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Auch kleine Hunde brauchen Führung

Der Napoleon-Komplex

Auch kleine Hunde benötigen Führung, um Sozialkontakte ausleben zu können. Impulskontrolle ist für alle Hunde notwendig.


Ein Verhalten, bei dem eine kleine Körpergröße durch Lautstärke und Angriff ausgeglichen wird, heißt Napoleon-Komplex. Ist die Angriffslust und der cholerische Charakter kleiner Hunde angeboren, oder wird dieses Verhalten durch falsche Erziehung ausgelöst?

Veranlagung und Erziehung

Kleine Hunde werden oft unterschätzt. Sie wirken süß und wecken über das Kindchenschema den Beschützerinstinkt bei Ihren Haltern. Als Schoßhunde werden sie häufig in Taschen getragen, vermenschlicht und nicht artgerecht, wie Hunde, behandelt.

Zu stark verwöhnte Hunde beherrschen aber keine Impulskontrolle, sie erhalten sofort was sie wollen und entwickeln sich zu Tyrannen im Taschenformat. Da sie ohnehin nur zwicken, und nicht wie große Hunde durch einen Biss schwere Verletzungen verursachen, werden die Kleinen oft nicht richtig erzogen.

Gleiche Bedürfnisse wie die Großen

Kleine Hunde benötigen ebenso eine artgerechte Haltung und Erziehung wie große Hunde. Sie wollen laufen, schnüffeln und durch Kontakt mit Artgenossen ihre sozialen Bedürfnisse befriedigen. Sie sind keine Plüschtiere, die niedlich in stylischen Taschen herumgetragen werden wollen.

Sozialisierung und Impulskontrolle

Bereits in der Prägephase sollten alle Hunde lernen, mit Artgenossen ohne Aggression zu spielen. Aber auch für ausgewachsene Hunde ist es nie zu spät, richtiges Verhalten zu erlernen. Lassen sie Ihren Hund unter Aufsicht mit anderen, gut erzogenen Hunden spielen, damit er durch deren Beispiel lernen kann.

Auch kleine Hunde sollten Grundkommandos kennen. Die Übungen „Sitz, Platz und Bleib“ stärken das Grundvertrauen in den Rudelführer, den Halter. Biegt plötzlich ein großer Hund um die Ecke, wird die Aufmerksamkeit auf den Besitzer gerichtet, der die Führung übernimmt. Beherrscht der kleine Hund die Kommandos bereits, kann er den anderen Hund kurz begrüßen und wird dann zurückgerufen. Angst, Bell- und Zwickattacken werden so vermieden.

Ziehen Sie nicht an der Leine und reagieren sie nicht panisch, wenn Ihr Hund auf einen größeren Hund zugehen möchte. Heben sie Ihn nicht sofort beim ersten Kontakt hoch und schreien Sie auch nicht bei Kommandos. So steigern sie nur die Angriffslust der beiden Kontrahenten.

Wann ein kleiner Hund Ihren Schutz braucht

Bei Spielen auf der Hundewiese kann es grob zugehen. Große Hunde wirken durch ihr Körpergewicht bedrohlich. Hat der große Hund einen ausgeprägten Jagdinstinkt, kann es vorkommen, dass der kleine Artgenosse als Beute betrachtet wird. Hier muss unbedingt eingegriffen werden. Trotzdem sollte der Kontakt mit großen Hunden unter Aufsicht stattfinden.

Bedrängt der große Hund den kleineren versehentlich, können sie eingreifen und Ihren Hund zurückrufen.
Menschenansammlungen können für kleine Hunde aus der Froschperspektive bedrohlich wirken.

Zum Selbstschutz gehen sie zum Angriff über. In solchen Fällen sollte ihr kleiner Hund hochgehoben werden, damit er nicht getreten wird, oder sich in die Enge getrieben fühlt.

Auch kleine Hunde sind Hunde und keine kleinen Menschen. Ermöglichen Sie Ihrem Mini-Wuff ein artgerechtes Hundeleben.