Teilen, verschicken oder drucken Sie diesen Artikel

Warum der Sachkundenachweis für alle wichtig ist

Ein Gespräch mit der Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy

 

Ab dem 1. Juli 2019 muss jeder der sich in Wien zum ersten Mal einen Hund anschafft, vorher einen Sachkundenachweis erbringen. Ziel ist es, dem künftigen Hundehalter Wissen und Entscheidungsgrundlagen an die Hand zu geben, um ein harmonisches Miteinander von Tier und Mensch möglichst auf Dauer sicher zu stellen.
 
Die notwendige Sachkunde wird in einem Kurs zu erwerben sein. Das Kursangebot steht natürlich nicht nur Neo-Hundehaltern sondern jedem Interessenten offen. Tierschutzombudsfrau Eva Persy  geht es darum, die künftigen Hundehalter möglichst gründlich vorzubereiten und über viele Aspekte zu informieren, die in der ersten Vorfreude auf den neuen Hausgenossen vielleicht untergehen.


Persy zieht im Gespräch mit petdoctors.at einen Vergleich mit dem Kauf eines Autos, der nicht selten viel gründlicher vorbereitet wird als die Entscheidung für einen Hund. „Beim Auto werden Prospekte gewälzt, Freunde befragt, Preise und Leistungen verglichen, es wird Probe gefahren. Beim Hund wird oft spontan entschieden, weil der Strolchi halt so lieb schaut.“


Deswegen soll es im Sachkundekurs nicht nur um rechtliche Rahmenbedingungen für eine artgerechte Haltung und um Kosten für Futter, Zubehör, Training und Tierarzt gehen. Es geht um Fragen, die vorher geklärt werden müssen. Wer springt ein, wenn ich krank werde? Kann ich den Hund ins Büro mitnehmen? Wie ist es mit Urlaub und Reisen? Ist mein Auto geeignet?
 
Und es geht um die Hilfe zur Auswahl des richtigen Hundes. Persy: „Wie findet man heraus, welcher Hund zu einem passt, mit wem kann ich darüber reden? Wo finde ich seriöse Züchter? Welche Fragen muss ich stellen und welche Fragen sollte der Züchter mir stellen. Welche Ansprüche hat welcher Hund und wie verändern sie sich mit der Zeit? Was ist, wenn der Hund älter wird und nicht mehr jeden Tag mit joggen gehen kann?“
 
Es geht darum klar zu machen, dass der Hund Ansprüche hat, dass ein Familienmitglied dazu kommt, dass nicht immer alles nur eitel Wonne ist, dass Krankheit und Tod auch dazu gehören. Persy: „Der Kurs sollte so gut sein, dass der Interessent im Zweifel doch nein zur Hunde-Anschaffung sagt. Aber wenn er ja sagt, dann soll das ein bewusstes Ja zu einem neuen Freund sein.“