Spannende Studie: wie Hunde von Artgenossen im Rudel lernen [06|22]

Verhalten, Forschung, Lernen, Hunderudel, Straßenhunde, VetMed Wien - Petdoctors [11|06|22]
(c) Photo: Stefan Kuhn auf Pixabay
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Verhalten, Forschung, Lernen, Hunderudel, Straßenhunde, VetMed Wien - News [11|06|22]

  • Spannendes Forschungsprojekt wird an der Veterinärmedizinischen Universität Wien gestartet.
  • Untersucht wird, wie Hunde von Artgenossen lernen
  • Ziel der Studie ist es, mehr über die sozialen Lernstrategien der Hunde im Rudel zu erfahren.

Guilia Cimarelli, Sarah Marshall und Friederike Lange beobachten derzeit am Konrad Lorenz Institut für vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien die vielfältigen Strukturen in einem Rudel von Streunern. Das Ziel der Studie ist es, ein Modell für sozialen Lernstrategien der Hunde zu entwickeln.

1. Hunde treffen Entscheidungen, von wem sie lernen:

  • Ausgesetzte Hunde oder Straßenhunde müssen sich in einem Leben ohne menschliche Versorgung zurechtfinden.
  • Dafür entwickeln sie eigene Strategien, um mit der Unberechenbarkeit des Alltags, mit Hunger und Durst zurechtzukommen.
  • Sie sammeln Erfahrungen, die ihnen helfen die täglichen Gefahren zu vermeiden und zu bewältigen.
  • Sie lernen von erfahrenen Artgenossen mit dem sich ständig verändernden Lebensraum besser und leichter zurecht zu kommen.

2. Alle Hunde sind sich bewusst, dass:

  1. sich auch Artgenossen irren können
  2. ein falsches Beispiel zu einer gefährlichen Situation führen kann

Sie besitzen unterschiedliche Lerntaktiken, um zu entscheiden, was und von wem sie lernen. Aus bereits vorhandenen Studien über Haushunde ist bekannt, dass eine soziale Lernfähigkeit für das Verhalten wichtig ist. Es wird vermutet, dass Streuner bei dem sozialen Lernen besonders flexibel sind, damit sie sich besser und schneller an ihre Umwelt anpassen können.

3. Verschiedene und wechselnde Vorbilder sind wichtig:

  • Vermutet wird, dass die Streuner innerhalb des Rudels andere Hunde beobachten und sachkundige Vorbilder aussuchen.
  • Die Auswahl wird stark von der Qualität der Beziehung unter den Hunden und die Komplexität der zu lernenden Aufgaben beeinflusst.

Statistische Daten zu der sozialen Dynamik unter Hunden helfen den Forscherinnen, zwischen einem individuellen und sozialen Lernen zu unterscheiden. Verschiedene Faktoren aus der Umwelt werden in der Studie ebenso berücksichtigt, wie die Dynamik im Hunderudel.

4. Neue Erkenntnisse zum Lernverhalten von Hunden erwartet:

Die Studie der VetMed Wien wird Beobachtungen mit Feldexperimenten verbinden. 

Es ist bekannt, dass freilebende Hunde ihre Nahrung mit einer für sie charakteristischen Vorgangsweise suchen. Das Experiment baut auf den verschiedenen Strategien zur Futtersuche  auf:

  • Es wird untersucht, wie Jungtiere als Neulinge in einer Gruppe Strategien von anderen Hunden bei der Futtersuche übernehmen.
  • Beobachtet wird, welche Hunde ein bestimmtes Verhalten übernehmen
  • und wie sich dieses übernommene Verhalten im gesamten Rudel verbreitet. 

Mit den Ergebnissen schließt die Studie eine Lücke im Wissen über das Lernverhalten von Hunden im Rudel. 

Petdoctors wartet gespannt auf die Ergebnisse der Studie und wird darüber brichten.