insekt oder andere Säugetiere, zielsicher wird der Weg zum heimatlichen Bau oder dem Partner verfolgt oder ein Winterquartier mit einem reichlichen Nahrungsangebot aufgesucht.

David Barrie beantwortet vielfach gestellte Fragen fundiert auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, verknüpft mit überraschenden Anekdoten:

  1. Wie navigieren Tiere?
  2. Wie können sie den direkten Weg zu ihrem Ziel finden?
  3. Wieso werden sie von dem innerlichen Navi nicht in die Irre geführt?

Der Autor berichtet von Sinnen und Fähigkeiten der Tiere, auf die Menschen keinen Zugriff haben.  Untersuchungen iund Studien von Wissenschaftler:innen liefern spannende Erkenntnisse, dass sich die Tiere an den unterschiedlichsten Dingen orientieren:

  • Erdmagnetfeld,
  • Lichtmustern,
  • Schallwellen
  • Gerüchen

Die Navigation ist für Tiere eine Frage des Überlebens in der freien Wildbahn.

Verfügen auch Menschen über ein Navigationssystem?

Wie orientiert sich eigentlich der Mensch? Was weiss die Wissenschaft darüber? Verletzungen des Hippocampus, dem Arbeitsspeicher unseres Gehirns, zeigen, dass dieser eine wesentliche Rolle bei der Orientierung spielt. Beispielsweise können sich betroffene Personen nur mehr schwer merken, wo ihr neues Zuhause liegt. Vor allem auch der endorhineale Cortex unseres Gehirns dürfte hier eine wesentliche Rolle spielen.

Diese Erkenntnisse finden auch Anwendung in der Praxis insbesondere bei der Planung von Pflegeeinrichtungen. Architekten, Designer, Konstrukteure und Ingenieure planen Gebäude, in denen sich Betroffene leichter orientieren können. Ein Umstand, der auch bei dem Umgang mit an Alzheimer erkrankten Menschen immer mehr Beachtung findet.

Wir verfügen über Kopfrichtungszellen, Gitterzellen und Orientierungszellen

Spannende neue Experimente zeigen, dass wir nicht blind dem elektronischen Navi vertrauen müssen, sondern auch auf eigene Leistungen des Gehirns zugreifen können. Es sind allerdings dazu noch viele Fragen zu den Kopfrichtungszellen, Gitterzellen und Orientierungszellen offen. In diesm Sinn empfiehlt Autor  verschüttete Fähigkeiten wieder zu entdecken und unseren natürlichen Orientierungsinn wieder zu entdecken. Unsere Sinne zu schulen, wieder zu entdecken statt dem Navi ohne wenn und aber "blind" zu folgen. 
 
David Barrie hat Psychologie und Philosophie in Oxford studiert. Der Schmetterlingsforscher und begeisterte Segler lebt in London. Viele seiner Veröffentlichungen sind bei National Geographic erschienen.