Unerwartete Begegnungen im Garten

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Igel, Marder, Füchse und Dachse sind keine Seltenheit mehr in Wohngebieten.

 

Sobald die Temperaturen steigen, können auch Tiere, die in der kalten Jahreszeit Winterschlaf oder Winterruhe halten, wieder in den Gärten gesichtet werden. Gefüllte Futterschüsseln von Hunden und Katzen, Speisereste am Kompost oder Obst auf Gartentischen sorgen für ein reichliches Nahrungsangebot nach dem Winter. Wildtiere kommen immer näher an menschliche Wohnungen heran, um genügend Nahrung zu finden. Ist das Revier von Hunden und Katzen bereits besetzt, kommt es zu überraschenden Begegnungen.

Feind oder geduldeter Gast

Nachts und in den Dämmerungsstunden kommt es häufig vor, dass Hunde und Katzen Im Garten auf Füchse, Dachse oder Igel treffen. Meistens läuft die Begegnung harmlos ab. Nach einigen Drohgebärden und Demonstration der Stärke gehen beide Tiere ihres Weges.

Wird allerdings ein Dachs, Marder oder Fuchs von einem Hund in die Enge getrieben, kann dies böse Verletzungen nach sich ziehen. Hunde sollten sich daher nachts besser im Haus aufhalten. Katzen und Wildtiere arrangieren sich schnell und geben einander genügend Raum zum Ausweichen. Kämpfe finden eher selten statt.

An Sonnenplätzen halten sich untertags auch Schlangen auf. Katzen reagieren instinktiv auf das Zischen der Schlange und halten Abstand. Jungtiere, die noch keine Erfahrung mit Wildtieren gesammelt haben, sind wegen ihrer Neugierde gefährdet.

Igel verteidigen sich gegen Angriffe von Jungkatzen durch Zusammenrollen. Hat die Katze erst einmal Bekanntschaft mit den Stacheln gemacht, wird sie den Igel in Zukunft meiden.

Sollen Wildtiere im Garten gefüttert werden?

Grundsätzlich nein. Füttern Sie Wildtiere in Ihrem Garten, gewöhnen sich diese rasch an die neue Futterstelle und verlieren ihre natürliche Scheu vor Menschen. In Österreich sind derzeit keine Tollwutfälle bekannt. Trotzdem sollten Sie ein Wildtier nicht zu nah an ihr Haus heranlassen. Dachse verursachen durch Anlegung von Grabgängen Schäden an Gebäuden und können nur sehr schwer wieder vertrieben werden.

Eine Ausnahme bilden Igel. Die dämmerungsaktiven, putzigen Stacheltiere sind nützliche Insektenfresser. Bauen Sie für Igel Verstecke mit Laubhaufen oder Ästen. Stellen Sie diesen ein geschütztes Winterquartier zur Verfügung. Erwachen die Igel im Frühjahr, benötigen sie dringend Wasser und Nahrung. Milch ist für die Fütterung nicht geeignet, sie verursacht bei Igeln Durchfall. Katzenfutter ist nur bedingt geeignet, da die Eiweißzusammensetzung nicht optimal ist. Im gut sortierten Tierhandel erhalten Sie fertiges Igelfutter in Schälchen. Zusätzlich können Sie getrocknete Garnelen oder Insekten füttern.

Blindschleichen ernähren sich hauptsächlich von Ameisen, Regenwürmern, Nacktschnecken und Insekten. Zusätzliche Fütterung schadet den Tieren.
Äskulapnattern jagen Mäuse, Maulwürfe und Nacktschnecken. Sie sollten ebenfalls nicht zusätzlich gefüttert werden.

Manchmal werden auch giftige Schlangen, wie Kreuzottern, im Garten beobachtet. Halten Sie Abstand zu der Schlange. Wird diese nicht in die Enge getrieben, greift sie nicht an, sondern zieht sich zurück. 

Beobachtungen von Wildtieren im Garten

Für die Beobachtung von Wildtieren im Garten ist eine Fotofalle (Nachtsichtkamera mit Bewegungsauslöser) gut geeignet. Die Kamera ermöglicht die ungestörte Beobachtung von Wildtieren.

Wildtiere sind eine nützliche Bereicherung des Gartens. Direkter Kontakt zu Menschen sollte aber vermieden werden.