Stimmt das? Je größer das Gehirn umso intelligenter [11|22]

Hund, Katze, Verhalten, Medizin, Forschung, Gehirn, Nervensystem, Neuronen - Petdoctors [02|11|22]
(c) Photo: Michael Jarmoluk auf Pixabay
Teilen

Hund, Katze, Verhalten, Medizin, Forschung, Gehirn, Nervensystem, Neuronen - News [02|11|22]

  • Katze oder Hund: wer hat beim Denken die Nase vorn?
  • Je größer der Kopf umso intelligenter? Oder hat das nichts damit zu tun? 
  • Hund & Katze sind in Verhalten und Sprache zwei völlig unterschiedliche Lebewesen
  • Dennoch werden sie immer wieder miteinander verglichen.
  • Wer ist nun der Gescheitere von beiden? 

Zwei in ihrem Wesen völlig verschiedene Tiere:

Der Hund ist sehr anhänglich, sucht die Nähe seiner Menschen und ist an die Lebensweise der Zweibeiner angepasst.
Die Katze gibt sich unabhängig, selbstständig und ist bereit, sich von Menschen versorgen zu lassen.

Wer einen Lebenspartner und engen Freund sucht, der sollte sich für einen Hund entscheiden. Wer einen unabhängigen, unbeugsamen "Personalchef" bevorzugt ist besser mit einer Katze beraten.

Es stellt sich die Frage, ob eines der beiden Tiere über bessere Gehirnfunktionen und Denkleistungen verfügt UND diese sein Verhalten gegenüber uns Menschen beeinflussen.

1. Was verstehen wir eigentlich unter Intelligenz?

  • Maßgeblich für die Intelligenz eines Lebewesens ist nicht nur die Anzahl der Neuronen, sondern auch die Dichte und Vernetzung der Nervenzellen untereinander.
  • Eine hohe Dichte von Neuronen spricht für eine entsprechende Denkleistung des Gehirns, spontane Entscheidungen können leichter gefällt werden. 
  • Allgemein wird Intelligenz als Fähigkeit schnell und logisch zu denken beschrieben. 
  • Emotionale Intelligenz geht darüber hinaus und beschreibt die Fähigkeit, die Gefühlswelt andere Lebewesen zu erfassen und darauf reagieren zu können.

Hunde sind Kooperationspartner. Sie verfügen über eine hohe emotionale und soziale Intelligenz. Sie können sich sehr gut an die Lebensweise der Menschen anpassen und mit ihnen interagieren. Sie passen sich flexibel an neue Situationen an. Wesentlich für sie ist dabei die emotionale Unterstütung Ihrer Menschen.

Katzen sind als Kooperationspartner in der Regel nicht geeignet. Sie agieren sehr eigenständig. Sie passen sich an neue Lebenssituationen viel schwieriger an als Hunde. Sie schätzen keine Veränderungen ihres Umfelds. Sie sind sehr beharrlich und zielgerichtet in der durchsetzung ihrer Anliegen an Zweibeiner.

2. Die Grundlagen von Intelligenz:

2.1 Das Nervensystem:

  1. Das Nervensystem setzt sich aus dem Gehirn und Rückenmark, dem peripheren Nervensystem und dem vegetativen Nervensystem zusammen.
  2. Gehirn und Rückenmark bilden die Schaltzentrale, die Befehle für Reaktionen erteilt, das periphere Nervensystem ist der Informationslieferant.
  3. Die im ganzen Körper verzweigten Nerven bestehen aus sensorischen Fasern, die Informationen an das Gehirn weiterleiten und motorischen Fasern, die die Reize an die Zielorgane senden.

MehrWissen: Das vegetative Nervensystem beeinflusst alle Vorgänge, die nicht unter der Kontrolle von zentralem und peripherem Nervensystem stehen. z.B. Unsere Atmung wird nicht nicht bewusst gesteuert. Das trifft auch für unseren Herzschlag zu. 

2.2 Das Gehirn: die Neuronen

  • Das Gehirn besteht aus Milliarden von Zellen, den Neuronen,
  • Die Neuronen kommunizieren über Botenstoffe mit anderen Zellen.
  • In der Großhirnrinde befinden sich Neuronen, die für Bewusstsein und Denkleistung verantwortlich sind.
  • Emotionen werden über das Limbische System gesteuert, das Instinkt und erlernte Handlungen miteinander verbindet.

Die Intelligenz eines Tieres wird durch die Anzahl der Neuronen in der Großhirnrinde bestimmt. Bei der Untersuchung von Gehirnen verschiedener Fleischfresser konnte festgestellt werden, dass

  1. Hunde in den Hirnzellen der Großhirnrinde über doppelt so viele Neuronen verfügen als Katzen. 530 Millionen Neuronen befinden sich im Gehirn von Hunden,
  2. 250 Millionen in der grauen Substanz des Katzengehirns.
  3. Menschen verfügen über 16 Milliarden Neuronen.

3. Bestimmt die Gehirngröße die Anzahl der Neuronen?

  • Die Zahl der Neuronen nimmt proportional mit der Masse des Gehirns zu.
  • Ab einer bestimmten Grenze ist dies aber nicht mehr der Fall.
  • Weil Neuronen für ihre Funktion sehr viel Energie benötigen.
  • Große Tiere wären nicht mehr in der Lage, ausreichend Nährstoffe mit dem Futter aufzunehmen.
  • Daher wächst ab einer bestimmten Körpergröße nur mehr die Größe des Gehirns, die Anzahl der Neuronen stagniert.

Pflanzenfresser verfügen über die gleiche Anzahl von Neuronen wie Fleischfresser, obwohl Beutejäger kompliziertere Denkprozesse bewältigen müssen.

MehrWissen: Hauskatzen besitzen ein kleineres Gehirn als wilde Katzen. Wegen der Versorgung mit Futter durch Menschen werden weniger Gehirnareale aktiv genutzt.

4. Wer ist nun klüger, Hund oder Katze?

Die Funktionsweise des Gehirns und der Ablauf der Denkprozesse ist noch lange nicht vollständig geklärt. Darüber hinaus ist das Verhalten von Hund und Katze völlig unterschiedlich. Entschprechend verschieden sind auch die Aufgaben, die Sie lösen müssen.

Die Diskussion, welcher Vierbeiner der Klügere ist, wird sicherlich länger laufen. Fest steht, dass Denkleistungen von der Anzahl der Neuronen und ihren Verknüpfungen bestimmt werden. Die größe des Gehirns spielt dabei eine untergeordnete Rolle.