Bei Schwellungen des Unterkiefers sofort zum Tierarzt
Alexas Fotos auf Pixabay

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3 Ursachen für Kinndrüsen-Entzündung bei Kaninchen

Kinn/Drüsen/Schwellung/Markieren/Krankheit - News am 12. Juli 2020

  • Kinndrüsen sind Duftdrüsen
  • Sie befinden sich sich am Unterkiefer des weiblichen und männlichen Kaninchens.
  • Die Drüsen sondern ein Sekret ab, mit dem das Kaninchen sein Revier markiert.

Durch Reiben an verschiedenen Gegenständen können Bakterien in die Kinndrüsen gelangen. Eine Entzündung ist die Folge. Die Aktivität der Kinndrüsen wird durch verschiedene Hormone gesteuert. Vor allem Rammler und dominante Weibchen markieren das Revier mit den Kinndrüsen.

1. Die Ursachen für eine Kinndrüsen-Entzündung

Auf der Haut des Kaninchens leben verschiedene Bakterien. Gelangen diese durch Reiben in die Kinndrüsen, ernähren sie sich von dem abgesonderten Sekret. Das Immunsystem des Kaninchens reagiert und löst eine Entzündung der Drüsen aus.

  1. Verletzungen der Haut im Bereich des Kinns
  2. Durch Hormonschwankungen wird verstärkt Sekret produziert
  3. Die Drüsen entzünden sich durch Sekundärinfektionen mit Staphylokokken

2. Symptome der Kinndrüsenentzünung

Grundsätzlich tritt eine Entzündung der Kinndrüsen bei Kaninchen nur selten auf. Wenn doch, dann sind

  • Die Drüsen sind geschwollen und deutlich im Kinnbereich zu erkennen
  • Aus offenen Wunden und geröteten Hautstellen quillt Eiter heraus
  • Die entzündete Stelle ist schmerzhaft
  • Das Futter wird verweigert
  • Das Kaninchen knirscht mit den Zähnen
  • Wird die Erkrankung nicht behandelt, treten Fieber und Apathie auf
  • Das Kaninchen zieht sich zurück

3. Diagnose der Kinndrüsen-Entzündung 

Bei der klinischen Untersuchung durch den Tierarzt kann eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Mithilfe eines Röntgens wird die Ursache des Abszesses abgeklärt. Auf dem Röntgenbild ist die Kinndrüsen-Entzündung deutlich von einem Abszess durch entzündete Wurzeln der Zähne zu unterscheiden.

Ein Abstrich aus der Wunde hilft bei der Bestimmung des passenden Antibiotikums.

4. Behandlung der Kinndrüsen-Entzündung

Die Wunde wird gespült und mit einer antiseptischen Salbe behandelt. Zusätzlich erhält das Kaninchen ein Antibiotikum

Wichtig: die Darmflora von Kaninchen reagiert besonders empfindlich auf Antibiotika. Deshalb muss das Medikament immer genau nach den Vorschriften des Tierarztes verabreicht werden.

Bei hochgradigen Entzündungen muss das befallene Gewebe unter Narkose operativ entfernt werden.

Schmerzmittel lindern die auftretenden Schmerzen. Verweigert das Kaninchen die Futteraufnahme, ist eine Zwangsfütterung erforderlich. Ein spezieller Brei regt die Verdauungstätigkeit an.

Die Therapie ist sehr langwierig. Die Entzündung kann immer wieder aufflammen.

5. Wie ist die Prognose?

Wird die Entzündung rechtzeitig behandelt, heilt das Gewebe schnell ab. Wird das Antibiotikum falsch angewendet, können sich resistente Bakterienstämme bilden. Die Bakterien können nur mehr schwer behandelt werden.

Bei Kaninchen mit einem geschwächten Immunsystem ist die Prognose schlecht.

Wird die Kinndrüsen-Entzündung nicht behandelt, verbreiten sich die Bakterien mit dem Blut im ganzen Körper. Eine Sepsis ist für die meisten Kaninchen tödlich.

5. Wie Sie einer Kinndrüsen-Entzündung vorbeugen können:

  1. Füttern Sie artgerechtes Futter. Stellen Sie dem Kaninchen immer genügend Heu zur Verfügung. 
  2. Der Käfig sollte immer gründlich gereinigt werden.
  3. Auslauf und ausreichender Platz fördern das Immunsystem des Kaninchens
  4. Lassen Sie Ihr Kaninchen regelmäßig von einem Tierarzt untersuchen

6. Muss ein Kaninchen mit Kinndrüsen-Entzündung zum Tierarzt?

Bei Verdacht auf eine Entzündung der Kinndrüsen oder anderen Schwellungen im Bereich des Unterkiefers muss ein Kaninchen immer so schnell wie möglich von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden. Ohne Behandlung verläuft die Entzündung tödlich!