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Der Napoleon Komplex: auch kleine Hunde brauchen Führung

Verhalten/Impulskontrolle/Erziehung/Sozialisierung - Update am 17. September 2020

Ein Verhalten, bei dem eine kleine Körpergröße durch Lautstärke und Angriff ausgeglichen wird, heißt auch Napoleon-Komplex. Ist die Angriffslust und der cholerische Charakter kleiner Hunde angeboren, oder wird dieses Verhalten durch falsche Erziehung ausgelöst?

1. Veranlagung und Erziehung

Kleine Hunde werden oft unterschätzt. Sie wirken süß und wecken über das Kindchenschema den Beschützerinstinkt bei Ihren Haltern. Als Schoßhunde werden sie häufig in Taschen getragen, vermenschlicht und nicht artgerecht, wie Hunde, behandelt.

Zu stark verwöhnte Hunde beherrschen aber keine Impulskontrolle, sie erhalten sofort was sie wollen und entwickeln sich zu Tyrannen im Taschenformat. Da sie ohnehin nur zwicken, und nicht wie große Hunde durch einen Biss schwere Verletzungen verursachen, werden die Kleinen oft nicht richtig erzogen.

2. Die gleichen Bedürfnisse wie die Großen

Kleine Hunde benötigen ebenso eine artgerechte Haltung und Erziehung wie große Hunde. Sie wollen laufen, schnüffeln und durch Kontakt mit Artgenossen ihre sozialen Bedürfnisse befriedigen. Sie sind keine Plüschtiere, die niedlich in stylischen Taschen herumgetragen werden wollen.

3. Sozialisierung und Impulskontrolle:

  • Bereits in der Prägephase sollten alle Hunde lernen, mit Artgenossen ohne Aggression zu spielen. Aber achten Sie besonders bei kleinen Hunden darauf, dass die Spielpartner höflich und rücksichtsvoll sind. Sonst könnte genau das Gegenteil eintreten, statt erwünschter Sozialisation prägt Angst und Panik das Zusammentreffen mit anderen Hunden. Lassen sie Ihren Hund daher nur unter Aufsicht mit anderen, gut erzogenen Hunden spielen. Nur so wird er durch deren Beispiel lernen und an Sicxherheit gewinnen.
  • Auch kleine Hunde sollten Grundkommandos kennen. Die Übungen „Sitz, Platz und Bleib“ stärken das Grundvertrauen in den Rudelführer, den Halter. Biegt plötzlich ein großer Hund um die Ecke, wird die Aufmerksamkeit auf den Besitzer gerichtet, der die Führung übernimmt. Beherrscht der kleine Hund die Kommandos bereits, kann er den anderen Hund kurz begrüßen und wird dann zurückgerufen. Angst, Bell- und Zwickattacken werden so vermieden.
  • Ziehen Sie Ihren Hund nicht an der Leine von etwas weg, wenn er nicht gleich reagiert. Kleine Hunde sollten genauso wie große Hunde das Recht haben ausgiebig ihre Umgebung zu erkunden, zu schnüffeln. Nur weil sie klein sind und wenig Widerstand leisten können, heißt das nicht, dass man ihre Bedürfnisse weniger ernst nehmen sollte.
  • Heben Sie Ihren Hund nicht bei jeder Gelegenheit hoch, wenn er nicht weiter gehen will, auf Artgenossen trifft etc. Es verunsichert ihn in der Regel sehr den Boden unter den Füßen zu verlieren. Nur die weingsten Vierbeiner schätzen es, hoch gehoben zu werden. 

4. Wann ein kleiner Hund Ihren Schutz braucht:

  • Bei Spielen auf der Hundewiese kann es grob zugehen. Große Hunde wirken durch ihr Körpergewicht bedrohlich. Hat der große Hund einen ausgeprägten Jagdinstinkt, kann es vorkommen, dass der kleine Artgenosse als Beute betrachtet wird. Hier muss unbedingt eingegriffen werden. Trotzdem sollte der Kontakt mit großen Hunden unter Aufsicht stattfinden iun dnicht immer gleich unterbunden werden..
  • Bedrängt ein  großer Hund den kleineren offensichtlich, können und sollten sie eingreifen. z.B. ihren Hund zurückrufen oder sich vor ihn stellen und so Schutz bieten.
  • Menschenansammlungen können für kleine Hunde aus der Froschperspektive bedrohlich wirken. vermeiden sie diese Situationen.
  • Wenn Sie Ihren Hund in bedrohlichen Situationen nicht schützen, wird er das selbst übernehmen. Zum Selbstschutz gehen auch keine Hunde zum Angriff über.
  • Ziehen sie rechtzeitig eine HundetraineriI zu Rate bevor aus ihrem süßen Kleinen ein angriffslustiger, kläffender Napoleon wird. (Finden Sie eine HundetrainerIn in Ihrer Nähe in der pettrainer Suche hier.)

Auch kleine Hunde sind Hunde und keine kleinen Menschen. Ermöglichen Sie Ihrem Mini-Wuff ein artgerechtes Hundeleben.