Was Meerschweinchen und Kaninchen gut tut und was sie lieber nicht fressen sollten.
(c) Photo: Rebekka D auf Pixabay

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Das grüne Buffet ist angerichtet: die Top 10 der Meerschweinchen und Kaninchen

Kaninchen, Meerschweinchen, Ernährung, Kräuter, Gräser - news 11/03/21

  • Sobald die Temperaturen steigen, beginnen die ersten Kräuter und Pflanzen ihre grünen Spitzen aus der Erde zu strecken.
  • Wenn die Gänseblümchen blühen, ist es Zeit den Speiseplan von Kaninchen und Meerschweinchen abwechslungsreicher zu gestalten.
  • ABER bitte nicht zu viel an frischem Grün und pflücken Sie keine Gräser, die an Ackerrändern wachsen.
  • Wenn die Futterumstelliung zu schnell erfolgt, sind Durchfälle die Folge.

1. Immer Heu zusätzlich anbieten:

Kaninchen und Meerschweinchen benötigen täglich Heu, auch wenn sie grünes Frischfutter erhalten. Weil

  1. die getrockneten Halme beim Kauen für den Abrieb der Zähne sorgen.   
  2. die Ballaststoffe die Verdauung fördern und Blähungen verhindern.

2. Die Top 10 Kräuter:

Was bei Nagern besonders beliebt ist:

  1. Giersch
  2. Löwenzahn
  3. Kamille
  4. Spitzwegerich
  5. Ackersenf
  6. Gänseblümchen
  7. Scharbockskraut vor der Blüte
  8. Klee
  9. Vogelmiere
  10. Gundermann

Achtung:

  • Brennnesselblätter bitte nur angewelkt füttern, um die Brennwirkung zu mildern.
  • Und füttern Sie NIE gemähtes Gras aus dem Rasenmäher. An den stumpfen Schnittstellen setzen schnell Fäulnisprozesse ein. Der Rasenschnitt beginnt zu gären. Verdauungsprobleme, wie Blähungen und Durchfälle sind die Folge.

3. Frische Kräuter immer nur in kleinen Mengen füttern:

Damit sich der Verdauungstrakt der Nager nach der Wintersaison langsam wieder an Frischfutter gewöhnen kann, sollten Sie frische Kräuter und Gräser in den ersten Tagen nur in kleinen Mengen füttern. Steigern Sie die Menge an Frischfutter langsam über drei Wochen. Dadurch haben die Bakterien im Verdauungstrakt die Gelegenheit, sich an das neue Futter zu gewöhnen.

4. Die Ernährungspyramide von Kaninchen und Meerschweinchen

  • 70 % Grünfutter: Gräser, Blumen, Kräuter, Blattgemüse, Zweige
  • 20 % Gemüse
  • 9 % Obst
  • 1 % Getreide oder Trockenfutter

Wilde Kaninchen und Meerschweinchen fressen große Mengen an Gräsern und Kräutern. Sie sind daran gewöhnt. In Käfighaltung wird ein Teil des Grünfutters durch Heu ersetzt. Es muss IMMER zur Verfügung stehen, da sonst Verdauungssprobleme auftreten und die Zähne zu wenig beaunsprucht werden. Die Zähne von Kaninchen und Meerschweinchen wachsen ein Leben lang. Es ist daher wichtig, dass durch das Kauen von Heu ein Abrieb erfolgt. Sonst müssen die Zähne regelmäßig in der Tierarztpraxis gekürzt werden.

Tipp:

Wenn Sie keine Möglichkeit haben, frisches Gras, Blumen und Kräuter zu sammeln, können Sie auf der Fensterbank in Blumenkästen Kleintierwiesen-Mischungen anbauen.

5. Gesundes Gemüse für Meerschweinchen und Kaninchen:

  • Fenchel
  • Pastinaken
  • Paprika
  • Sellerie
  • Gurken
  • Karotten

Das bitte nicht - oder nur in kleinen Mengen: 

  • Grüner Salat: hoher Nitratgehalt
  • Spinat: viel Oxalsäure
  • Brokkoli
  • Mangold
  • Obst: Schädigung der Zähne durch Fruchtzucker

6. Trockenfutter aber OHNE Getreide

Heupellets sind gut für die Verdauung. Auch getrocknete, geptresse Luzerne ist ein  beliebter und gesunder Leckerbissen. Aber auch hier gilt: bitte nicht zu viel davon. Luzerne ist eiweißreich und sehr calciumhältig.

Getreide Körner sollten nur als besonderes "Leckerli" z.B. als Belohnung, angeboten werden. 

7. Gutes Trockenfutter enthält:

  • KEINEN Zucker,
  • KEINE Zuckerersatzstoffe oder Honig 
  • KEIN Getreide und 
  • KEINE Nüsse
  • WENIG Kalzium

Achten Sie beim Kauf von Knabberstangerln & Snacks auf die Inhaltsstoffe. Füttern Sie bitte KEIN getrocknetes Brot (= Getreide!)

Eine gesunde und natürliche Ernährung ist für Ihr Kaninchen und Meerschweinchen überlebenswichtig. Auch sie können Übergewicht und Diabetes entwickeln.

8. Salzleck- und Kalksteine sind überflüssig

Zu viele Mineralien führen bei Kaninchen und Meerschweinchen zu Nierenproblemen, zu Harnsteinen und anderen Krankheiten. Eine ausgewogene Ernährung ist vollkommen ausreichend.

9. Zusammenfassung und Tipps:  

Füttern Sie Heu, Luzerne und gut verdauliche Kräuter und Gemüse.

Bitte absolut vermeinden:

  1. KEIN Getreide, Zucker, Honig oder Nüsse (Achtung: Knabberstangeln enthalten meist alle diese Zutaten!)
  2. KEIN getrocknetes altes Brot (=Getreide und daher sehr schwer verdaulich für Kaninchen und Meerschweinchen) 
  3. KEINE Zweibelgewächse (z.B. Zwiebel, Knoblauch), Avokados oder exotisches nicht artgerchtes Obst
  4. KEINE Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen)
  5. KEINE Salzlecksteine und Kalksteine. Werden Kaninchen und Meeerschweinchen artgerecht und ausgewogen ernährt, brauchen sie diese nicht. Im Gegenteil sie können ihnen schaden.

10. Mehrwissen über die Ernährung von Kaninchen und Meerschweinchen: