Über das Spazieren gehen in der Dunkelheit: Sicherheit & Verhalten [09|21]

(c) Photo: Karl Holm auf Pixabay

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Verhalten, Dunkelheit, Spaziergang, Angst, Sicherheit - News [04|09|21]

  • Wenn die Tage kürzer werden, wird es am Abend schneller dunkel
  • Hunde mit dunklem Fell sind schwerer sichtbar
  • einige Hunde fürchen sich bei Dunkelheit
  • Manche reagieren verunsichert auf Artgnossen
  • Im Dunklen, aber auch bei Regen und Nebel gilt: Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit 

Die Tage werden kürzer und schnell wird es am Abend dunkel. Trotzdem wollen Sie nicht auf den gewohnten Spaziergang mit Ihrem Hund verzichten. Auch wenn der Hund kein schwarzes Fell hat, ist er in der Dämmerung oder bei Schlechtwetter, Regen oder Nebel, nur eingeschränkt sichtbar. Das gefährdet nicht nur Ihren Hund, sondern auch andere Menschen.

1. Sehen Hunde im Dunklen besser als Menschen?

Hunde sehen bei Dunkelheit viel besser als Menschen. Das Tapetum lucidum hinter der Netzhaut verstärkt schwache in das Auge eindringende Lichtstrahlen und wirft diese auf die Netzhaut zurück. Trotzdem fühlen sich manche Hunde bei Dunkelheit nicht sicher.

2. Wenn Hunde Angst im Dunklen haben:

Wie Sie erkennen, ob  Ihr Hund im Dunkeln Angst hat: 

  1. Der Schwanz wird zwischen die Hinterbeine geklemmt
  2. Die Ohren sind angelegt
  3. Die Körperhaltung ist geduckt
  4. Atmung und Puls sind beschleunigt

3. Wie Sie Ihrem Hund helfen können:

  1. Gehen Sie Strecken, die Ihr Hund bei Tageslicht gut kennt. Gehen Sie lieber eine kleine, kurze Runde.
  2. Tragen Sie eine Stirnlampe, damit die Umgebung für den Hund besser beleuchtet ist.
  3. Wenn Sie auf andere Menschen und Hund treffen, beohnen Sie Ihren Hund mit einem Leckerli, wenn er sich ruhig verhält bzw. sie nicht verbellt. 
  4. Es kann auch passieren, dass Ihr Hund Mülltonnnen oder andere Gegenstände, die er bei Tageslicht ignoriert, für eine Bedrohung hält. Zeigen Sie verständnis.
  5. Auch Schatten im Licht von Laternen können sehr bedrohlich wirken.
  6. Vermitteln Sie Ihrem Hund Sicherheit durch eine kurze Leine.
  7. Beruhigende Worte und positive Verstärkung durch Leckerlis oder Klicker  wenn er unheimliche Stellen gut meistert (beachten Sie seine Körpersprache: z.B. Haltung seiner Ohren oder des Schwanzes)
  8. Vermeiden Sie, wenn möglich,  plötzliche Begegnungen mit unbekannten Artgenossen, Radfahrern etc.
  9. Kurze Spieleinheiten, wie Suchspiele, entspannen und garantieren positive Erlebnisse in der Dunkelheit.
  10. Und denken Sie bitte auch daran, wenn Sie verunsichert sind, spürt das auch ihr Hund.
  11. TIPP: gewöhnen Sie ihren Hund schon im Welpenalter an Spaziergänge in der Dämmerung und im Dunklen.

4. Sehen und gesehen werden:

Je besser Ihr Hund sichtbar ist, umso leichter können sich andere Menschen und Tiere auf Ihren Hund einstellen. Eine bessere Sichtbarkeit ist schon mit wenigen Handgriffen zu erreichen. Die Kosten sind gering im Vergleich zu Kosten für eine Behandlung bei einer Tierärzt*in, wenn etwas passiert.

5. Tools für mehr Sicherheit Leuchen, Reflektoren und Mäntel:

  • Leuchtie: Die Halsbänder können mit Batterien betrieben oder zu Hause aufgeladen werden. Hängt der Batterieteil beim Tragen nach unten, schaltet sich das Halsband automatisch ein. Leuchties können einfach angelegt werden. Sie streifen dem Hund den Ring nur über den Kopf. Mit der Befestigungsschlaufe wird das Leuchtie zusätzlich am normalen Halsband befestigt. Leuchties sind wasserfest und daher auch für Hundeschwimmer gut geeignet. Sie erhalten das Leuchtie in verschiedenen Farben und können kontinuierliches Leuchten oder Blinken einstellen.
  • Blinkende Anhänger: werden am Halsband oder am Brustgeschirr des Hundes befestigt. Die Anhänger können auf Blinken oder auf Dauerleuchten eingestellt werden. (ACHTUNG: Einige Hunde verunsichert das Blinken.)
  • Klebesticker: leuchtende Klebesticker werden am Halsband, Brustgeschirr oder Hundemantel mit einem Klettverschluss befestigt. Die Sticker können auf Dauerbetrieb oder Blinken eingestellt werden.
  • Reflektierende Mäntel und Sicherheitswesten: Das fluoreszierende Material leuchtet im Dunkeln. Aufgeladen wird der Mantel durch das Licht einer Lampe zu Hause. Die Leuchtzeit liegt ungefähr bei acht Stunden.
  • Reflektorstreifen: bieten nicht nur Sicherheit, sondern sind auch sehr schick. Sie machen den Hund im Dunkeln gut sichtbar
  • Reflektierende Leinen, Halsbänder und Brustgeschirre: verhindern, dass Passanten über die Leine stolpern.

6. Kein Freilauf im Dunkeln:

Dunkelheit ist immer ein Unsicherheitsfaktor. Hunde sollten deshalb nur in einem eingezäunten Gelände frei laufen dürfen, da sie für Autofahrer, Radfahrer, andere Menschen schwer bzw. spät sichtbar sind. Eine gute Möglichkeit ist, eine Schleppleine, die Ihrem Hund in einem gesicherten Radius Freilauf ermöglicht.