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Facebook auf Nasenhöhe

Wer gerade mit welchen Neuigkeiten vorbei gekommen ist

 

Ein Spaziergang mit dem Hund führt oft von Baum zu Baum und von Hauseck zu Hauseck. Auch wenn Sie zügig vorankommen wollen, bleibt ihr vierbeinier Freund immer wieder stehen, um das Bein zu heben und Harn abzusetzen.  Ein Spritzer an die Hauswand, ein Tröpfchen an den nächsten Baum – Hauptsache der Urin wird möglichst hoch platziert. Auch Hündinnen machen bei diesem Vorgang keine Ausnahme. Sie strecken ihr Bein allerdings nicht so stark nach oben, sondern nach vorne.

Warum  Hunde das Bein heben

Welpen und Junghunde hocken sich beim Absetzen von Harn hin. Das Heben des Beins ist also nicht ein Verhalten, dass bei Hunden schon vor der Geburt festgelegt ist. Erst wenn die Geschlechtsreife einsetzt, lösen die neu produzierten Hormone das Heben des Beins aus. Im Rudel heben nur die dominanten Tiere das Bein. Die Rangniedrigeren hocken sich hin.

Jeder möchte der Größte sein

Durch das Heben des Beins wird der Harn in Höhen abgesetzt, die genau der Höhe der Hundenasen entsprechen. Nun kann jeder vorbeikommende Hund lesen, welcher Artgenosse sich vor ihm im Revier aufgehalten hat. Kleine Hunde schummeln hier gerne. Sie strecken sich so weit wie möglich in die Höhe, um durch eine besonders hoch angebrachte Markierung Größe zu demonstrieren. Auch bei „Hundemännern“ will jeder der größte und stärkste sein. Hündinnen markieren vor allem während des Eisprungs und der Läufigkeit, um Rüden anzulocken. Hier genügt meistens ein leichtes Heben des Beins nach vorne. Besonders dominante Hündinnen verhalten sich allerdings wie Rüden. Auch Sie heben das Bein möglichst hoch und spritzen den Harn auf Hausecken und Bäume. Sie ahmen die Rüden nach, eine „tierische Emanzipation“ und eine Demonstration von Selbstbewusstsein.

Warum die Harnmarkierungen so wichtig sind

Hunde verfügen über einen viel besseren Geruchssinn als Menschen. Sie nehmen ihre Umwelt nicht, wie wir, mit den Augen, sondern vor allem mit der Nase wahr. 220 Millionen Geruchszellen (Mensch: fünf Millionen) und große Teile des Gehirns sind damit beschäftigt, verschiedene Gerüche zu verarbeiten und mit der im Gehirn gespeicherten Duftdatenbank einzuordnen. Die Spürnase, die der Hund von dem Jäger Wolf geerbt hat, dient aber auch der Kommunikation. Chemische Signalstoffe werden durch Scharren verstreut und zeigen gemeinsam mit Kratzspuren anderen Hunden an, dass sich ein Revierbesitzer in der Nähe befindet. Alter, Geschlecht, Gesundheit – alles wird durch die Duftsignale mitgeteilt. Soll die Nachricht des anderen Hundes gelöscht werden, wird einfach über die Urinspur markiert. Setzen Hündinnen Harn über dem Harn von Rüden ab, demonstrieren sie Zusammengehörigkeit. Das Ritual des Harnmarkierens entspricht wahrscheinlich dem Ausdruck einer Bindung.

Fazit

Lassen Sie Ihren Hund beim Spaziergang ausreichend schnüffeln und markieren. Er möchte schließlich auch wissen, wer vorbeigekommen ist, und seine eigene Duftmarke hinterlassen.