Medikamente können des Training positiv unterstützen.
(c) Photo: Brett Hondow auf Pixabay

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15 % aller Hunde leiden unter Trennungsangst: was tun?

Hund, Verhalten, Angststörung, Training, Medikamente - news 18/02/21

  • Bei Trennungsangst hat Ihr Hund ein Problem damit, allein zu bleiben
  • 15 % der Hunde leiden unter Trennungsangst Trennungsangst kann zu massiven Verhaltunsstörungen führen 
  • Die Symptome reichen von Bellen, über Harn- und Kotabsatz bis zum Zerstören der Wohnung
  • In schweren Fällen kommt es zu einer Selbstverstümmelung

Trennungsangst bei Hunden muss immer mit einem konsequenten Training durch eine qualifizierte TiertrainerIn behandelt werden. Medikamente bieten keine endgültige Lösung. Sie sind nur dafür gedacht, die Arbeit der  VerhaltensexpertInnen zu unterstützen und dem Hund den positiven Umgang mit der Situation zu erleichtern.

Welche Medikamente bei Trennungsangst eingesetzt werden können:

1. Clomicalm

  • Clomicalm wirkt an den Synapsen des zentralen Nervensystems und verhindert die Wiederaufnahme von Serotonin.
  • Ihr Hund fühlt sich dadurch entspannt und glücklich.
  • Clomicalm darf nur angewendet werden, wenn ein schweres Verhaltensproblem besteht.
  • Achtung: Passt der Lebensstil der HundehalterInnen nicht zum Hundeleben (zu wenig Zeit für Spaziergänge und Zuwendung) wird das Medikament keinen Erfolg zeigen.
  • Clomicalm beseitigt auch nicht das Problem Ihres Hundes. Es erleichtert nur das Training, bei dem Ihr Hund lernen kann, mit seiner Angst umzugehen.

Anwendung:

Clomicalm wird zweimal täglich mit dem Futter verabreicht. Eine Behandlung mit den Tabletten muss zwei bis drei Monate lang durchgeführt werden.

Nebenwirkungen:

  • Erbrechen
  • Müdigkeit
  • Erhöhung der Leberwerte
  • Wechselnder Appetit
  • Clomicalm darf nicht bei Zuchtrüden eingesetzt werden.

2. Selgian

Selgian ist ein Monoaminoxidase Hemmer. Selgian hemmt ein Enzym, das die Neurotransmitter Dopamin, Serotonin, Adrenalin und Noradrenalin abbaut. Die Botenstoffe können dadurch länger wirken, Ihr Hund ist emotional stabiler.

Anwendung:

Die Tabletten werden am Morgen eingegeben, solange Ihr Hund noch kein Futter erhalten hat. Eine Behandlung muss mindestens über zwei Monate erfolgen.

Nebenwirkungen:

  • Unruhe
  • Trockene Schleimhäute: der Hund schleckt ständig, um die Trockenheit der Mundschleimhaut zu verringern
  • Schwindel
  • Herzrhythmusstörungen
  • Selgian darf nicht eingesetzt werden, wenn eine Trächtigkeit vorliegt, oder die Hündin Welpen säugt, da das Medikament die Ausschüttung von Prolaktin verringert.

3. DAP

DAP wird bei Hunden in Form eines Sprays, eines Halsbands oder eines Zerstäubers angewendet. Das Beruhigungs-Pheromon vermittelt Ihrem Hund ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Es ist ein natürliches Produkt, das die Sozialisierung des Hundes fördert und Stress und Angst verringert. Bei der Wirkung von DAP bestehen große individuelle Unterschiede.

4. Für alle Medikamente gilt: immer nur in Rücksprache mit Ihrer TierärztIn

Medikamente gegen Trennungsangst dürfen nur nach Rücksprache mit einer TierärztIn eingesetzt werden, die die individuelle Dosis für Ihren Hund festlegt. Während der Behandlung müssen die Leberwerte und Nierenwerte regelmäßig mittels einer Blutuntersuchung kontrolliert werden.

5. Die Medikamente können nie die professionelle Arbeit eines pettrainers ersetzen.

Sie helfen Ihrem Hund lediglich dabei, die Angst so weit in Schach zu halten, dass ein Training möglich ist.

Nehmen Sie bei Trennungsangst bei Ihrem Hund immer die Hilfe einer TiertrainerIn in Anspruch. (pettrainers Suche in Österreich)