Senioren: Kaninchen brauchen ab dem fünften Lebensjahr mehr Ruhe [10|21]

Auch Kaninchen haben im Alter besondere Bedürfnisse.
(c) Photo: Pixel-mixer auf Pixabay

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Alter, Senioren, Krankheit, Schmerzen, Verhalten, Haltung, Vorsorge - News [03|10|21]

  • Kaninchen werden 8 – 12 Jahre alt
  • Je größer ein Kaninchen ist, umso geringer ist seine Lebenserwartung
  • Ab dem fünften Lebensjahr ist das Kaninchen ein Senior
  • Alte Kaninchen haben besondere Bedürfnisse

Auch Kaninchen kommen ins Rentenalter. Die Nager, die acht bis zwölf Jahre alt werden, gelten ab dem fünften Lebensjahr als Senioren. Ab dann ist jedenfalls mehr Ruhe angesagt.

1. Die neun häufigsten Krankheiten im Alter:

  1. Arthrosen, vor allem in den Sprunggelenken
  2. Schmerzhafte Spondylosen der Wirbelsäule
  3. Nierenerkrankungen
  4. Häufige Blasenentzündung
  5. Zahnprobleme
  6. Herzerkrankung
  7. Tumore
  8. Verstopfter Tränen-Nasenkanal
  9. Verdauungsprobleme

2. Woran Sie erkennen, dass Ihr Kaninchen alt geworden ist:

  • Der Bewegungsdrang ist verringert
  • Ihr Kaninchen springt nicht mehr auf erhöhte Podeste
  • Das Fell wird nicht vollständig geputzt
  • Das Kaninchen kann mit seinen Hinterläufen die Ohren nicht mehr erreichen
  • Das Fell wirkt stumpf und struppig
  • Die Analgegend ist häufig verklebt
  • Der Blinddarmkot wird nicht mehr direkt am After aufgenommen
  • Durchfall tritt vermeht auf, da die Darmschleimhaut das Wasser nicht mehr so gut aufnehmen kann
  • Ihr Kaninchen kann sich nur mehr mit einer Vorderpfote putzen, die andere wird für das Abstützen des Körpers benötigt
  • Die Muskeln bilden sich zurück
  • Adipositas: Ihr Kaninchen nimmt übermäßig zu

3. Alte Kaninchen haben besondere Ansprüche an die Haltung:

  • Im Außengehege kommt es durch das verklebte Fell und die Durchfälle schnell zu Madenbefall: tägliche Kontrolle
  • Alles was Kaninchen stresst sollte vermieden werden
  • Die Futterschüssel und das Trinkwasser müssen gut erreichbar sein
  • Barrierefreies Gehege (Das Kaninchen sollte nicht gezwungen sein zu springen, Hindernisse zu überwinden etc.)
  • Kaninchen können im Alter einen eingeschränktem Sehsinn haben, daher sollte das Gehege nicht mehr ständig umgestaltet werden.
  • Der Ruheplatz muss weich und bequem sein
  • Die Gesellschaft anderer Kaninchen tut gut, solange es kein Mobbing gibt. (Beobachten Sie das Verhalten in der Gruppe)
  • Warme Umgebungstemperatur ist wichtig, da alte Kaninchen ihre Körpertemperatur nur mehr schwer stabil erhalten können
  • Tiergerechtes Futter mit einem hohen Flüssigkeitsanteil, um die Nieren durchzuspülen
  • Rutschfeste Bodenunterlage im Käfig und im Auslauf. Aber kein Stoff oder Teppich, denn die meisten Stofffasern können von Kaninchen nicht verdaut werden und verstopfen den Darm
  • ACHTUNG: die meisten Nahrungsergänzungsmittel sind für Kaninchen wegen der hohen Dosierung UNGEEIGNET. Sie können die Nieren und die Leber schädigen.

4. Vorsorgeuntersuchungen werden im Alter immer wichtiger:

Ein bis zwei Mal pro Jahr sollte ein altes Kaninchen von einer Tierärzt*in untersucht werden:

  1. Klinische Untersuchung, um den Hörsinn und Sehsinn zu überprüfen
  2. Blutuntersuchung
  3. Kotuntersuchung

Auch alte Kaninchen können ein sehr glückliches Leben führen. Regelmäßige Kontrollen durch Ihre Tierärzt*in und eine maßgeschneiderte Medikamentengabe erhöhen die Lebensqualität durch Reduktion von  Schmerzen bei Arthrosen und Spondylosen etc..

Lassen Sie Ihr Kaninchen den Lebensabend mit seinen Kuschelfreunden einfach genießen.