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Haben Tiere eine Seele?

Für viele gehört es zu den wichtigen Lebensfragen: Werde ich mein geliebtes Tier nach dem Tod wieder treffen? Hat mein Tier eine Seele, die auch nach dem Tod weiterbesteht?

 

Den meisten wird diese Frage durch einen Blick in die Augen des Tieres beantwortet. Aber eine gesicherte wissenschaftliche Antwort ist nicht möglich. Die „Seele“ ist nicht beweisbar, ihre Existenz gehört in den Bereich des Glaubens.


Die Seele der Tiere in den Weltreligionen

Die meisten Weltreligionen sprechen auch den Tieren den Besitz einer Seele zu. Im Buddhismus hat jede Schöpfung, unabhängig davon ob Mensch, Tier oder Pflanze, eine Seele. Das Leben nach dem Tod und der „Himmel“ steht allen Geschöpfen offen. Aristoteles definiert die Seele als Substanz, die den Körper zum Leben und Bewusstsein bringt. Die Katholische Kirche bestätigt unter Papst Johannes Paul II., dass „auch die Tiere einen Lebensatem von Gott erhalten haben“. Der Mensch muss mit allen Lebewesen solidarisch sein. Er darf keine Unterscheidung zwischen Mensch und Tier treffen. Papst Franziskus sagte: „Der Himmel steht allen Geschöpfen offen“. Im Judentum wird den Tieren eine Seele zugestanden, diese unterscheidet sich aber wesentlich von der Menschenseele. Der Islam weist in seinen Schriften darauf hin, dass alle Lebewesen des Erbarmens würdig sind.

Anima mundi

Viele Traditionen sprechen von einer Weltseele, die in der gesamten Schöpfung vorhanden ist. Das nicht sichtbare Wesen vermittelt zwischen dem Geist der Welt und der Materie. Diese Ansicht vertrat schon der römische Philosoph Plotin: „Materie ist wie ein flüssiges Siegelwachs und die Seele ist das Siegel, welches dem Wachs die Idee des Lebendigen einprägt. Ohne Seele würden demnach die Welt und alle Kreaturen überhaupt nicht existieren.“ Die Natur verfügt über eine Intelligenz mit unterschiedlichem Bewusstsein der Freiheit. Ein Lebewesen sammelt Erfahrungen und gibt diese nach seinem Tod an die Gemeinschaft weiter. Alle gesammelten Informationen und Erfahrungen stehen bereits bei der Geburt den Nachkommen zur Verfügung. Versuche des Biologen Rupert Sheldrake haben gezeigt, dass Lernerfahrungen auf andere Ratten auch ohne physischen Kontakt übertragen werden.

Was passiert mit der Seele nach dem Tod?

In der ganzheitlichen Tierkommunikation wird häufig die Meinung vertreten, dass nach dem Tod die Seelen der Tiere drei verschiedene Wege einschlagen können. Der erste Weg ist, in dem unendlichen Seinszustand auszuruhen und für längere Zeit in der Gemeinschaft zu verweilen. Der zweite Weg ist, eine Aufgabe zu übernehmen und ein Lehrer für andere Seelen oder ein Schutztier für lebende Tiere zu werden. Der dritte Weg ist die Reinkarnation in einen neuen Körper, um neue Erfahrungen zu sammeln.

Fazit: Es gibt kein Richtig oder Falsch. 

Mit diesem Thema begeben wir uns in den Bereich des Glaubens. Hier existieren viele verschiedene Meinungen. Jede Wahrheit ist für sich individuell und persönlich. Es gibt kein Richtig oder Falsch.
In jedem Lebewesen wohnt eine Seele. Die heutigen Forschungen der Pflanzenneurobiologie sprechen auch Pflanzen eine Beseeltheit zu. Wir stehen alle erst am Anfang neuer Erkenntnisse. Heute wird durch die Wissenschaft der Glaube an ein individuelles Bewusstsein der Tiere bereits untermauert. Trotzdem ist die Existenz der Seele nicht materiell und ist derzeit nicht mit physischen Beweisen zu unterlegen.

Aber wer in die Augen seines Tieres schaut, kann darin deutlich den Lebensfunken der Seele erkennen. Und ist die Gewissheit nicht tröstlich, das geliebte Tier wiedersehen zu können?

Franz von Assisi: „Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines mühsamen Weges“.