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Mehr Wildtier oder Stubentiger?

Verschmust, zielorientiert und völlig unabhängig

 

Katzen mit ihren schönen, anmutigen Bewegungen leben seit Jahrtausenden in Kooperation mit Menschen, dennoch haben sie sich ihre Unabhängigkeit bewahrt.

Von der geachteten Hausgöttin zur demonischen Sünderin

Bereits 3000 v. C. wurden Falbkatzen in Ägypten als Haustiere gehalten. Die Katzen machten sich durch den Schutz der Getreidelager vor Mäusen und Ratten beliebt und konnten sich durch die von den Menschen gebotene Betreuung erfolgreicher vermehren.

Sie wurden durch ihre Bedeutung zu heiligen Gottheiten in Katzengestalt erhoben. Starb eine Mau wurde sie in einem Holzsarg bestattet. Katzen breiteten sich mit den Griechen und Römern über ganz Europa aus und paarten sich gelegentlich mit einheimischen Wildkatzen.

Bis zum 12. Jahrhundert wurde die Katze als guter Hausgott gesehen, bis sie von der Kirche in einem Dekret als dämonisch und Verkörperung der Sünde bezeichnet wurde. Katzen wurden, ebenso wie Hexen, auf Scheiterhaufen verbrannt.

Erst unter Königin Viktoria erlangten Katzen wieder einen geachteten Status als Haustier und Mäusejäger. 1871 fand die erste große Katzenausstellung in England statt.

Heute zählen Katzen, gemeinsam mit Hunden zu den besten Freunden der Menschen und sind trotz ihres eigenwilligen Charakters nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken.

Genetische Wildheit

Zwischen der Hauskatze und der afrikanischen Falbkatze findet man heute noch kaum genetische Unterschiede. Mit Tigern teilen sich Katzen 95,6 % der Gene. Die scheue, europäische Wildkatze ist in den Genen kaum sichtbar.

Während des Zusammenlebens mit Menschen haben sich die Gene, die Gedächtnis, Belohnungssystem und Angstverhalten im Gehirn steuern, angepasst. Trotzdem findet man noch heute viele Gemeinsamkeiten im Verhalten von Wildkatzen und Hauskatzen.

Hauskatze und Wildkatze

Das Fell der Wildkatze ist verwaschen grau, mit cremigen Stellen, um eine gute Tarnung in den Wäldern zu ermöglichen. Der Schwanz ist buschig, dick und endet stumpf. Wildkatzen sind anfällig für Erkrankungen, die Ernährung besteht ausschließlich aus Fleisch und Knochen.

Wildkatzen sind scheue Einzelgänger, die vor allem nachts auf Jagd gehen. Die Paarungszeit ist von Jänner bis März.

Hauskatzen besitzen ein Fell in vielen verschiedenen Farben und Längen. Der Schwanz endet mit einer Spitze. Sie sind vor allem Dämmerungsjäger und haben sich durch die jahrelange Domestikation an menschliches Verhalten gewöhnt und die Scheu verloren. Sie können das ganze Jahr über rollig werden.

Hauskatze und Großkatzen

Katzen sind dominant und impulsiv. Ähnlich wie Löwen verfügen sie über einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Alle Katzen schleichen sich an ihre Beute an, oder lauern ihr für längere Zeit regungslos auf. Bei der Jagd wird Kontakt mit Wasser möglichst vermieden.

Welpen von Großkatzen und Hauskatzen kommen hilflos, mit geschlossenen Augen zur Welt. Sie müssen die ersten Wochen von der Mutter betreut werden.

Katzen sind in ihrem Verhalten meistens schwer einzuschätzen. Wollen sie etwas erreichen, sind sie verschmust und anhänglich. Haben sie ihr Ziel erreicht, wird der Halter schnell links liegen gelassen. Sie haben ihre Besitzer vollständig im Griff.

Durch ihre teilweise Anpassung bei Bewahrung der Unabhängigkeit, ist die Lebensqualität von Katzen heute viel höher als früher. Sie sind erfolgreiche Jäger und verschmuste Haustiere, die nicht wie ihre wildlebenden Verwandten vom Aussterben bedroht sind.

Angepasst, wo es Vorteile für die Katze bietet, aber sonst mehr Tiger als Stube.