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Die Austrian Seal Agency

Badeschiff für den Seehund-Transport

In der internationalen Fachwelt ist der von PetDoc-Leaks aufgedeckte Plan, Wien zur hundefreundlichsten Stadt Europas zu machen auf große Skepsis gestoßen. Vor allem zwei Fragen werden immer wieder gestellt: Wie können Seehunde in ausreichender Zahl zur Migration nach Österreich bewegt werden und wie ist das Transportproblem zu lösen?
 
Die Spezialisten im Büro der für das Projekt verantwortlichen Stadträtin für Umwelt und Stadtwerke, Ulli Sima, haben laut den Recherchen des Enthüllungsnetzwerks PetDoc-Leaks diese Probleme bereits gelöst. Abgesandte des Wiener Rathauses sollen in den letzten Monaten in der Nordsee für das Projekt geworben haben. Das Interesse der Seehunde am gratis verteilten Frischfisch habe die Erwartungen übertroffen. Fachleute gehen davon aus, dass sich der Umbau Wiens zur hundefreundlichsten Stadt Europas in den Gewässern der Seehundkolonien wie ein Lauffeuer verbreitet.
 
Für die Abwicklung ist die Gründung der „Austrian Seal Agency“ nach dem Muster der Betriebsansiedlungsgesellschaft „Austrian Business Agency“ geplant. Ob Alt-Bürgermeister Michael Häupl als studierter Biologe die Führung übernehmen wird ist noch offen. Jedenfalls soll die Seal Agency den Besuch interessierter Wienerinnen und Wiener an der Nordsee organisieren, die sich mit den Lebensbedingungen der Seehunde vertraut machen und erste Kontakte zu ihren künftigen Hausgenossen knüpfen wollen.
 
Das Transportproblem sei auf dem Wasserweg  relativ einfach lösbar, sickert aus dem Experten-Team durch. Rhein-Main-Donau-Kanal und dann  durch den Marchfeldkanal direkt vor die Tore der Seestadt. So einfach geht das mit ein bisschen Phantasie, zitiert eine PetDoc-Leaks namentlich bekannte Quelle die Stadträtin. Für den Transport der Seehunde soll dem Vernehmen nach das Wiener Badeschiff requiriert werden, das allerdings sicherheitstechnisch den Anforderungen der Nordsee nicht unbedingt gewachsen ist.  Deswegen soll ein eigener Sicherheitsbeauftragter eingesetzt werden. Simas Begründung laut einem PetDoc-Leaks unter dem Siegel der Verschwiegenheit übergebenen Protokoll: „Nicht auszudenken was passiert, wenn das Schwimmbecken in der Nordsee kentert oder die Seehunde von einer Welle aus dem Boot gespült werden.“