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Kein Zoodirektor auf Robben Island

PetDoc-Leaks: Ulli Sima auch künftig ohne Expertise

 

Von einem Riesenkrach im Büro von Stadträtin Ulli Sima berichten anonyme Informanten dem Aufdecker-Netzwerk PetDoc-Leaks. Offensichtlich ohne Sima zu informieren wurde ein früherer Direktor des Zoos von Schönbrunn zum Geschäftsführer der für die Seehund-Zuwanderung zuständigen Austrian Seal Agency bestellt. Sima soll diese Personalie sofort nach Bekanntwerden wiederrufen haben.
 
In einer emotionalen Ansprach habe Sima ihre Mitarbeiter aufgerufen auf den Pfad der Toleranz und des Mitgefühls zurückzukehren, den sie als Städträtin immer konsequent gehe. PetDoc-Leaks liegen handschriftliche Notizen eines Zuhörers vor, in denen es wörtlich heißt: „Die Wienerinnen und Wiener haben Anspruch darauf, dass jeder einzelne Seehund-Wunsch individuell geprüft wird. Diese Herzensangelegenheiten der Bürger einem Zoodirektor zu übertragen wäre ein völlig falsches Signal und viel zu nahe an der Realität.“
 
Den Hinweis ihrer Mitarbeiter auf das Know-how des weltweit anerkannten Fachmanns ließ Sima nicht gelten. Unter Bezugnahme auf ihr erfolgreiches Engagement gegen Kampfhunde meinte die Stadträtin laut übereinstimmenden Meldungen, dass sie bisher noch immer ohne Expertise ausgekommen sei.
 
Interimistisch dürfte ein hochrangiger Mitarbeiter der MA 60 (Veterinärdienste und Tierschutz) die Listen der interessierten Wienerinnen und Wienern  führen. Das Büro der Austrian Seal Agency soll dem Vernehmen nach auf einer kleinen künstlichen Insel im See der Seestadt Aspern angesiedelt werden, für die Sima den Namen Robben Island vorgesehen haben soll.